Freitag, 24. März 2017

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Taktik als Schlüssel zum Erfolg?


Beim EHC Olten wurde im Montags-Training wenig gelaufen, dafür viel geredet.

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Jetzt heisst es für den EHC Olten: Zusammenzustehen und den angerichteten Schaden von letzter Woche zu reparieren. (Bild; Bruno Kissling)

Er glaube, in der letzten halben Stunde keinen einzigen Puck berührt zu haben, meinte Cédric Schneuwly nach der 75-minütigen Trainingslektion von Trainer Scott Beattie am Montag-Mittag. Im ersten Training nach dem (wiederum) schwachen Auftritt vom Samstagabend zu Hause gegen die SCL Tigers wurde beim EHC Olten nämlich vor allem diskutiert, analysiert und taktiert. Nachdem Spieler und Trainer nach dem 1:6 einen Maulkorb auferlegt bekommen hatten, tauschte man sich also wieder aus – auch mit der Presse. «Natürlich passt im Moment nicht viel zusammen», sagte etwa EHCO-Stürmer Martin Wüthrich. «Wir müssen uns unbedingt wieder ans System halten, einfach spielen - vor allem den einfachen ersten Pass spielen.» 

Einzig richtige Lösung
Einfach präsentierte sich auch das Montags-Training. Gebetsmühlenartig liess Scott Beattie die immer gleichen Auslösungen trainieren, ganz nach dem Motto «Back to Basics». Sich auf das Wesentliche zu konzentrieren also, genau so, wie es EHCO-Sportchef Köbi Kölliker nach dem Langnau-Match von der Mannschaft gefordert hatte. Es ist zwar, und das musste auch Martin Wüthrich eingestehen, ungewöhnlich, sich Mitte Saison derart intensiv den Grundzügen des eigenen Spiels widmen zu müssen, in der jetzigen Situation aber die einzig richtige Lösung. «Wir müssen diesen Schritt jetzt machen und grundlegende Sachen, wie Steuerung und Auslösung, anschauen.» Es mache keinen Sinn, so der polyvalente EHCO-Akteur weiter, auf der momentanen Ausgangslage aufzubauen. «Es gibt manchmal Zeiten, da muss man einen Schritt zurückmachen, sauber aufbauen und dann weiter schauen.»

Noch keine Negativspirale
Die Zeit dazu ist, nach den drei Niederlagen der letzten Woche, zweifellos gekommen. So schlecht, wie sie in gewissen Kreisen dargestellt wird, präsentiere sich die Situation hingegen nicht, stellt Martin Wüthrich klar. «Wir sind keinesfalls am Boden. Klar, wir haben dreimal verloren, befinden uns aber immer noch im Mittelfeld und orientieren uns nach oben. Von einer Negativspirale kann keine Rede sein.» Sicher stelle man sich selber die Frage, weshalb es im Moment nicht laufe. In der letzten Saison habe man vierzehn Mal hintereinander gewonnen, und niemand habe das so recht erklären können. Jetzt, mit den drei Niederlagen in Serie, sei es ähnlich. Doch auch Wüthrich weiss: Den Erfolg nicht recht erklären zu können, ist das eine – doch in der momentanen Situation sind beim EHCO durchaus Lösungsansätze erwünscht. 

Eigene Leistung wurde hinterfragt
Am Sonntag hatte die Mannschaft Zeit, sich Gedanken zu machen. Das Training fiel, nach den drei Spielen unter der Woche, folgerichtig aus. «Das war wertvoll, wieder einmal einen Tag weg von der Eisbahn zu sein», sagte Martin Wüthrich. Die Spieler hätten die Misserfolge auf ihre Weise verarbeitet, jeder seine eigene Leistung beurteilt und hinterfragt, mit Freunden diskutiert, welche das Spiel ebenfalls gesehen haben, oder mit dem Manager gesprochen. Wie und ob sich die Mannschaft in der kurzen Zeit bereits gefangen hat, zeigt sich am Dienstagabend, wenn die NLB-Meisterschaft in Visp fortgesetzt wird. Gleich mit 5:10 ging der Saisonauftakt in der Litterna verloren - und jetz? Muss man sich Sorgen machen um den EHCO? «Es wird sicher nicht einfach mit der langen Anreise und der Heimstärke Visps», urteilte Martin Wüthrich, «doch wir gehören zu den Top-Teams der NLB. Man braucht sich keine Sorgen zu machen. Brust raus, Kopf hoch, dann nimmt es ein gutes Ende.» von Michael Forster

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