Mittwoch, 23. August 2017

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«Das neuste Angebot zeigt das Vertrauen»


EHC-Olten-Assistenztrainer Dino Stecher äussert sich im Interview über den Konkurs des EHC Basel und die Möglichkeit, in Olten neu anzufangen.

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Nun kann Dino Stecher, als Assistent von EHCO-Trainer Scott Beattie, seine Anweisungen wieder an der Oltner Bande geben. (Bild: Bruno Kissling)

Sie haben letzte Woche vom EHC Olten einen Dreijahresvertrag erhalten. Entspricht dieser ganz Ihren Vorstellungen oder mussten Sie gewisse Kompromisse eingehen?
Dino Stecher: Nein, er entspricht voll meinen Vorstellungen. Es ist ein faires Angebot, welches mir vorliegt. Es ist noch nicht unterschrieben, aber dem steht nichts im Weg. Der Entscheid ist gefallen, dass ich hier bleiben und den Vertrag annehmen werde. Es geht einzig noch um die Details. 

Die Rede ist von zusätzlichen Aufgabenbereichen, um die zweiten 50 Prozent ausfüllen zu können. Um was für Bereiche handelt es sich genau? 
Ich mache den Assistenztrainerjob sowie jenen des Goalietrainers, zudem betreue ich den Off-Ice-Bereich, das sind ganz klar die Hauptaufgaben. Der Rest zieht sich in den Nachwuchs und in Richtung Betreuung/Beratung.

Sie waren auch in Biel im Gespräch und wurden als Nachfolger von Gerd Zenhäusern als Assistent von Kevin Schläpfer gehandelt. Wie konkret war das?
Das war sehr konkret. Als die Anfrage kam, war für mich klar: Das nehme ich an, zumal in meiner Situation in Olten, mit der 50-Prozent-Anstellung. Das heisst, es war eine mündliche Zusage da, eine Bereitschaft, allerdings hatte ich zu diesem Zeitpunkt meinen Arbeitgeber weder informiert noch hatte ich die rechtliche Vertragssituation geklärt. Als dann vorletzten Mittwoch das Ganze konkreter wurde und eine offizielle Anfrage kam, suchte ich am Donnerstag mit Olten das Gespräch. Am Tag darauf lag dann die Offerte von Olten vor. Nach einem weiteren Gespräch wusste ich, dass ich in Olten bleiben würde.

Erste Priorität hatte demnach Olten.
Sie haben mir, nach dem Debakel in Basel, die Möglichkeit gegeben, 50 Prozent zu arbeiten, also im Geschäft zu bleiben. Das neuste Angebot zeigt auch das Vertrauen, welches sie haben und die Wertschätzung für die damalige Arbeit sowie auch die jetzige. Zudem verfolgt man in Olten konkrete Ziele, es sind mehr Gelder vorhanden als damals, als ich hier als Trainer arbeitete, man hat ein talentiertes Team, ein umgebautes Eisstadion mit einer modernen Infrastruktur. Das alles zeigt die Bereitschaft, wohin man eigentlich will – ohne, es konkret so zu sagen. Man spürt, wohin der Club will. Das ist eine riesige Challenge, da mitzuhelfen. Ich war immer einer, der gerne zuoberst war; ich glaube an den Weg, den Olten gehen will.

Und doch: Es brauchte offensichtlich die Anfrage respektive den Druck aus Biel, damit das Pensum auf 100 Prozent erhöht wurde. Hat Sie das nicht ein wenig gewurmt?
Das ist einerseits ein Teil des Business,, andererseits hat Olten ein Budget, und darin müssen sie sich bewegen. Und es hatte eine Vergangenheit, vielleicht waren da auch noch Unsicherheiten...

...die konnten Sie aber offensichtlich in dieser kurzen Zeit ausräumen.
Die waren schon ausgeräumt. Der Sport ist derart schnelllebig. Klar zieht man jeweils noch ein bisschen was mit, doch das geht ein halbes Jahr, Maximum ein Jahr – das ist vorbei. Ich sage, es war eine Frage des Budgets. Es wird wohl auch weiterhin bei diesen 50 Prozent bleiben, weil das Budget, zum jetzigen Zeitpunkt, nicht mehr zulässt.

Vor Ihrem Wechsel nach Basel waren Sie Assistent in Biel, jetzt in Olten. Nähern sich diese beiden Jobs, dem Ligaunterschied zum Trotz, langsam an, oder sind es doch noch zwei verschiedene Paar Schuhe?
Ich glaube, der Verein hat realisiert, dass Vieles stimmen muss, um das Thema Aufstieg in Angriff zu nehmen. Man ist auf bestem Weg, aber man ist noch nicht dort. Klar, jetzt hat man eine tolle Infrastruktur, aber man darf nicht das Gefühl haben: «Toll, jetzt haben wir die neue Halle, jetzt wird alles gut.» Es braucht schon noch mehr Substanz. Natürlich hat man jetzt auch einen Sportchef, aber auch er braucht Zeit, sich einzuarbeiten, die Zukunft zu planen und ein Fundament zu schaffen.

Sie waren Assistent in der NLA, Headcoach in der NLB – jetzt verpflichten Sie sich für drei Jahre in der NLB als Assistent. Haben Sie nicht ein wenig Bedenken, sich damit für längere Zeit aus dem Gespräch zu nehmen?
Das sind Gedanken, welche ich mir natürlich auch gemacht habe. Bis jetzt machte ich immer eine Art Karriereplan. Der Konkurs in Basel war das erste Mal, dass etwas passierte, das nicht planbar war. Das gab mir extrem zu denken, denn eigentlich lief alles nach Plan. Deshalb kann ich heute auch sagen, dass in drei Jahren wieder so viel passieren kann. Ich weiss nicht, ob es heute für meine Karriere gut ist oder weniger gut – es kann so viel passieren: Wir können zum Beispiel nächstes Jahr aufsteigen, oder zu einem späteren Zeitpunkt.

Dann wären Sie auf einen Schlag wieder Assistent in der NLA.
Genau. Ein Argument, welches auch für Olten sprach: Ich hatte zuletzt schon ein wenig viel Bewegung, ich ging nach Basel, die gingen Konkurs. Dann kam ich nach Olten, um bereits weiter nach Biel zu gehen – irgendwann wird man auch ein wenig müde. Jetzt hingegen habe ich drei Jahre Zeit, mich voll auf die Arbeit in Olten zu konzentrieren, und: Es passt mir hier wirklich sehr gut. Es stimmt alles, das ist mir, in diesem Moment, wichtig. Zudem ist Olten noch immer mein Heimklub.

Hält das frisch sanierte Kleinholz den Vergleich mit der St. Jakob-Arena in Basel stand?
Basel ist ein tolles Stadion, hat aber auch seine Schwachpunkte. Alles in allem haben wir hier in Olten heute eine sehr gute Infrastruktur. Doch wie das Beispiel Basel gezeigt hat: Die Halle alleine reicht nicht. Die Darbietung auf dem Eis zählt. von Michael Forster

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