Montag, 1. Mai 2017

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Toblers Assist, Truttmanns List


Der EHCO bezwingt Schlusslicht Thurgau dank kuriosem Treffer in der Verlängerung mit 3:2.

BILDER
War, zumindest zu Beginn, für die EHCO-Musik zuständig: die zusammengewürfelte Linie um die Torschützen Raffael Lüthi (24) und Tim Weber (71). (Bild: bko)

Olten – Thurgau 3:2 (2:0, 0:1, 0:1, 1:0) n.V.

Kleinholz. – 2616 Zuschauer (Saisonminusrekord). – SR: Clément, Jetzer/Schüpbach. – Tore: 3. Lüthi (Hirt, Parati) 1:0. 17. Weber (Hirt, Lüthi) 2:0. 33. Fadri Lemm (Fuhrer, Wichser) 2:1. 46. Eigenmann (Irmen, Damon, Ausschluss Schnyder) 2:2. 62. Truttmann (Tobler, Ausschluss Büsser) 3:2. – Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Olten, 6-mal 2 Minuten gegen Thurgau.

Olten: Tobler; Pargätzi, Aeschlimann; El Assaoui, Bagnoud; Wüthrich, Meister; Parati, Schnyder; Truttmann, Feser, Brunner; Ulmer, Wiebe, Wüst; Leone, Schneuwly, Ruhnke; Hirt, Tim Weber, Lüthi.

Thurgau: Nyffeler; Eigenmann, Roos; Büsser, Winkler; Maier, Kühni; Irmen, Damon, Schmutz; Rohner, Küng, Andersons; Fadri Lemm, Fuhrer, Aurelio Lemm; Mettler, Bahar, Hüsler.

Bemerkungen: Olten ohne Schwarzenbach, Burki (beide bei Fribourg-Gottéron, an das für eine Partie am 6. Dezember auch Wüst ausgeliehen wird), Rampazzo (krank), Ganz, Marolf, Schild und Studer (alle verletzt), Thurgau ohne Blasbalg, Bloch, Pfranger, Profico, Bischofberger, Dylan Weber, Schwendener und Wichset (alle verletzt). 39:41 Tobler hält Penalty von Aurelio Lemm. 45. Nyffeler hält Penalty von Brunner. 57. Lattenschuss Hirt. Marco Truttmann und Daniel Eigenmann zu den besten Spielern ihrer Teams gewählt.

Die beiden Ausländer Justin Feser und Shayne Wiebe einmal mehr enttäuschend schwach, Diego Schwarzenbach und Codey Burki bereits Richtung Fribourg-Gottéron, das aktuell sechs verletzte Stürmer zu beklagen hat, abgereist – da sind beim EHC Olten plötzlich wieder Spieler gefragt, die zuletzt gar nicht mehr aufzulaufen brauchten.

Zum Beispiel Raffael Lüthi, der gegen La Chaux-de-Fonds nicht zum Aufgebot gehörte. Oder Tim Weber, der zuletzt fast nur noch für den Erstligisten Brandis spielte. Zusammen mit Remo Hirt bildeten die beiden gegen Thurgau die vierte Linie. Und siehe da: Prompt zeichnete diese Verlegenheitsformation für die Oltner Zwei-Tore-Führung im ersten Drittel verantwortlich.

Schon nach 164 Sekunden setzte sich der von Hirt angespielte Lüthi gegen zwei Verteidiger durch, zog alleine Richtung Nyffeler und liess dem Thurgau-Keeper keine Chance. In der 17. Minute war wiederum Hirt der Vorbereiter. Seinen genauen Pass nutzte Weber zum 2:0. Indes, die beiden schönen Tore konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Weg aus der EHCO-Krise noch weit ist. Zu vieles blieb gegen das schwache Schlusslicht Stückwerk, und der im Stile eines August-Freundschaftsspiels dahinplätschernde Match bot den spärlich erschienenen Zuschauern nur wenig Höhepunkte.

Erstaunlich war, dass der 2:0-Vorsprung nicht das nötige Selbstvertrauen gab – im Gegenteil. Je länger die Partie dauerte und je erfolgloser die Platzherren in ihren Offensivbemühungen waren, desto mehr witterten die Thurgauer Morgenluft. In der 33. Minute gelang Fadri Lemm mit einer Kopie von Lüthis 1:0 – auch der Thurgauer Stürmer zog alleine Richtung Goalie – der Anschlusstreffer. 19 Sekunden vor der zweiten Pause hatte Aurelio Lemm den Ausgleich auf dem Stock. Doch Tobler hielt seinen Penalty, nachdem er von Schnyder gefoult worden war.

In der 45. Minute bekamen auch die Oltner einen Penalty zugesprochen, weil – notabene in Unterzahl – der durchgebrochene Brunner von Winkler regelwidrig gestoppt worden war. Doch auch Brunner brachte den Puck nicht ins Tor. Statt 3:1 hiess es 20 Sekunden später 2:2, als Eigenmann den ersten Powerplaytreffer erzielte. Und weil Hirt – womit wir wieder bei der vierten Linie wären – in der 57. Minute nur die Latte traf, kam es zur Verlängerung.

In dieser fiel die Entscheidung auf äusserst kuriose Art und Weise. Während Büsser auf der Strafbank sass, kamen die Thurgauer zu einem Befreiungsschlag. Alle Spieler liessen sich fliegend auswechseln – mit Ausnahme des an der blauen Linie stehen bleibenden Truttmann. Goalie Tobler sah dies, reagierte blitzschnell und spielte den Puck über das ganze Feld zum Topscorer. Dieser zog alleine Richtung Nyffeler und versenkte den Puck sicher. «Ich wollte mich eigentlich auch auswechseln lassen», kommentierte Marco Truttmann die matchentscheidende Szene, «doch dann habe ich gesehen, dass Tobler den Puck hat und blieb deshalb stehen. So konnte ich wenigstens einen Teil des Frustes abbauen. Denn nachdem wir im ersten Drittel klar dominiert haben, verzettelten wir uns danach wieder in Einzelaktionen – und so geht es definitiv nicht.» (Markus Angst)

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