Freitag, 28. April 2017

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«Die Zeit für Ausreden ist abgelaufen»


Nach der Beurlaubung von Trainer Scott Beattie stehen beim EHC Olten die Spieler in der Pflicht.

BILDER
Am Tag danach das Kündigungsschreiben gefasst: Für Scott Beattie war der Auftritt gegen Ajoie der Letzte an der Bande des EHC Olten. (Bild: Hr. Aeschbacher)

Beurlaubung geht ins Geld 
Scott Beatties Absetzung kommt den EHC Olten relativ teuer zu stehen – je nachdem, wie lange der Kanadier nach seiner Beurlaubung ohne neuen Job ist. Offenbar ist im Vertrag, welcher noch bis zum Ende der Saison 2017/18 läuft, keine entsprechende Ausstiegsklausel eingebaut, welche zu diesem Zeitpunkt eine Auflösung rechtfertigte. Zwar werde mit Beattie in den nächsten zwei Wochen das Gespräch gesucht und versucht, für ihn einen anderen Aufgabenbereich innerhalb des Vereins zu finden. (mf) 


Ist die Mannschaft erleichtert über die Absetzung von Trainer Scott Beattie?
Patrick Parati, EHCO-Captain: Nein, das würde ich nicht sagen. Wir sind immer noch enttäuscht über die Leistung von gestern und probieren, zusammen mit Dino, eine Reaktion auf die Negativspirale zu zeigen.

Die teils sehr schlechten individuellen Leistungen liessen fast darauf schliessen, dass man gegen den Trainer gespielt hat.
Das nicht. Es haben alle probiert, ihr Bestes zu geben, doch manchmal ist es im Sport so, dass man in etwas hineingerät und nicht mehr rausfindet. Gegen den Trainer haben wir sicher nicht gespielt.

Peter Rötheli hat gesagt, dass die Zeit für Ausreden vorbei ist. Was heisst das für euch?
Nun gibts für jeden Spieler eine neue Chance, es liegt an jedem Einzelnen, sich zu beweisen, dass er es verdient hat, zu spielen. (mf)

Die Zeichen dafür, dass Olten-Trainer Scott Beattie seinen Platz an der Bande würde räumen müssen, verdichteten sich in den letzten Tagen. Zum Überlaufen gebracht hat das Fass, gefüllt mit Frustration, Enttäuschungen und unerfüllten Erwartungen, die 3:6-Heimpleite gegen Schlusslicht Ajoie am Donnerstag. Beattie stand zwar an der Bande inmitten seiner Spieler, doch richtig mit ihnen schien er nicht mehr. Anders ist zum Beispiel das Wortgefecht, welches er sich mit Diego Schwarzenbach lieferte, nicht zu erklären. Oder der hilflose letzte Versuch eines Timeouts, welches, ohne brauchbare Instruktionen und praktisch ohne ein einziges Wort, einfach so verstrich. «Das wollte niemand», sagte Köbi Kölliker, kurz nachdem die Mannschaft vor dem gestrigen Training über die Absetzung Beatties informiert worden war.

Der Sportchef sprach vom zunehmenden Druck von allen Seiten, davon, dass die Mannschaft stagniert habe und man, nach reiflicher Überlegung, nur noch so habe entscheiden können. Es seien nicht einmal die Resultate, welche zum Entscheid geführt hätten, sondern vielmehr die Leistungen, so Kölliker weiter. «Es ist tragisch. Es geht hier nicht nur um den Coach, sondern auch um den Menschen Scott Beattie, um seine Familie. Niemand hat ihm einen solchen Abschied gewünscht.»

Fehlende Entwicklung
Kölliker bestätigt, dass man innerhalb der Vereinsführung, aber auch zusammen mit Scott Beattie, in den letzten Wochen immer wieder das Gespräch gesucht habe. «Wir haben in dieser Saison vielleicht zwei, drei gute Spiele gemacht, das Team geriet immer tiefer in die Krise. Wenn 18 bis 19 Spieler über zwei Monate ihre Leistung nicht abrufen können, muss man das im Auge behalten. Doch Scott hat leider keinen Weg gefunden, das Team zu deblockieren.» Die fehlende oder gar negative Entwicklung praktisch der gesamten Equipe ist denn auch der Hauptgrund für die Beurlaubung des Trainers. «Keiner, und ich betone, keiner der Spieler zeigt das, was er kann», so Geschäftsführer Peter Rötheli. Mit dem Trainer müsse nun das schwächste Glied gehen, in der Verantwortung stünden deshalb ab sofort die Spieler. «Die Zeit für Ausreden ist abgelaufen», sagt er deutlich.

Bis ein neuer Headcoach gefunden ist, leitet Assistenztrainer Dino Stecher die Geschicke des Fanionteams. «Jetzt müssen wir die Fühler ausstrecken», sagt Köbi Kölliker, «jedoch stehen die erfolgreichen Trainer meistens unter Vertrag. Wir müssen schauen, was der Markt hergibt.» Ziel sei es, «so schnell wie möglich» einen Neuen präsentieren zu können. Keine dauerhafte Lösung für den Posten des Headcoachs ist Dino Stecher. Er sei zwar in Basel und auch Olten als ebensolcher tätig gewesen, räumt Peter Rötheli ein: «Wir haben aber andere Ziele mit Dino, wir wollen seine Fähigkeiten in anderen Bereichen nutzen, im Goalietraining, im Office-Bereich oder dem Sommertraining.» von Michael Forster

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