Sonntag, 25. Juni 2017

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Nix mehr mit Schiessbude der Liga


Der EHC Olten hat in den letzten Spielen zu seinem Defensivkonzept gefunden.

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Schloss sich in der Defensivkritik nicht aus: Center Rafael Lüthi. (Bild: HR Aeschbacher)

Zehn Gegentreffer in Visp, je deren sechs in Martigny und La Chaux-de-Fonds: Dem EHC Olten war der Saisonstart gründlich missglückt. Doch nach diesen drei Tagen der offenen Tür in der eigenen Defensive hat sich vor allem dieser Bereich massiv gesteigert. Nur noch drei Treffer fanden in den letzten drei Partien den Weg ins Oltner Gehäuse, sogar kein Einziger vergangenen Dienstag gegen das offensivstarke Langenthal. «In den ersten drei Spielen haben wir natürlich viel zu viele Treffer kassiert», weiss auch Rafael Lüthi (25) genau, «auch deshalb haben wir in den letzten Wochen intensiv an unserem Defensivverhalten gearbeitet.» Fortschritte, so Lüthi, hätten insbesondere auch die Stürmer gemacht. «Wenn man zehn Tore kassiert, werden schnell einmal die Verteidiger und der Goalie kritisiert. Dabei haben in diesem und den folgenden Spielen auch die Stürmer nicht gut gearbeitet: Die Flügel hatten ihre Leute nicht im Griff, der Center vernachlässigte den gegnerischen Center in der eigenen Zone.»
 
Begegnet sei man diesen defensiven Mängeln einerseits mit Video-Sequenzen, vor allem aber mit der Arbeit auf dem Eis. «Es gab Trainings, da haben wir gar nicht gross geschwitzt, die waren derart von der Taktik geprägt. Zu diesem Zeitpunkt, in dieser Negativspirale, hat es aber genau das gebraucht.» Wie der Dienstag und das Zu-Null gegen Langenthal gezeigt hat, habe man jedoch Fortschritte erzielt, so Lüthi. «Wir haben das ganze Spiel über praktisch nichts zugelassen.»
 
Mit den besten Erinnerungen
Gegen Langnau wartet heute Abend eine ganz ähnliche Affiche wie bei der Heimpremiere vor vier Tagen. Wieder wartet eine Mannschaft, deren (unbestrittene) Qualitäten eher in der Offensive liegen. Lüthi hofft, dass sein Team an die Defensivleistung aus dem letzten Spiel wird anknüpfen können: «Wenn wir so stehen, wie am Dienstag, wird es für jedes Team schwierig gegen uns. Wenn Langnau zu Hause in einen ‹Flow› kommt, wird es aber natürlich ganz schwer gegen sie.» Einen speziellen Game-Plan verfolge man heute Abend nicht, doch man wisse natürlich schon, dass man als letztjähriger Quali-Sieger der Gejagte der Liga sei. Allerdings sehe man sich mit den beiden SCL und Visp in der NLB auf einer Linie.
 
Hinzu kommen die positiven Erinnerungen aus der letzten Saison. Zusammen mit Visp war man die einzige Mannschaft, welche während der Qualifikation dreimal in Langnau gewinnen konnte. «Da hatten wir eine durchaus positive Bilanz», lacht Lüthi, «zusammen mit den beiden Heimsiegen. Ich hatte auch auswärts nie das Gefühl, verlieren zu können, so gross war das Selbstvertrauen. Auch im letzten Spiel kurz vor den Playoffs, als wir einige Spieler schonten.»
 
Das wird diesmal sicher nicht der Fall sein, denn Coach Scott Beattie wird mit der bestmöglichen Aufstellung ins Emmental reisen. Vielleicht sogar mit einer weiteren (offensiven) Verstärkung (siehe Zweittext), sicher aber mit jenen Akteuren, welche am Dienstag überzeugten. «Die Heimpremiere mit dem Derbysieg, das hat uns Spieler extrem gefreut», gesteht Lüthi, «auch deshalb, weil der Sieg zu keinem Zeitpunkt infrage stand.» Es habe zwar, gibt er zu, im letzten Jahr sicher bessere Derbys gegeben, vor allem spielerisch. In der momentanen Situation zählen für die Oltner aber natürlich in erster Linie die drei Punkte.
 
Dass das Umfeld des Vereins teils ziemlich kritisch auf den miserablen Saisonbeginn reagiert hat, dafür hat Rafael Lüthi volles Verständnis. «Die Kritik war mehr als nur richtig, wir selber sehen uns auch nicht gerne in jener Tabellenregion, in welcher wir uns momentan befinden. Wir wollen nach oben, ganz nach vorne.» Die drei Spiele ganz zu Beginn, gegen diese Teams zumal, könne man durchaus verlieren, so Lüthi, «aber nicht auf diese Art und Weise.» Hektik sei aber zu keinem Zeitpunkt aufgekommen innerhalb der Mannschaft, versichert Lüthi: «Wir haben gewusst, dass das nicht das Olten ist, das wir uns gewohnt sind.» Zur Veranschaulichung, wie eng zu diesem Zeitpunkt noch alles beisammen liegt: Gewinnt der EHCO heute gegen Tabellenführer Langnau, beträgt der Rückstand gerade einmal noch einen Verlustpunkt. von Michael Forster

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