Dienstag, 28. März 2017

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«Er kann mit Verlusten rechnen»


Simon Schnyder kennt das Rezept für einen guten Boxplay-Spieler – logisch: Beim EHC Olten ist er jener Spieler, der am wenigsten Gegentreffer zulässt.

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Wenn er sich hinstellt, hat der Gegner meist wenig zu Jubeln: Simon Schnyder zwischen EHCO-B-Lizenzler Martin Ulmer (links) und Marco Truttmann. (Bild: Hansruedi Aeschbacher)

EHC Olten mit Robin Leone
Robin Leone, 21-jähriger Stürmer der Kloten Flyers, wird dem EHCO heute im Cup-Achtelfinal in Langnau (Spielbeginn 19.45 Uhr) zur Verfügung stehen, womit Coach Scott Beattie zumindest auf vier komplette Angriffsformationen zurückgreifen kann. Das heisst, dass Codey Burki den Cup-Fight gegen den aktuellen NLB-Leader verpassen wird. Der 184 cm grosse Rechtsschütze Leone wird mit einer B-Lizenz bis auf Weiteres in Olten spielen, kann von den Flyers aber jederzeit zurückbeordert werden.

Sagt Ihnen der Name Michael Neininger, im Zusammenhang mit dem Boxplay des EHCO, irgendetwas?
Simon Schnyder:
Ehrlich gesagt, nein … 

Er war der Einzige, welchem gegen den EHCO in Unterzahl in den letzten knapp 540 Minuten oder 9 Spielen ein Tor gelang.
An diese Situation mag ich mich nicht speziell erinnern, es hat sich nicht «eingebrannt» bei mir (lacht).

Können Sie sich denn noch an Ihre beiden Boxplay-Gegentreffer der laufenden Saison erinnern?
Es gibt schon so Situationen, die einem bleiben. Einer war, wenns mir recht ist, schön herauskombiniert. Die meisten solche Situationen sind mir aber nicht mehr präsent, denn, über eine ganze Saison, kriegt man schon den einen oder anderen Gegentreffer (schmunzelt). Einer ist mir hingegen geblieben, das war letzte Saison in Visp. Da zeigte Kowalew bei Fünf gegen drei einen Flippass an. Ich dachte noch, «Was macht der, er zeigt den Pass ja noch an». Doch der kam perfekt, und dann lag der Puck im Tor. Solch spezielle Situationen bleiben schon länger haften.

Was zeichnet einen guten Boxplay-Spieler aus?
Er kann Schüsse blocken, und er kann mit Verlusten rechnen. Denn man kriegt schon relativ viele Schüsse ab.

Was haben Sie denn bereits für Verluste erlitten?
Sicher einmal ziemlich viele Prellungen, dann, vor zwei Jahren, kriegte ich einen Puck genau ans Knie, welches stark anschwoll. Gebrochen habe ich zum Glück noch nichts, zu meiner Juniorenzeit dafür auch einmal einen Puck ins Gesicht erhalten.

Die Gegenfrage: Was macht einen guten Powerplay-Spieler aus? Kowalew scheint, oder schien ein solcher zu sein.
Genau – wenn sie mit Übersicht spielen vor allem. Es gibt zwei verschiedene Arten Powerplay: Entweder man hat einen Spielmacher, oder man schiesst von oben. Bei Letzterem kann man noch eher in eine Schusslinie stehen. Wenn der Gegner jedoch einen super Spielmacher hat, ist es manchmal schwierig, die Passlinie wegzunehmen. 

Wie schaut es beim heutigen Gegner aus, den SCL Tigers? Verfügen sie über gute Powerplay-Spieler?
Sie haben Thomas Nüssli, der sackstark schiessen kann von oben. Und sie haben ein paar Techniker, die auch im Powerplay das Spiel aufziehen können. 

Ist das Powerplay der Langnauer denn auch wirklich gut? Im ersten Spiel in dieser Saison habt ihr immerhin sechs Minuten Unterzahl schadlos überstanden.
(lacht) Sie hätten die Spieler dazu, doch das kennen wir selber: manchmal läufts, manchmal weniger. Das Spielermaterial ist bei ihnen zweifellos vorhanden. Da gilt es, aufzupassen, und ein gutes Boxplay zu spielen.

Gegen welche Mannschaft ist es in Unterzahl am schwierigsten?
Nun, sicher gegen Chaux-de-Fonds mit Neininger (lacht). Nein, das kann man nicht so generell sagen, das kommt auch ein wenig auf die Tagesform an und die Spieler, wie die so drauf sind. Wenns einem Team läuft, dann klappt meistens auch das Powerplay.

Wie erwähnt: In den letzten knapp neun Spielen habt ihr nur gerade einen Gegentreffer in Unterzahl zugelassen. Weshalb läuft es so gut? Legt Scott Beattie besonderen Wert auf diesen Bereich? 
Eigentlich nicht. Vor einem Spiel wird aber sicher analysiert, wie der Gegner spielt. Und im Training, wenn wir Powerplay spielen, bin ich jeweils in der Box engagiert – schliesslich bin ich kein Powerplay-Spieler (lacht). Da lernt man auch viel.

Könnte eine gute Box auch heute der Schlüssel zum Erfolg im Cup sein?
Mit der grösseren Zone ist es sicher so, dass Power- und Boxplay wichtiger geworden sind – und werden. Häufig entscheiden deshalb sicher diese Special Teams eine Partie.

Apropos grössere Zone: Ist es für die verteidigende Mannschaft tatsächlich schwieriger geworden? Denn Ziel der Vergrösserung war ja, dass es mehr Treffer gibt – doch das scheint (noch) nicht der Fall. 
Am Anfang war es schwieriger, denn vor allem die Verteidiger hatten im Angriffsdrittel mehr Platz. Gleichzeitig ist es aber für den Stürmer schwieriger, denn er hat die weiteren Wege. Für die Verteidiger hingegen hat sich nicht viel geändert, es kommen mehr Schüsse von oben, das hat geändert. Die Stürmer scheinen sich jetzt langsam an die neue Situation gewöhnt zu haben, doch mir scheint es auch nicht, dass es deswegen mehr Tore gibt.

Das heisst, das Ziel wurde, bislang, nicht unbedingt erreicht. 
Nein (lacht).

Ihr hattet in der letzten Saison um den Jahreswechsel ebenfalls eine starke Boxplay-Phase mit acht Spielen und bloss einem Gegentreffer. Sind diese beiden Perioden, vor allem die Auftritte in Unterzahl, miteinander zu vergleichen?
Das ist schwierig zu sagen, ein Vergleich ist fast nicht möglich. Das ist sehr situationsabhängig …

… und manchmal braucht es ganz einfach ein wenig Glück, keinen Treffer zu erhalten.
Ja, das ist so. Vor allem, wenn der Goalie auch noch gut mitspielt, wie zum Beispiel im letzten Match. Da spielten wir ein Drei gegen Fünf, und unser Torhüter Thomas Bäumle hielt sämtliche Schüsse auf sein Tor. Doch klar: Wenn einer platziert schiesst bei Drei gegen Fünf, dann hat man keine Chance, dann geht die Scheibe rein. Doch das muss man auch akzeptieren. Wir versuchen ganz einfach, dem Gegner das Toreschiessen so schwierig wie möglich zu machen. von Michael Forster

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