Freitag, 24. März 2017

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Den Gegner quasi zum Sieg geführt


Die Oltner verlieren das zweite Derby der Saison in Langenthal ziemlich unnötig mit 1:4.

BILDER
Oltens Corey Ruhnke (links) versucht, nach dem Schuss von Justin Feser den SCL-Torhüter Marc Eichmann zu irritieren. (Bild: Ruedi Trachsel)

Die Meisterschafts-Pause in der Nationalliga B war mit zehn Tagen zwar nicht allzu lang, und doch schienen sie die Akteure in den ersten Minuten im zweiten Derby dieser Saison ein wenig zu spüren. Unterhaltsam war es nicht unbedingt, was der SC Langenthal und der EHC Olten den knapp 3500 Fans zeigten, doch aus Sicht der Gäste war das erste noch das beste Drittel – sollte Adrian Brunner später zu Protokoll geben. «In dieser Phase haben wir solid gespielt, danach sind wir zu wenig konsequent aufgetreten», sagte der EHCO-Stürmer. 

Hatten die Gäste ganz zu Beginn der Partie einige gute Momente im gegnerischen Drittel, dauerte es bei den Langenthalern etwas länger. Zweimal mussten sie sich in Unterzahl bewähren, ehe sie erstmals wirklich aussichtsreich nach vorne spielten. Doch Vincenzo Küng, von der Strafbank kommend, konnte den Gegenbeweis für seine miserable bisherige Saisonbilanz von zwei Punkten aus siebzehn Partien nicht erbringen: Anstatt seine beiden mitsprintenden Kollegen in der Mitte zu bedienen, zielte er genau auf Gäste-Torhüter Michael Tobler. Dieser hatte auch in der ersten Überzahl der Gastgeber leichtes Spiel, musste dann aber gegen Jeff Campbell in extremis eingreifen, als sein Team mit einem Mann mehr agieren konnte. 

Trotz Führung keine Souveränität
Nach der Magerkost in Abschnitt eins besannen sich beide Teams nach dem Tee eines Besseren. Zwar schlichen sich immer wieder technische Stolperer ein und verhinderten damit, dass noch mehr Fluss im Spiel war, und doch spielte jetzt vor allem der SC Langenthal zügiger auf das gegnerische Tor. Erstmals Grund zum Jubeln hatten aber die Oltner, welche in der fünften Überzahl endlich zuschlugen: Topscorer Marco Truttmann versenkte eine Hereingabe von Fabian Ganz bei vier gegen drei mit einem satten Direktschuss. Es wäre also angerichtet gewesen für den EHC Olten, die Basis gelegt, um die Lücke zwischen den beiden Erzrivalen in der Tabelle weiter anwachsen zu lassen.

Doch anstatt eine der nächstbesten Möglichkeiten zur beruhigenden 2-Tore-Führung zu nutzen, bauten sie den Gegner mit ihrer ungenügenden Effizienz im Powerplay auf. Anstatt einen Stockschlag Brent Kellys mit dem 2:0 zu bestrafen, gelang in Überzahl wieder ziemlich wenig nach Wunsch, und kaum war der SCL-Topscorer von der Kühlbox zurück, schlug es auf der Gegenseite ein: Marc Kämpf knallte die Scheibe aus nächster Nähe zum 1:1 unter die Latte. Doch damit nicht genug: Zwei Minuten waren im Mitteldrittel noch zu spielen, als sich Jeffrey Füglister ein Herz fasste, die gesamte EHCO-Hintermannschaft ganz schlecht aussehen liess und trotz Doppeldeckung backhand in die Goalie-Ecke traf.

Oltner gaben Nachhilfe
Die Entscheidung in einem jetzt ganz passablen Derby war das natürlich noch nicht, und doch verschafften sich die Gastgeber schon kurz nach der zweiten Pause ein kleines Polster. Wieder halfen die Oltner, mit einer mehrfach ungenauen Passfolge in der neutralen Zone, etwas nach, und Jeff Campbell traf genau ins entfernte hohe Eck. Michael Tobler war beim 1:3 schuldlos, war ihm doch halbwegs die Sicht verdeckt. Die Gäste machten in den Minuten nach dem dritten Gegentreffer nicht jenen unwiderstehlichen Eindruck, welchen es bedurft hätte, um SCL-Torhüter Marc Eichmann ein zweites Mal zu bezwingen. Dieser wurde zwar beschäftigt, mehr aber nicht. So brachte auch die achte und letzte Möglichkeit in Überzahl zu Drittelsmitte nichts Zählbares ein. 

Spätestens jetzt war klar, dass es kaum noch etwas werden würde mit einem positiven Resultat für den Tabellenzweiten. Diese spielten zwar die letzten acht Minuten der Partie auf ein Tor, ein ebensolches wollte ihnen aber nicht mehr gelingen. Als der Druck mit einem 6. Feldspieler für den SC Langenthal beinahe nicht mehr auszuhalten war, befreite Marc Kämpf aus dem eigenen Drittel und traf mitten ins verlassene EHCO-Gehäuse. Das war die endgültige Entscheidung, der enttäuschende Schlusspunkt unter das zweite Derby der Saison. «Aus diesem Spiel müssen wir die Lehren ziehen», schloss ein enttäuschter Adrian Brunner, «nämlich, entgegen zu halten, auch wenn der Gegner hart spielt und nicht zu verzweifeln, wenn die Scheibe nicht rein springt.» Es sei zwar nicht das schlechteste Spiel der bisherigen Saison gewesen, «aber wir hatten auch schon bessere.» von Michael Forster

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