Montag, 1. Mai 2017

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Vom Meister abgewatscht


Der EHC Olten begann im Wallis gefällig, musste sich Visp dann aber noch deutlich mit 5:10 geschlagen geben.

BILDER
EHCO-Goalie Thomas Bäumle hätte sich zum Start weniger Arbeit gewünscht. (Bild: rto)

 

Visp – Olten 10:5 (1:2, 5:1, 4:2)

Litterna. – 3371 Zuschauer. – SR: Fischer, Ambrosetti/Huggenberger. – Tore: 1. (0:14) Desmarais (Rapuzzi, Botta) 1:0. 1. (0:51) Truttmann 1:1. 11. Parati (Hirt, Schwarzenbach/Ausschluss Botta) 1:2. 26. Rapuzzi (Desmarais, Botta) 2:2. 29. Rapuzzi (Desmarais, Wiedmer/Ausschluss Parati) 3:2. 31. (30:21) Wiedmer (Botta, Desmarais) 4:2. 32. (31:49) Müller (Schmutz) 5:2. 37. (36:28) Schneuwly (Burki, Truttmann) 5:3. 37. (36:37) Rapuzzi (Botta, Geiger) 6:3. 42. Brunold (Botta, Dolana/Ausschluss Wiebe) 7:3. 44. Desmarais (Botta) 8:3. 50. Bucher (Rapuzzi, Desmarais) 9:3. 55. (54:10) Ruhnke (Lüthi) 9:4. 56. (55:37) Ruhnke (Lüthi, Wüthrich) 9:5. 59. Altorfer 10:3. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Visp, 5-mal 2 Minuten plus 5 Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe (Wiebe) gegen Olten.

Visp: Schoder; Geiger, Wiedmer; Bucher, Wollgast; Heynen, Heldstab; Leu, Guyenet; Botta, Rapuzzi, Desmarais; Dolana, Brunold, Mikhaylow; Altorfer, Keller, Furrer; Müller, Alihodzic, Schmutz.

Olten: Bäumle; Parati, Ganz; Meister, Pargätzi; Schnyder, Aeschlimann; Huras; Burki, Feser, Truttmann; Schwarzenbach, Wiebe, Hirt; Wüst, Schneuwly, Brunner; Lüthi, Ruhnke, Wüthrich.

Bemerkungen: Visp ohne Hirschier, Moren, Witschard (alle verletzt), Imstepf (Junioren) und Zeiter (überzählig); Olten ohne Marolf, Schild und Weber (alle verletzt). Botta und Truttmann als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. 31:49 Timeout Olten. 59. Pfostenschuss Keller.

Es war ein Saisonstart, wie er effektvoller nicht hätte ausfallen können. Als in der Litterna die erste Minute um war, stand das Spiel unentschieden – wieder unentschieden, dank einer Einzelleistung Marco Truttmanns, welcher die Scheibe backhand zum 1:1 ins Tor lupfte. Es war die perfekte Antwort auf den Walliser Knalleffekt nach bloss 14 Sekunden: mit drei Pässen spielte sich die Paradelinie der Visper vor das Gästetor, wo Desmarais die ersten Freiheiten zum 1:0 nutzte. Nur logisch, dass es nicht im selben Rhythmus weitergehen konnte. Und so nahm nicht nur die Torproduktion fürs Erste rapide ab, auch der Beschäftigungsgrad der beiden Torhüter pendelte sich bald auf einem normalen Niveau ein.

Mit den ersten Strafen war es dann aber um die relative Ruhe vor den beiden Toren geschehen. Als Ersten erwischte es nach knapp neun Minuten den Visper Heynen, und obwohl im Oltner Powerplay eigentlich nicht viel zusammenpasste, hiess es plötzlich 1:2. Parati machte aus fünf Metern kurzen Prozess aus einem Hirt-Abraller und brachte die Gäste in Führung. Dass es mit einem, ja zwei Mann mehr aber auch deutlich ineffizienter geht, demonstrierten die Gastgeber nur wenige Zeigerumdrehungen später. Innerhalb von gut zwei Minuten mussten gleich drei Oltner raus, doch nichts wars mit dem Ausgleich. Vor allem die 112 Sekunden doppelte Überzahl zeigte deutlich, dass (noch) mehr Platz nicht unbedingt von Vorteil sein muss mit den neuen Abmessungen. Die Oltner Box stand äusserst kompakt um den eigenen Torkreis, verschob blitzschnell und drängte den Gegner damit von einem Querpass zum anderen.

Sowieso standen die Gäste bis zu diesem Zeitpunkt ausgezeichnet, wirkten spritzig und waren immer wieder vor dem Gegner an der Scheibe. Trainer Scott Beattie lag also bestimmt richtig, als er sich bei den Spielern für deren Einsatz im Sommertraining bedankte. Wenn es etwas zu bemängeln gab kurz nach Beginn des zweiten Drittels, dann war es die Chancenauswertung. Denn hätte Burki in der 22. Minute eine herrliche Vorlage seiner Linienkollegen Feser und Truttmann direkt abgeschlossen, wäre es drei Minuten später kaum wieder unentschieden gestanden. Denn die Visper nutzten einen Entlastungsangriff durch ihren neuen Ausländer William Rapuzzi zum 2:2.

Und damit läuteten die Gastgeber ein Mitteldrittel ein, welches es in sich hatte. Vor allem für die Gäste: Ehe sich diese nämlich besannen, lagen sie plötzlich mit drei Toren im Hintertreffen. Es folgte die reichlich kuriose 37. Minute, als die Visper praktisch aufhörten, zu spielen, weil sie ein Foul eines Oltners gesehen hatten. Dies nutzte Schneuwly, welcher fast schon gemütlich bis vor das Visper Tor fuhr, zum 3:5. Kaum wieder angespielt, leuchtete diesmal die Lampe hinter Bäumle, der sich zum sechsten Mal bezwingen lassen musste. Dass Wiebe, nach einem Handgemenge mit Wollgast, mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe unter die Dusche musste, machte das Unterfangen für die Gäste auch nicht unbedingt einfacher.

Beattie musste umstellen, doch seine Spieler fanden den Rank in dieser Partie nicht mehr. Rapuzzi, der vielleicht beste Mann auf dem Eis, verpasste zwar kurz nach dem Wiederanpfiff das 7:3, holte seinen insgesamt fünften Scorerpunkt dann aber in der 50. Minute nach, als er Verteidiger Bucher wunderbar bediente. Dass es bereits der 9. Visper Treffer an diesem Abend war, zeigt auf, welche Dimensionen das Ganze mittlerweile angenommen hatte. Die Oltner standen jetzt zu weit weg von ihren Gegnern, leisteten sich sehr viele Fehler im Umgang mit der Scheibe, wirkten zunehmend desorientiert. Hinzu kam eine überdurchschnittliche Effizienz der Walliser, welche ihren Auftritt in der 59. Minute mit dem Treffer zum 10:5 krönten.

Das Corey Ruhnke zwischenzeitlich zwei Längen wettgemacht hatte, war zwar nur Resultatkosmetik, zeigt aber auch auf, dass eben doch etwas dringelegen wäre – hätten die Gäste ihre Spielweise aus dem ersten Abschnitt durchgezogen. «Da waren wir dran», meinte nach dem Spiel auch ein enttäuschter Captain Patrick Parati, «doch dann haben wir das Spiel aus den Händen gegeben, den Kontakt zum Gegner verloren, ihm zu viel Raum gegeben und zu viele Fehler gemacht.» Die letzten beiden Drittel, das sei nicht der wahre EHC Olten gewesen, so Parati. «Wir wissen ganz genau, dass wir so schnell spielen und kompakt stehen müssen, wie im ersten Abschnitt. Was wir danach gezeigt haben, müssen wir ganz weit weg verstecken.» (mf)

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