Samstag, 19. August 2017

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81 Sekunden bis zum Befreiungsschlag


Der EHC Olten holt im ersten Spiel nach Scott Beatties Absetzung auswärts gegen Thurgau einen nie gefährdeten 5:0-Sieg.

BILDER
Justin Feser war nicht nur wegen seiner drei Assists einer der auffälligsten Oltner Spieler gegen Thurgau. (Bild: Hr. Aeschbacher)

Thurgau – Olten 0:5 (0:1, 0:2, 0:2)

Güttingersreuti. – 730 Zuschauer. – SR: Peer, Brunner/Micheli. – Tore: 2. Truttmann (Feser, Bagnoud) 0:1. 29. Wüst (Hirt) 0:2. 35. Brunner (Feser, Truttmann) 0:3. 47. Brunner (Feser, Pargätzi) 0:4. 60. (59:38) Burki (Ulmer) 0:5. – Strafen: 9-mal 2 Minuten gegen Thurgau, 8-mal 2 Minuten plus 5 Minuten plus Matchstrafe (El Assaoui/Kopfstoss) gegen Olten.

Thurgau: Schwendener; Profico, Urech; Winkler, Büsser; Kühni, Maier; Roos; Lemm, Wichser, Bahar; Andersons, Küng, Rohner; Pfranger, Damon, Irmen; Hüsler, Fuhrer, Mettler.

Olten: Tobler; Meister, Pargätzi; Bagnoud, El Assaoui; Aeschlimann, Parati; Schnyder; Brunner, Feser, Truttmann; Wüst, Wiebe, Hirt; Schwarzenbach, Burki, Ulmer; Studer, Schneuwly, Wüthrich.

Bemerkungen: Olten ohne Schild, Marolf, Ganz, Leone (alle verletzt), Rampazzo (krank), Lüthi, Ruhnke und Weber (alle überzählig). Wichser und Brunner als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet.

Das Spiel des EHC Olten gegen das NLB-Schlusslicht Thurgau stand ganz im Zeichen des Trainerwechsels von Scott Beattie zu Dino Stecher. Wie würden die Spieler auf Beatties Beurlaubung reagieren? Würde sich die Blockade, welche sich in den letzten Wochen wie ein schweres Tuch über die gesamte Mannschaft ausgebreitet hatte, bereits im ersten Spiel lösen können? Würde endlich wieder mehr Überzeugung ins Spiel zurückkehren? Die Antwort folgte prompt: Genau 81 Sekunden dauerte es, bis Topscorer Marco Truttmann den «alten» EHCO mit seinem Tor zum 1:0 der Vergangenheit angehören liess. Auch, wie die Gäste in den folgenden 58 Minuten agierten, lässt einen durchaus schlussfolgern: Den Oltnern ist der erste Schritt raus aus der Krise eindrücklich gelungen.

Bezeichnend für den neuen Schwung im Spiel des EHCO – und alleine schon das Eintrittsgeld wert – war der dritte Treffer der Partie. Überfallartig löste sich die erste Angriffslinie der Gäste aus dem eigenen Drittel, und nach zwei satten, zentimetergenauen Zuspielen von Marco Truttmann und Justin Feser schloss Adrian Brunner kaltblütig zum 3:0 ab. Hinter der Aktion war eine Zielstrebigkeit, wie man sie lange nicht gesehen hatte bei den Gästen. «Wir haben versucht, einfach zu spielen», nannte Michael Tobler nach dem Spiel den Schlüssel zum Erfolg, «einfach, und aufs Tor. Und diesmal», so der EHCO-Torhüter weiter, «sind die Tore auch mal gefallen. Das hat uns, zusammen mit unserem sehr disziplinierten Auftritt, jede Menge Selbstvertrauen gegeben.»

Glaube war spürbar
Doch nicht nur bei dieser Szene in der 35. Minute, sondern ganz allgemein war wieder viel mehr los bei Grünweiss. Der Glaube an einen positiven Spielausgang, das vielleicht grösste Manko der letzten Spiele, war bei jedem einzelnen Akteur spürbar, was automatisch dazu führte, dass man sich wieder etwas zutraute. So war man dem Gegner auch bezüglich Torschüsse überlegen: Alleine aus dem letzten Drittel, als Thurgau die Hoffnung auf einen positiven Spielausgang, nach einer schon fast fahrlässig verspielten 5-minütigen Überzahl, mehr oder weniger aufgegeben hatte, gingen die Gäste mit einer 16:3-Bilanz zu ihren Gunsten hervor. Darunter war auch das Tor von Adrian Brunner, der mit dem 4:0 in der 47. Minute die endgültige Entscheidung zugunsten der Oltner bewerkstelligte, sowie Codey Burkis 5:0 in der letzten Minute.

Zwar ist nach den ersten 60 Minuten nach Scott Beattie noch nicht alles Gold, was glänzt, doch Interimscoach Dino Stecher hatte nach dem Spiel allen Grund, zufrieden zu sein mit seinen Spielern. «Auf jeden Fall. In der Vergangenheit ist es im Thurgau resultatmässig auch schon ganz anders herausgekommen. Heute haben wir uns an den Plan gehalten, einfach gespielt, jeder hat seinen Job gemacht.» Das Boxplay, so Stecher, sei der Schlüssel zum Erfolg gewesen, «gleichzeitig müssen wir aber vor allem am Powerplay noch arbeiten – es war also sicher noch nicht alles gut.» Und doch sprach er von einem wichtigen Sieg, einem, der den künftigen Weg vorgeben soll: «Wir sind nach den letzten Spielen zurückgekommen, jeder der 22 Spieler hat gesehen, dass er dem Nächsten hilft, wenn er seinen Job macht.»

Qualitäten verbessert
Dass die Arbeitsaufassung beim gestrigen 5:0-Auswärtssieg eine andere war als in den Spielen zuvor, zeigte sich nicht nur an stark verbesserten grundlegenden Qualitäten wie Tempo, Genauigkeit und Kaltblütigkeit, sondern auch an den sogenannten Details. Die Spieler wirkten aufmerksamer, sie leisteten sich praktisch keine Aussetzer, kämpften vorbildlich und nahmen in Kauf, dass es weh tun kann. Vor dem eigenen, wie auch dem gegnerischen Tor. Zwar wollte keiner der vielen Ablenker im Slot den Weg ins gegnerische Gehäuse finden, im Gegenzug liess man aber auch in der eigenen Zone nur wenig zu. So musste sich Goalie Michael Tobler nur ganz selten bei einem HCT-Nachschuss bewähren.

War es tatsächlich der Wechsel an der Bande, welcher die Blockade gelöst hat? «Vielleicht sind die Spieler jetzt ganz einfach erwacht», schloss Tobler, «möglich, dass die Blockade damit gelöst ist. Ein Trainerwechsel gibt immer Impulse; doch egal, wer an der Bande steht: Wir Spieler müssen immer noch selber Hockey spielen.» von Michael Forster

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