Sonntag, 25. Juni 2017

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Marco Truttmanns grosse Rehabilitation


Der EHC Olten rückt mit dem 5:4-Sieg über Ajoie auf den dritten Tabellenrang vor.

BILDER
Romano Pargätzi (91) lenkt vor Torhüter Mischler die scharfe Hereingabe von Martin Ulmer zum 5:4-Schlussstand ab. (Bild: ae)

 Olten – Ajoie 5:4 (2:3, 2:0, 1:1)

Kleinholz. – 3808 Zuschauer. – SR: Clément; Bürgi, Obwegeser. – Tore: 2. Burki (Wüst, Meister) 1:0. 8. (7:28) Horansky (Cloutier, Barras) 1:1. 9. (8:09) Primeau (Zigerli, Mäder) 1:2. 9. (8:29) Mäder (Primeau) 1:3. 19. Ganz (Ulmer, Truttmann) 2:3. 31. Truttmann (Schwarzenbach, Brunner/Ausschluss Horansky) 3:3. 32. Truttmann (Ganz/Ausschluss Wüst!) 4:3. 44. Kummer (Erard, Frossard) 4:4. 56. Pargätzi (Ulmer, Feser/Ausschluss Cloutier) 5:4. – Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Olten, 4-mal 2 Minuten gegen Ajoie.

Olten: Tobler; Ganz, Pargätzi; Bagnoud, Meister; Rampazzo, Schnyder; Ulmer, Feser, Truttmann; Hirt, Wiebe, Schwarzenbach; Burki, Brunner, Wüst; Ruhnke, Wüthrich, Lüthi.

Ajoie: Mischler; Casserini, Tanner; Barbero, Orlando; Vermeille, Mettler; Erard, Amstutz; Horansky, Cloutier, Barras; Beauregard, Portmann, Tuffet; Primeau, Mäder, Zigerli; Kummer, Frossard, Mosimann.

Bemerkungen: Olten ohne Marolf, Schild, Parati, Schneuwly, Weber (alle verletzt), Aeschlimann (angeschlagen), Studer (krank) und Huras (aus Probevertrag entlassen). Ajoie ohne Hauert, Ryser und Pouilly (alle verletzt). Ajoie von 59:20 bis am Schluss mit sechstem Feldspieler anstelle des Torhüters. Truttmann und Mäder als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet.

Der EHC Olten ist ganz dick zurück im NLB-Geschäft. Nach dem vierten Erfolg in Serie gegen Ajoie (5:4) hat er nicht nur die Gegner dieser Woche in der Rangliste überholt, sondern auch den SC Langenthal, der sich gestern gegen die GCK Lions eine 3:5-Blösse leistete. Dass die Oltner im neuen eigenen Stadion verlustpunktlos blieben, hing allerdings an einem seidenen Faden. Mann des Spiels war Marco Truttmann, der nach seinem Aufstieg in die erste Linie zwei Tore und einen Assist buchte. «Die Saison ist noch jung», versprach der ehemalige NLB-Topscorer den eigenen Fans ein weiteres Anknüpfen an alte Zeiten. «Wir müssen allerdings froh sein, dass wir am Ende noch drei Punkte holten», sagte Neo-Topscorer «Trutti» andererseits ganz realistisch. Dies sei nach einem 1:3-Rückstand nach achteinhalb Minuten und angesichts der gegnerischen Schlussoffensive in Überzahl nicht selbstverständlich.

Obwohl das letzte Spiel nur gerade 48 Stunden zuvor im Kleinholz über die Bühne gegangen, stand das Oltner Aufgebot im Zeichen einiger Rochaden. «Never change a winning team» galt diesmal weder für den standardmässigen Goaliewechsel zwischen Thomas Bäumle und Michael Tobler noch für diverse anderen Positionen. Truttmann, der sich in Langnau plötzlich in der vierten Linie wiederfand, feierte einen Aufstieg in die Paradeformation. Daraus wechselte Topscorer Codey Burki in die dritte Linie, wo Thomas Studer krankheitshalber fehlte. Martin Wüthrich wiederum stopfte als vormaliger Verteidiger die durch Truttmann hinterlassene Lücke in der vierten Linie. Nicht kleiner wurde dadurch die Unterbesetzung in der Defensive, zumal Ryan Huras als möglicher siebter Mann nicht mehr zur Verfügung stand. Der 23-jährige Kanadier mit Schweizer Lizenz, der zuletzt nicht mehr zum Einsatz gekommen war, stieg auf eigenen Wunsch per sofort aus seinem Probevertrag aus.

61 Sekunden vom 1:0 zum 1:3

Auf der anderen Seite überraschte der HC Ajoie mit dem Comeback von Matthias Mischler als Torhüter. Da der SC Bern gestern spielfrei war, verstärkte die Nummer 2 der Bundesstädter wieder ihren früheren Verein. Den Einstieg hätte sich der 24-jährige Keeper aber bestimmt besser vorgestellt: Burki erwischte den Schlussmann nach bloss 71 Sekunden in der nahen Ecke, als viele einen Pass ins Zentrum erwartet hatten. Die schnelle Führung war nicht die einzige Parallele zum Dienstagsmatch gegen Martigny. Dass das Spiel bald wieder auf die andere Seite kippte, war ein weiteres Déjà-vu, bloss diesmal trauten die einheimischen Fans ihren Augen noch viel weniger.

Ein defensiver Blackout führte dazu, dass die Jurassier innert 61 Sekunden gleich dreimal scoren konnten. Zuerst umkurvte Stanislav Horansky in der 8. Minute die ganze Versammlung vor Toblers Kasten und schoss hoch zum 1:1 ein, dann lenkte Josh Primeau einen Weitschuss zum 1:2 ab, und zuletzt wurde der in der Mitte allein auftauchende Stefan Mäder so genau angepeilt, dass er keine Mühe hatte, das 1:3 zu buchen. Aus heiterem Himmel kam diese Wende nicht, die nummerische Überlegenheit der Ajoulots bei den Abschlussversuchen hätte Olten eine Warnung sein müssen. Aber offenbar vertrauten die Gastgeber allzu sehr darauf, dass Tobler wie zu Beginn des Spiels mit mitunter mirakulösen Interventionen den Kasten weiterhin rein halten könnte.

Mischler vertändelt den Puck

Olten besann sich in der Folge wieder seiner Konzentrationsfähigkeit und verkürzte noch vor der ersten Pause durch Fabian Ganz auf 2:3. Im Mittelabschnitt behielt es die Fäden zunehmend besser in den eigenen Händen, obwohl die Gäste nach wie vor ein Plus an Schüssen verzeichneten. Doch abgesehen von einem gescheiterten Solo von Thimothé Tuffet in der 26. Minute erarbeiteten sich nun die Oltner die besseren Möglichkeiten. In der zweiten Überzahlsituation benötigten sie lediglich acht Sekunden, um durch Truttmann zum 3:3 auszugleichen. Als sich postwendend den Jurassiern eine Powerplaychance bot, kam es für die Gastgeber gar noch besser: Keeper Mischler verlor hinter dem eigenen Gehäuse die Scheibe und derselbe Truttmann kam ohne weiteren Gegenspieler zum billigst möglichen Shorthander.

Der verhängnisvolle Puckverlust war beileibe noch nicht die Vorentscheidung gegen Ajoie. Die Auswärtigen glichen in der 44. Minute nochmals aus, weil es die Oltner verpasst hatten, die Gunst der Stunde zu einer weiteren Mouche zu nützen. Dass dem Tor Dario Kummers ein individueller Fehler vorausging, passte zur mangelnden Konsequenz, welche der EHCO zwischendurch immer wieder an den Tag legte. Günstig wirkte sich dafür für die Oltner die (relative) Powerplaystärke aus: Als der Kanadier Cloutier in der 56. Minute in der Kühlbox sass, brachte Romano Pargätzi die Platzherren wieder in Front. Mit dem 5:4 im Rücken blieb es jedoch eng, zumal Headschiedsrichter Clément 76 Sekunden vor der dritten Sirene noch Christopher Bagnoud des Eises verwies. In den letzten 40 Sekunden rannten die Ajoulots mit sechs gegen vier Mann Richtung Tobler, konnten aber keine Verlängerung mehr erzwingen.

 

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