Sonntag, 28. Mai 2017

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Der erste Biss der Tigers tut weh


Der EHC Olten unterliegt den SCL Tigers zum ersten Mal nach deren Rückkehr in die NLB und scheidet aus dem Schweizer Cup aus.

BILDER
Neuzugang bringt Hoffnung zurück: Robin Leone (Mitte) befördert die Scheibe zum 2:2-Ausgleich für den EHC Olten in die Maschen. (Bild: Yann Schlegel)

Langnau – Olten 3:2 n.V. (0:0, 2:0, 0:2, 1:0)
Ilfis. – 3246 Zuschauer. – SR: Mandioni/Wirth, Bürgi/Espinoza. – Tore: 24. T. Gerber (Stettler) 1:0. 30. Hecquefeuille (K. Lindemann, C. Moggi/Ausschlüsse Feser, Pargätzi) 2:0. 44. Ganz (Feser, Wüst) 2:1. 51. Leone (Feser, Wiebe/Ausschluss Zryd) 2:2. 64. Nüssli (DiDomenico) 3:2. – Strafen: 6-mal 2 Minuten plus 10-Minuten-Disziplinarstrafe (Ronchetti) gegen Langnau, 6-mal 2 Minuten gegen Olten.
Langnau: Ciaccio; K. Lindemann, Hecquefeuille; Müller, Stettler; Ronchetti, Zryd; Flückiger, Bandiera; S. Lindemann, C. Moggi, T. Gerber; Bucher, DiDomenico, Nüssli; Haas, A. Gerber, Haberstich; Wyss, Albrecht, Schlapbach.
Olten: Tobler; Pargätzi, Ganz; Meister, Bagnoud; Parati, Aeschlimann; Rampazzo, Schnyder; Wüst, Feser, Truttmann; Schwarzenbach, Wiebe, Hirt; Brunner, Studer, Leone; Lüthi, Wüthrich, Ruhnke.
Bemerkungen: Langnau ohne Rexha, Bärtschi, Gustafsson, S. Moggi, Sterchi und Rüegg (alle verletzt); Olten ohne Schild, Marolf, Schneuwly, Weber, Burki (alle verletzt) und Ulmer (Biel). Ciaccio und Wüst als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. 20. Pfostenschuss Wiebe.

Wäre es nämlich nach den letzten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften in der Ilfis gegangen, so hätte der EHC Olten als klarer Sieger vom Eis gehen müssen. In sämtlichen vier Versuchen erzielten die Gäste fünf Treffer, während die Langnauer jeweils nicht über deren zwei resp. drei hinauskamen. Das kamen sie zwar auch am Mittwochabend beim Achtelfinalduell im Rahmen des Schweizer Eishockey-Cups nicht, doch diesmal reichte es zum äusserst knappen Sieg gegen den EHC Olten. Es lief die 4. Minute der Verlängerung, als sich die Gäste im Rückwärtsgang überlaufen liessen, und Thomas Nüssli alleine vor dem Tor mit seinem 3:2 zum ultimativen Matchwinner wurde. «Ich hätte gerne zu Hause einen starken NLA-Verein empfangen», trauerte Best Player Philipp Wüst nach nervenaufreibenden gut 63 Spielminuten der verpassten Chance eines lukrativen Heimauftritts im Viertelfinal nach. «Am Ende waren wir nahe dran, dank unseres Riesenefforts im letzten Drittel, in der Verlängerung kann erfahrungsgemäss alles passieren.»

Cup-Affiche mit Anlaufzeit 
Nicht nur der Schluss der Partie hätte durchaus einen Sieg der Gäste vermuten lassen können, auch zu Beginn hielten die Oltner gut mit und konnten sich auf das Prunkstück ihrer letzten Auftritte, das Boxplay, verlassen. Den grössten Druck vermochten die SCL Tigers jedoch bei Vollbestand gegen Drittelsende zu erzeugen. Michael Tobler im Tor des EHCO hielt aber jene Pucks, welche nicht nur gefährlich vor dem Tor hindurch glitten, sondern auf ihn abgefeuert wurden, bestechend sicher. Klar am nächsten am ersten Treffer der Partie, welche den nötigen Pfeffer eines Cup-Fights lange Zeit vermissen liess, waren jedoch die Gäste in der Person von Shayne Wiebe. Der Kanadier, der zuletzt in der Ajoie zweimal getroffen hatte, scheiterte in der 20. Minute am Innenpfosten. Fünf Minuten zuvor war es Remo Meister, welcher, von der Strafbank kommend, alleine vor Tigers-Hüter Damiano Ciaccio exakt in dessen gut positionierte Fanghand zielte.

Dass die erste Führung dann aber doch auf das Konto der Einheimischen ging, war das Verdienst des Duos Martin Stettler/Tom Gerber. Ersterer zog ab, Letzterer lenkte so geschickt ab, dass Tobler zum 1:0 geschlagen war. Und beinahe hätte es, nur gerade eine Minute später, schon 2:0 geheissen, doch Tigers-Topscorer DiDomenico liess seine Möglichkeit aus. Auf der anderen Seite wurde Wüst, praktisch im Gegenzug, im letzten Moment daran gehindert, auf das leere Tor zu schiessen. Es war also auf einmal etwas los auf dem Eis, mit optischen Vorteilen aufseiten der Gastgeber. Diese prüften Tobler in regelmässigen Abständen, während die Gäste viel weiter weg schienen von ihrem ersten Treffer. Ihnen fehlte in dieser Phase einer, der das Heft in die Hand genommen hätte, anstatt den einen Haken zu viel oder den Umweg in Richtung Ecke, mit voller Kraft auf das gegnerische Tor marschiert wäre und erfolgreich abgeschlossen hätte. 

Neuzugang sogleich auffällig
Beim letzten Aufeinandertreffen erfüllte diesen Job Martin Ulmer. Doch während der Doppeltorschütze längst wieder für Biel in die Hosen steigt, übernahm am Mittwochabend quasi Robin Leone dessen Part, der mit einer B-Lizenz von den Kloten Flyers zum EHCO gestossen ist. Der erst 21-Jährige blieb im ersten Drittel seiner Premiere in Weissgrün eher unauffällig, hatte dann aber, in der dritten Linie an der Seite von Thomas Studer und Adrian Brunner, im mittleren Abschnitt einige gute Momente, ehe er in seinem allerersten Powerplay-Einsatz in der 51. Minute zuschlug. Fabian Ganz hatte mit seinem Treffer nach gut 43 Minuten wieder etwas Hoffnung ins Spiel der Gäste zurück gebracht, ehe, endlich, auch das Überzahlspiel funktionierte. Wiebe und Feser lieferten die Vorlage, Leone vollstreckte im Slot zum 2:2-Ausgleich. Hätte Doppel-Assistgeber Feser unmittelbar im Anschluss nach einem genialen Pass Truttmanns noch etwas genauer gezielt, so wäre die Partie innert acht Minuten gar komplett gekehrt.

Die Oltner hatten jetzt spürbar Oberwasser, versprühten auf einmal jenen Drang aufs Tor, welchen sie zuvor lange hatten vermissen lassen. Und beinahe hätte Robin Leone in Sachen Toren noch vor Ablauf der regulären Spielzeit mit seinem B-Lizenz-Vorgänger Ulmer gleichgezogen, scheiterte in der 59. Minute aber an Ciaccio. «Am Ende hatten die Langnauer das Glück auf ihrer Seite», konstatierte der Neo-Oltner folgerichtig, denn es waren die Gäste, welche auch in der Verlängerung mehr vom Spiel hatten – bis zu besagter 64. Minute. von Michael Forster

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