Mittwoch, 26. April 2017

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«Wir sind nicht eine Woche auf der faulen Haut gelegen»


Der EHC Olten steigt heute Dienstag beim Erzrivalen SC Langenthal nach zehn Tagen Pause wieder in die Meisterschaft ein.

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Zum ersten Mal seit Ende September kann Cédric Schneuwly nach seiner Schulterverletzung in der Meisterschaft wieder für den EHC Olten mittun. (Bild: Hr. Aeschbacher)

Wenn im Spitzeneishockey von einer Pause die Rede ist, dann muss das relativiert werden. Meisterschaftspause ja, Trainingspause nein, bestätigt Cédric Schneuwly, schliesslich ist der 22-Jährige einer von nicht wenigen Profis beim EHC Olten: «Wir sind nicht eine Woche auf der faulen Haut gelegen – wir können gar nicht so lange ruhig sitzen», sagt der Center lachend, der auch in den vier trainingsfreien Tagen unmittelbar nach dem siegreichen Auswärtsspiel in Küsnacht täglich etwas Sport trieb – wie übrigens die meisten seiner Teamkollegen. «Ein paar waren auf dem Velo, andere trafen sich im Kraftraum; jeder weiss genau, was für ihn das Beste ist in so einer Phase.» Die Älteren, so Schneuwly, bräuchten ein bisschen weniger, die Jungen dafür etwas mehr, um sich in einer längeren Pause fit zu halten.

Für ihn selber dauerte der Meisterschaftsunterbruch freilich viel länger als bloss diese zehn Tage. Seit dem Spiel gegen La Chaux-de-Fonds vom 23. September war Cédric Schneuwly, der in der letzten Saison als Playoff-Verstärkung zum Team stiess, nur noch Zaungast an den Spielen seiner Mannschaft. Jetzt, sieben Wochen später, steht er Trainer Scott Beattie gegen den SC Langenthal wieder zur Verfügung. «Sie sollte wieder in Ordnung sein», hofft er, dass ihn der Kapselriss und die lädierten Bänder in seiner Schulter nicht mehr behindern werden. «Ich habe zwar im Training noch keinen richtigen Check gegen die Schulter bekommen, doch jene Belastungen, welchen ich sie in den letzten Tagen ausgesetzt habe, stimmen mich positiv.»

Wenn es die Situation unbedingt erfordert hätte, so wäre Schneuwly wohl bereits vor der Pause gegen Thurgau und die GCK Lions zum Einsatz gekommen. In Absprache mit Scott Beattie und aufgrund der genügend grossen Personaldecke habe man sich dann aber dafür entschieden, mit einer Rückkehr bis nach der offiziellen Pause zuzuwarten. 

Viel Lauftraining
Obwohl das heutige Derby also einer echten Rückkehr aufs Eis gleichkommt, denkt er, dass auch seine Teamkollegen eine gewisse Angewöhnungszeit brauchen. «Eine solche Pause ist zwar grundsätzlich etwas Schönes, das braucht es auch zwischendurch. Und doch wird es wohl 20 Minuten dauern, ehe wir wieder unseren alten Rhythmus gefunden haben – wenngleich diese zehn Tage natürlich nicht mit einer Sommerpause vergleichbar sind.» Mit harten Einheiten und viel «Lauftraining» gegen Ende der letzten Woche habe man versucht, die Intensität hochzuhalten.

Und doch sei das, so Schneuwly, natürlich nicht das Gleiche, wie wenn man ein Spiel bestreiten würde. Dass es heute auswärts gegen ein angeschlagenes Langenthal – die Oberaargauer haben von den letzten acht Spielen deren sechs verloren – erstmals wieder ernst gilt, erachtet Cédric Schneuwly nicht unbedingt als Vorteil. «Gegen sie muss man immer grausam aufpassen, denn sie haben ein gutes Team, das zu Unrecht so weit unten klassiert ist.»

Tschannen noch 2 Wochen out
Weshalb es beim letztjährigen Playoff-Halbfinalisten so schlecht laufe, das könne er nicht sagen, so Schneuwly. Doch: «Wenn es einen so richtig erwischt hat, ist es nicht einfach, da wieder rauszukommen. Das mussten wir Anfang Saison selber erfahren.» Obschon man den Gegner mit einem allfälligen Erfolgserlebnis auf keinen Fall «aufbauen» und ihn lieber «dort unten» behalten wolle: Cédric Schneuwly zieht den Vergleich gegen einen richtig starken Derbygegner vor: «Es ist immer interessant, wenn Langenthal mit dem besten Team antritt», sprich, wenn die Verletztenliste bei den Oberaargauern kleiner und vor allem Stefan Tschannen aufs Eis zurückkehren wird. «Ein Ausfall wie jener von Tschannen macht recht viel aus, er ist eine Leaderfigur in einer der besten Linien der Liga. Der Mannschaft fehlt nicht nur das Spielerische, er ist auch als Captain wichtig. Ich hoffe, dass er sich bald zurückkämpft.»

Wie bei Schneuwly dürfte auch für Stefan Tschannen – der SCL-Captain verletzte sich im ersten Derby in Olten – die Pause ziemlich genau 50 Tage betragen. Noël Guyaz, Sportchef der Langenthaler, spricht davon, dass Tschannen nächste Woche versuchen werde, das Training mit voller Intensität mitzumachen, und so stehe eine Rückkehr in die Meisterschaft frühestens in zwei Wochen zur Diskussion. Dafür hat sich die vor ein paar Wochen noch relativ angespannte Verletzungslage beim SCL entspannt: Nebst Pascal Gemperli, hinter dessen Einsatz ein Fragezeichen steht, kann Trainer Olivier Horak auf das gesamte Kader zurückgreifen. Von Michael Forster 

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