Freitag, 24. März 2017

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Endlich fertig mit Kindergarten


Der EHC-Olten-Trainer Scott Beattie zeigt sich beeindruckt vom individuellen Sommertraining.

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Seine Anweisungen sind gefragt: Scott Beattie nimmt Fabian Ganz ins Gebet. (Bild: ae)

Sie haben in der Vergangenheit immer wieder betont, dass Sie sich den ganzen Sommer über Gedanken gemacht und kaum hätten abschalten können. War es in diesem Jahr, nach den unbefriedigenden Playoffs, noch intensiver?

Oh ja.

Wie muss man sich das vorstellen: Haben Sie Analysen betrieben, Videos geschaut?

Ich habe viel analysiert.

Können Sie verraten, was dabei herausgekommen ist?

Nein.

Ist das denn ein Geheimnis?

Nein, das nicht, aber es sind Sachen, welche wir intern behalten möchten. Es geht nur die Spieler etwas an und den Betreuerstab.

Nach der letzten Saison haben Sie nach dem Ausscheiden gegen La Chaux-de-Fonds vom Faktor Zufall gesprochen. Mit einem halben Jahr Abstand: Halten Sie daran fest?

Hockey ist Zufall. Jedes Spiel, jeder Wechsel ist anders, deshalb ist es Zufall.

Zufall ist sicher ein Punkt, doch bestimmt kann auch der Trainer jede Menge beeinflussen.

Absolut. Da ist die Vorbereitung, da sind die erzielten Fortschritte, das Anpassen an neue Umstände, es ist nicht alles Zufall. Zufall macht nur einen kleinen Teil vom Ganzen aus, aber er existiert.

Sie vertrauen praktisch derselben Mannschaft wie zu Beginn der letzten Saison – bis auf Neuzuzug Codey Burki. Sind Sie überzeugt davon, dass diese Mannschaft den Schritt machen kann?

Sie haben diesen Schritt bereits gemacht. Praktisch alle von ihnen haben im Sommertraining ausgezeichnet gearbeitet. Die gemeinsamen Trainings seit Saisonbeginn sind sehr viel ergiebiger, intensiver. Das hat wohl auch damit zu tun, weil wir nur noch 22 Spieler auf dem Eis haben. Es ist aber auch so, dass auch die anderen Teams mindestens gleich gut sind, ein paar von ihnen sogar besser als letzte Saison.

Diese Eigenverantwortung, mit welcher Sie die Spieler in die Sommerpause entliessen, war das auch eine Reaktion auf das schlechte Abschneiden in den Playoffs?

Nicht unbedingt, es war vielmehr eine Reaktion, und das ist meine Meinung, den Spielern zu zeigen, dass jetzt endlich fertig ist mit Kindergarten. Das sind Profis, sie werden fürs Eishockeyspielen bezahlt, also sollen sie auch mit einer entsprechenden Form nach dem Sommer einrücken. Sie brauchen keinen Jan Lestander oder sonst jemand, der mit ihnen Fussball spielt, eine halbe Stunde am Abend, dreimal die Woche. Wenn sie ihre Verantwortung nicht wahrnehmen, dann müssen sie eine Strafe zahlen. Wir haben Fitnesstests gemacht, doch diese Resultate sind geheim (lacht): Da waren alle besser als je zuvor. Ich bin sehr zufrieden und habe mich bei den Spielern auch bedankt, dass sie so hart gearbeitet haben. Doch jetzt kommt der wichtigste Teil: Das Ganze aufs Eis zu bringen.

In der letzten Saison haben Sie praktisch alle Vorbereitungsspiele gewonnen, in diesem Jahr war es gerade umgekehrt. Sind Sie deswegen ein bisschen nervös?

In meinem ersten Jahr haben wir praktisch alles gewonnen, letztes Jahr war es ein bisschen anders. So oder so: Man gewinnt den Pott nicht im August, September oder Oktober. Bin ich deswegen nervös? Ich bin nie nervös, aber immer besorgt und ärgere mich, wenn etwas nicht funktioniert. Immer. Aber ich verfalle nie in Panik.

Sie haben immer gesagt, vier Augen sehen mehr als zwei Augen – jetzt haben Sie gar deren sechs, dank Dino Stecher und Köbi Kölliker. Macht es das einfacher für Sie?

Sicher. Je mehr Augen, desto besser. Dino kenne ich aus den gemeinsamen Zeiten beim ZSC, später als Coach in der NLA und NLB, super, dass er unser Team verstärkt. Köbi habe ich, lassen Sie mich überlegen, 2003 oder so an den Weltmeisterschaften in der Schweiz erstmals getroffen, ich spielte da für die italienische Nationalmannschaft, er war im Coaching Staff der Schweiz. Er kennt das Schweizer Eishockey.

Es geht los gegen Visp. Was erwarten Sie?

Den Champion.

Den wollen alle schlagen.

Ja. Ich erwarte ein sehr gutes Team, das zu Hause ohnehin immer stark spielt.

Die meisten Teams haben sich verstärkt, der Tenor geht in die Richtung, dass alle Equipen noch einmal näher zusammengerückt sind.

Dieses Gefühl habe ich auch. Es wird wohl keine grossen Abstände geben, deshalb muss man von Anfang an bereit sein.

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