Sonntag, 25. Juni 2017

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Er kam, sah und traf gleich doppelt


Martin Ulmer war mit seinem beiden Treffern der Mann des Spiel beim 5:2-Sieg des EHC Olten in Langnau.

BILDER

Langnau - Olten 2:5 (0:1, 1:1, 1:3)
Ilfishalle. – 5814 Zuschauer. – SR: Clément, Gnemmi/Micheli. - Tore: 5. Wiebe (Hirt, Schwarzenbach) 0:1. 26. T. Gerber (Albrecht, Wyss) 1:1. 33. Ulmer (Burki, Wiebe) 1:2. 47. Albrecht (Schlapbach, Hecquefeuille) 2:2. 48. Ulmer (Feser, Pargätzi) 2:3. 54. Truttmann (Ruhnke, Burki) 2:4. 60. (59:58) Brunner (Wüst, Wiebe/ins leere Tor). – Strafen: 5-mal 2 Minuten plus 1-mal 5 Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe (S. Lindemann) gegen Langnau, 5-mal 2 Minuten plus 1-mal 5 Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe (Bagnoud) gegen Olten.
Langnau:
Croce; K. Lindemann, Hecquefeuille; Müller, Stettler; Flückiger, Currit; Schlapbach; Nüssli, C. Moggi, S. Lindemann; Bucher, DiDomenico, S. Moggi; Haas, A. Gerber, Sterchi; Wyss, Albrecht, T. Gerber.
Olten:
Tobler; Pargätzi, Ganz; Meister, Bagnoud; Schnyder, Wüthrich; Huras, Rampazzo; Burki, Feser, Ulmer; Schwarzenbach, Wiebe, Hirt; Wüst, Studer, Brunner; Lüthi, Ruhnke, Truttmann.
Bemerkungen:
Langnau ohne Rüegg, Zyrd, Rexha, Bärtschi, Gustafsson und Ronchetti (alle krank). Olten ohne Schild, Marolf, Parati, Schneuwly, Weber (alle verletzt) und Aeschlimann (angeschlagen). Albrecht und Ulmer als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. 22. Lattenschuss Burki. Langnau zwischen 59:08 und 59:58 ohne Torhüter.

In der Auswärtspartie des EHC Olten bei den SCL Tigers galt es aufseiten der Gäste gleich zwei Serien zu bestätigen. Zum einen jene des tiefen Gegentorschnitts der letzten Partien (drei Verlusttreffer in den letzten drei Spielen), aber auch jene der weissen Weste aus der letzten Saison. Dreimal waren die Oltner in der Qualifikation in der Ilfis angetreten, und jedes Mal verliessen sie das Emmental als stolzer Sieger. Nach den ersten 20 Minuten war die Tendenz klar: Der EHC Olten hatte den Gegner im Griff und war auf dem besten Weg, beide Serien zu verlängern. Hirt und Nüssli stellten die gegnerische Defensive ein erstes Mal vor Probleme, ehe der erste Treffer fiel, wenngleich die Entstehung zufälliger Art war. Die Angriffsauslösung war eher ein Befreiungsschlag via Bande, der an und für sich misslang – zum Glück. Denn Schwarzenbach reagierte im eigenen Drittel am schnellsten, schickte Hirt auf die Reise, dessen Zuspiel Wiebe, nach einer schönen Körpertäuschung, backhand zum 1:0 versenkte. Truttmann, nach einem schnellen Break in Unterzahl, und Albrecht, in eben dieser Überzahl der Langnauer, hatten kurze Zeit später die Möglichkeit, auf dem Scoreboard für weitere Bewegung zu sorgen, doch sie vergaben wie auch Sterchi nach knapp einer Viertelstunde.

Dazwischen waren die beiden Mannschaften bemüht, doch sie liessen gleichzeitig auch nicht viel zu. Langnau hatte zwar ein paar Abschlüsse zu verzeichnen, jedoch aus ungünstigen Positionen. Entweder standen sie fast zu nahe vor dem bestechend sicher wirkenden Michael Tobler, oder der Winkel war zu spitz. Oder aber, mindestens ein Oltner war zur Stelle und entschärfte die Situation. Bereits die ersten Minuten in Abschnitt zwei zeigten dann aber, dass es durchaus torreicher hätte zu und her gehen können. Zuerst scheiterte Adrian Gerber noch in der ersten Minute knapp an Tobler, dann traf Shayne Wiebe nur die Latte. Als die Langnauer vier Minuten später die Scheibe in ihrem Angriffsdrittel schön und schnell zirkulieren liessen, war dies auch für die aufmerksame Defensive der Gäste zu viel und Tom Gerber glich zum 1:1 aus.

Mit Klasse reagiert
Dann schlug ein erstes Mal die Stunde von Neuzuzug Martin Ulmer. Der 26-Jährige fackelte nach einer Hereingabe von Topscorer Burki nicht lange, und hämmerte die Scheibe zum 1:2 unter die Latte (33.). Die Langnauer ihrerseits standen sich, vor allem in dieser Phase, immer wieder selber im Weg. Zum Beispiel in der 35. Minute, als Kim Lindemann zuerst eine Top-Chance zum Ausgleich vergab, um dann für eine Unbeherrschtheit gegen Meister auf die Strafbank zu wandern. Allgemein machten die Gastgeber zu wenig aus ihren Möglichkeiten, liessen vor dem Tor, aber auch in Gegenstössen, die letzte Konsequenz vermissen.

Und doch kamen sie im letzten Drittel zum Ausgleich. Wie die Oltner jedoch auf den zweiten Ausgleich reagierten, war grosse Klasse: mit dem 2:3 ganze 50 Sekunden später. Niemand schien für Oltens Ulmer zuständig, da zog er, nach dem Motto «Was einmal klappt, funktioniert auch ein zweites Mal» ab – und traf erneut. «Es ist ein super Gefühl, nach über einem Monat ohne Spiel», so der glückliche Doppeltorschütze nach seinen ersten 60 Minuten für den EHCO. «Beim zweiten Treffer sind mir die Verteidiger richtiggehend aus dem Weg gegangen und ich hatte freie Schussbahn.» Von der zu wenig forschen Gangart der Gastgeber profitierte in der 54. Minute auch Marco Truttmann. Von Trainer Scott Beattie von seinen Captain-Pflichten entbunden und von der 1. in die 4. Linie versetzt, schob er die Scheibe lässig an Adrian Gerber vorbei und erwischte Croce mit einem platzieren Flachschuss zur Entscheidung. «Er machte ein wirklich gutes Spiel, spielte ein starkes Boxplay und erzielte einen grossartigen Treffer», meinte Beattie nach der Partie, ohne jedoch ein Wort zum «Fall Truttmann» zu verlieren. Ebenso wenig wollte sich Truttmann selber zu den Umständen seiner Rückversetzung äussern.

Beeindruckt von der Stimmung
Nichts mehr zu melden hatten nach Truttmanns Geniestreich die Langnauer. Die Gäste hielten die Gefahr weit weg vom eigenen Gehäuse und nutzten auch noch ihre letzte Möglichkeit, als Langnau mit einem sechsten Feldspieler agierte, für einen Treffer. Zeigte sich Beattie erfreut darüber, nur zwei Gegentreffer erhalten zu haben, war Ulmer beeindruckt von der Intensität und der Stimmung beim ersten Auftritt in Grünweiss. «Es war ein hochstehendes Spiel, mit vielen Emotionen. Ich habe nicht gewusst, dass es bei diesen Vergleich so hoch zu und her geht.» Wie lange der Doppeltorschütze weiter für die Oltner aufläuft, hat ganz konkret mit der personellen Situation in Biel zu tun. «Definitiv entschieden, wo ich die Saison zu Ende spielen werde, wird im Januar», so Ulmer.

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