Samstag, 25. März 2017

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Alles reine Kopfsache?


Die NLB-Eishockeyaner des EHC Olten verlieren in Langenthal nach einem relativ enttäuschenden Auftritt mit 2:3.

BILDER
Die Oltner taten sich schwer, an Langenthal-Goalie Marc Eichmann vorbeizukommen. (Bild: rto)

Langenthal – Olten 3:2 (1:1, 1:0, 1:1)

Schoren. – 3824 Zuschauer. – SR: Erard, Gnemmi/Kehrli. – Tore: 11. (10:07) Burki (Bagnoud, Hirt) 0:1. 11. (10:35) Füglister (Stämpfli, Tschannen) 1:1. 25. Kelly (Collenberg, Campbell/Ausschluss Stämpfli!) 2:1. 43. Hobi (V. Küng, Collenberg) 3:1. 54. Ulmer (Wiebe/Ausschluss Stämpfli) 3:2. – Strafen: je 4-mal 2 Minuten.

Langenthal: Eichmann; Collenberg, Schäublin; Welti, Pienitz; M. Küng, Stämpfli; Kämpf, Campbell, Kelly; Tschannen, Füglister, Carbis; Hobi, V. Küng, Ranov; Dünner, Gemperli, Schnyder.

Olten: Tobler; Aeschlimann, Pargätzi; Bagnoud, El Assaoui; Meister, Parati; Schnyder; Lüthi, Schneuwly, Wüthrich; Brunner, Feser, Truttmann; Wüst, Wiebe, Ulmer; Schwarzenbach, Burki, Hirt; Ruhnke.

Bemerkungen: Langenthal ohne Schefer, Triulzi, Kaufmann, Minder, Schüpbach, Lüssy, Fröhlicher (alle verletzt), Hügli und Marchon (abwesend), dafür erstmals mit Collenberg; Olten ohne Schild, Marolf, Ganz, Leone, Rampazzo (alle verletzt), Weber und Studer (beide überzählig). Collenberg und Tobler als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. 40. Pfostenschuss Pargätzi. 58:26 Timeout Olten. Olten ab 28:30 ohne Torhüter.

 

Nach dem Spiel blieb Kopfschütteln. Kopfschütteln über die Aktion aus dem Gästesektor zum Beispiel, aus welchem während der Ehrung der Best Player eine Rauchpetarde sowie ein Knallkörper aufs Eis flogen. War diese Szene einfach nur beschämend, so waren die 60 Spielminuten zuvor zumindest ärgerlich. Sogar der ansonsten ruhige Dino Stecher, welcher zum dritten Mal als Verantwortlicher an der EHCO-Bande stand, musste zwischendurch laut werden. Zum Beispiel in der 46. Minute, als es seine Equipe zum zweiten Mal innert zehn Minuten fertigbrachte, mit einem Mann zu viel auf dem Eis zu agieren. Eine Einstellungssache, sagen die einen, reine Kopfsache könnte eine etwas mildere Bewertung für den wiederholten Aussetzer lauten. Zur Erinnerung: Bereits zwei Wochen zuvor hatte man gegen die SCL Tigers zwei kleine Strafen wegen zu vieler Spieler auf dem Eis kassiert. 

Dass die beiden Überzahl-Geschenke an den Gegner ohne Konsequenzen blieben, spielt in der Beurteilung keine Rolle. Will man den Schritt raus aus der Beattie-Ära machen, in welcher sich viele Spieler in eine Sackgasse manövrierten, dann müssen nicht nur die Beine mitziehen, sondern vor allem auch der Kopf. Dann mag es solche Nachlässigkeiten nicht mehr leiden. Im Selbstverständnis ein NLB-Spitzenteam, ist man, in Tat und Wahrheit, auch gut eine Woche nach Scott Beattie noch immer Mittelmass. Als reine Kopfsache, das wird immer augenscheinlicher, muss man auch das Powerplay des EHCO bezeichnen. Als Negativ-Höhepunkt mussten die Oltner einen Shorthander einstecken, das 1:2 durch Brent Kelly. Hinzu kam eine Strafe gegen Brunner in einer eigenen Überzahl, womit eine zweite Möglichkeit frühzeitig zunichte gemacht wurde. Immerhin gab es gestern auch wieder einmal ein Erfolgserlebnis: Erst 22 Sekunden waren bei einem Stämpfli-Ausschluss nach gut 53 Minuten gespielt, als Martin Ulmer nach einer schönen Wiebe-Vorlage zum 2:3-Anschluss traf. 

Doch auch dieser Assist mag nicht darüber hinwegtäuschen, dass der eine der beiden EHCO-Ausländer nicht in Fahrt kommen will. Zwar kann man dem Kanadier nicht unbedingt fehlenden Einsatz vorwerfen, und doch spielt Wiebe seit Wochen weit unter seinem Niveau. Auch gegen den SCL wollte ihm fast gar nichts gelingen, bis auf besagten Assist auf Ulmer. Wenn dazu auch noch ein paar Schweizer ihr Level nicht abrufen können, und auch davon hat es derzeit beim EHCO einige, dann reicht es selbst gegen ein arg dezimiertes Langenthal nicht zum Sieg.

 Den Oberaargauern fehlten im Derby gleich sieben Stammkräfte, darunter wichtige Defensivleute wie Schüpbach, Fröhlicher und Schefer oder auch Triulzi und Lüssy. Doch dem SCL kam zugute, dass er Franco Collenberg zum ersten Mal in seien Reihen wusste. Der Verteidiger, der nach den letzten Playoffs mit dem SCB seine Karriere eigentlich beendet hatte, war bei seinem ersten Auftritt für Gelbblau, notabene seinem allerersten der Saison, sogleich die entscheidende Figur, bereitete zwei Treffer vor und wurde zum besten Spieler der Partie gewählt. Eine Ehrung, welche auch Marc Eichmann verdient gehabt hätte. Der SCL-Schlussmann hielt während der stärksten Phasen der Gäste beeindruckend sicher. Die Chancen wären also vorhanden gewesen für die Oltner, die über längere Strecken das bessere Team waren, ja gar gefällig spielten. Allein, mit diesem Prädikat gibt es nichts zu gewinnen. Nicht, wenn man weiterhin Tore in Überzahl kassiert. Und auch nicht, wenn man nicht auf fünf zählen kann. (Michael Forster)

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