Mittwoch, 26. April 2017

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Souveränes Boxplay ebnet Weg zum Sieg


Der EHC Olten gewinnt beim Schlusslicht Ajoie ziemlich stilsicher mit 5:2.

BILDER
Shayne Wiebe (Mitte) trifft in Unterzahl zum 3:2 für den EHC Olten, just eine Sekunde vor Ablauf der Strafe gegen Ruben Rampazzo. (Bild: Yann Schlegel)

Ajoie – Olten 2:5 (2:2, 0:1, 0:2)
Voyeboeuf, Pruntrut. – 1674 Zuschauer. – SR: Erard; Kehrli, Schüpbach. – Tore: 14. Schwarzenbach (Pargätzi, Truttmann) 0:1. 15. Wiebe (Hirt, Wüst) 0:2. 17. Horansky (Mettler) 1:2. 18. Barras (Lemieux, Casserini) 2:2. 35. Wiebe (Aeschlimann, Hirt) 2:3. 44. Truttmann (Meister) 2:4. 56. Wüst (Wiebe) 2:5. – Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Ajoie, 7-mal 2 Minuten gegen Olten.
Ajoie: Rochow; Casserini, Tanner; Barbero, Orlando; Vermeille, Mettler; Erard; Kummer, Lemieux, Barras; Beauregard, Portmann, Horansky; Amstutz, Mäder, Zigerli; Mosimann, Frossard, Tuffet.
Olten: Bäumle; Ganz, Pargätzi; Bagnoud, Meister; Aeschlimann, Parati; Schnyder, Rampazzo; Truttmann, Feser, Schwarzenbach; Hirt, Wiebe; Brunner, Studer, Wüst; Ruhnke, Wüthrich, Lüthi.
Bemerkungen: Ajoie ohne Cloutier, Hauert, Ryser, Primeau und Pouilly (alle verletzt). Olten ohne Burki, Marolf, Schild, Parati, Schneuwly und Weber (alle verletzt). Barras für 700. Spiel mit Ajoie geehrt. Barras und Truttmann als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet.

Der EHC Olten stand am Sonntag nicht in der Gunst des Schiedsrichtertrios und trug trotzdem mit einem 5:2-Erfolg ziemlich überzeugend drei Punkte aus der Ajoie heim. Matchwinner für die mit Ausschlüssen siebenmal härter belegten Oltner war Shayne Wiebe, der sich zwei Tore und einen Assist auf seinem Konto gutschrieb. So leicht wie die beiden ersten Tore fielen den Oltnern in dieser Saison allerdings noch nicht viele Mouchen ins Netz. Die wegen des zusätzlich ausgefallenen Codey Burki nur mit elf Angreifern operierenden Gäste hatten nach dem ersten jurassischen Powerplay den Druck der Einheimischen abgeschüttelt und kamen noch nicht mit einer grossen Chancengeschichte im Rücken durch Diego Schwarzenbach in der 14. Minute zur Führung. Blosse 20 Sekunden später doppelte Wiebe nach: Die offensichtlich noch deroutierten Gastgeber hatten dem Kanadier auf der rechten Seite vor ihrem Kasten volle Bewegungsfreiheit gelassen.

Der eher überraschende Doppelschlag stärkte nicht unbedingt die defensive Aufräumarbeit bei den Oltnern. In der 17. Minute umkurvte Thomas Mettler das Gehäuse von Thomas Bäumle und Stanislav Horansky vollendete zum Anschlusstreffer. Steven Barras, der gestern seinen 700. Einsatz im Dress der Ajoulots verzeichnete, wollte zur Feier des Tages nicht hinter seinen statistischen Durchschnittswerten zurückstehen. Nach 302 Toren und 364 Assists versenkte der linke Flügelstürmer in der 18. Minute einen von ihm verursachten Abpraller von Bäumle im Nachfassen zum 2:2. Wenig hatte zuvor gefehlt, und statt des Ausgleichs wären die Oltner zu einer postwendenden Reaktion gekommen: Philipp Wüst erlief sich nämlich blitzschnell im Gegenstoss die Scheibe, scheiterte aber bei seinem Versuch zum 1:3 an Keeper Sascha Rochow.

Mit cleverem Spiel im Vorteil
Im Mitteldrittel sah sich Ajoie im Schlagabtausch mit reichlich einseitig verteilten Strafen befeuert. Doch die vom Headschiedsrichter hart angefassten Oltner überstanden alle Unterzahlsituationen mit einem cleveren Boxplay schadlos. Nach zwei auffälligen Szenen von Remo Hirt, einer guten Möglichkeit von Schwarzenbach und einer Shorthander-Option von Adrian Brunner buchte Wiebe auf Zuspiel von Hirt ins Zentrum das 2:3. Als Ruben Rampazzo und Romano Pargätzi gleich im Doppelpack die Strafbank aufsuchen mussten, besass Ajoie die goldene Chance wieder gleichzuziehen. Doch die Jurassier sahen bloss die Zeit zerrinnen, ohne Zählbares erwirtschaften zu können.

Spätestens von diesem Zeitpunkt an neigte sich die Waagschale in dieser Partie langsam, aber stetig auf die Oltner Seite. Auf der Resultattafel sollte sich die eindeutige Kräfteverteilung aber erst im letzten Drittel niederschlagen. In der 44. Minute gelang Marco Truttmann mit dem gezielten Abfälschen der Schussbahn des Pucks das 2:4. Der Topscorer, der zehn Tage zuvor im Kleinholz beim ersten Aufeinandertreffen mit zwei Toren den Unterschied ausgemacht hatte, war damit für die Vorentscheidung besorgt.

Den Sieg sicher heimgelaufen
Die Pruntruter leisteten zwar auch im letzten Abschnitt aufopfernd viel Laufarbeit und für optisch fast ausgeglichene Verhältnisse, doch ihre echten Torchancen machten sich rar. Olten konnte es sich unter diesen Umständen leisten, dass auch sein erstes und einziges Powerplay nicht gerade augenfällig war. Dafür belohnten die Gäste ihre mitgereisten Fans mit einem wunderschönen Tor zum 2:5-Endstand. Wiebe schlug einen «Zuckerpass» durch die Mitte auf den enteilten Wüst, und was dem linken Flügel im ersten Teil noch misslungen war, wurde nun Tatsache. Mit einem souveränen Schuss in die Ecke liess er Rochow keine Abwehrmöglichkeit. Als der Goalie der Einheimischen in der 56. Minute einen zu riskanten Ausflug unternahm, bestrafte dies Raffael Lüthi beinahe noch mit einem Weitschuss zum 2:6. von Jürg Salvisberg 

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