Freitag, 24. März 2017

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Schlechter Lohn für gute Arbeit


Der EHC Olten verliert nach einem beherzten Auftritt beim NLB-Tabellenzweiten Martigny mit 1:3 

BILDER
Stürmer Cédric Schneuwly mit einer der zahlreichen guten Möglichkeiten der Oltner im mittleren Drittel gegen einen sehr starken Martigny-Hüter Gauthier Descloux. (Bild: Ruedi Trachsel)

Martigny – Olten 3:1 (1:1, 0:0, 2:0)

Patinoire du Forum. – 918 Zuschauer. – SR: Clément, Huggenberger/Schüpbach. – Tore: 2. Schwarzenbach (Ulmer, Wüthrich/Ausschluss L. Zanatta) 0:1. 8. Franzén (Dähler, Gailland) 1:1. 58. (57:52) Gailland (Dähler) 2:1. 59. (58:38) Schiriajew (Wick, Maret/Olten ohne Goalie) 3:1. – Strafen: 2-mal 2 Minuten plus 10-minütige Disziplinarstrafe (A. Sirokovs) gegen Martigny, 4-mal 2 Minuten plus 10-minütige Disziplinarstrafe (El Assaoui) gegen Olten.

Martigny: Descloux; M. Sirokovs, L. Zanatta; Maret, Borlat; Marti, Hostettler; Wyssen, M. Zanatta; Knöpfli, Schiriajew, Wick; Lachmatow, Montanton, Starkov; Dähler, Gailland, Franzén; Zorin, Brem, Malgin.

Olten: Tobler; Aeschlimann, El Assaoui; Meister, Parati; Bagnoud, Schnyder; Brunner, Feser, Truttmann; Wüst, Schneuwly, Wüthrich; Schwarzenbach, Wiebe, Ulmer; Lüthi, Weber, Hirt; Ruhnke.

Bemerkungen: Martigny ohne Ullmann und Marghitola (beide verletzt); Olten ohne Marolf, Schild, Ganz, Pargätzi (alle verletzt), Studer (überzählig), Leone (Kloten Flyers) und Burki (Fribourg-Gottéron). Descloux und Ulmer als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. 21. Pfostenschuss Feser. 57:52 Timeout Olten. Olten ab 58:09 ohne Goalie. Hirt scheidet im ersten Drittel nach einem ungeahndeten Ellenbogencheck mit Verdacht auf eine Hirnerschütterung aus.

Es fehlte wenig, und der EHC Olten hätte die wegweisende Woche, wie sie Trainer Dino Stecher letzten Samstag ankündete, mit einem positiven Ergebnis eröffnet. Gegenüber den beiden Heimspielen gegen La Chaux-de-Fonds und Thurgau zeigten sich die Oltner deutlich verbessert und konnten ihr Spiel endlich wieder einmal über praktisch 60 Minuten durchziehen. Was in erster Linie fehlte, waren die Tore: «Mit einem Tor kann man in Martigny nicht gewinnen», wusste auch Stecher nach der Partie, welche ihm «grundsätzlich gefallen» habe. Die grössten Defizite im Vergleich mit dem Gegner ortete Stecher in einem Bereich, welcher seit Jahren so etwas wie die Achillesferse der Oltner ist: im Körperspiel. «Es hat mir zu denken gegeben, wie physisch Martigny spielt. In diesem Bereich müssen wir uns in Zukunft auf eine höhere Gangart einstellen» – mit spielerischen Mitteln allein, schlussfolgerte Stecher, werde es kaum mehr etwas zu gewinnen geben.

Martigny blieb den Beweis, weshalb es elf der bislang zwölf Heimspiele gewonnen hatte, nicht lange schuldig. Beinahe jede Aktion der Rotweissen war begleitet von einer gehörigen Portion Torgefahr, obwohl eben diese zuerst die Gäste an den Tag legten, und zwar in der Person von Diego Schwarzenbach. Der Abstecher nach Fribourg schien beim Oberbuchsiter eine Blockade gelöst zu haben, traf er doch zum ersten Mal seit dem 26. Oktober wieder für Grünwess – in Überzahl, nach schöner Vorarbeit von Martin Ulmer. Und auch die erste hochkarätige Chance der Gastgeber leiteten die Gäste ein, doch der haarsträubende Fehlpass hinter dem Tor, welchen Jeremy Wick abfing und Evgeni Schiriajew vor EHCO-Schlussmann Michael Tobler ideal bediente, blieb (noch) ohne Folgen. Ebenso eine erste Unterzahl der Gäste, in welcher Arnaud Montandon im Abschluss sündigte. Die dritte Top-Gelegenheit liessen sich die Einheimischen dann aber nicht mehr nehmen, und es war Franzén, welcher den Ausgleich mit einem sehenswerten Hocheckschuss bewerkstelligte.

Mühe mit aggressiver Spielweise
Es war ein Treffer, welcher die Qualitäten Martignys in aller Deutlichkeit zeigte. Einmal im Drittel drin, sind sie nur mit allergrösster Mühe von der Scheibe zu trennen; und sobald sich die Möglichkeit bietet, dann wird geschossen, meist aus verdeckter Position, mit einem oder mehreren Spielern im gegnerischen Slot. Die Gäste hatten auch in der Folge ihre liebe Mühe mit dem aufsässigen, sehr aggressiven und körperbetonten Spiel der Unterwalliser und mussten froh sein, nach Vorstössen Schiriajews und auch Dimitri Malgins nicht sogar in Rückstand zu geraten.

Allerdings hatte in der zweiten Hälfte des Startabschnitts auch der EHCO seine Möglichkeiten, eine sehr gute (wiederum) durch Schwarzenbach, eine weitere durch Remo Hirt nur wenige Sekunden vor der ersten Sirene. Und wäre Justin Fesers Schuss, ebenfalls nur wenige Sekunden nach der ersten Sirene anstatt am Pfosten, ein paar Zentimeter weiter rechts gelandet, hätten die Oltner auch das Mitteldrittel mit einem Treffer lanciert. Bestes Beispiel für das stete Hin und Her auf sehr hohem NLB-Niveau war die 37. Minute: Zuerst verpasste Mathias Franzén nach einem groben Fehlpass Adrian Brunners unmittelbar vor Tobler das sichere 2:1, und nur ein Dutzend Sekunden fand sich der fehlerhafte Oltner seinerseits in Abschlussposition, scheiterte aber denkbar knapp an Martigny-Hüter Gauthier Descloux.

Ausschlüsse provoziert
Es war ein mittleres Drittel, welches, nach Punkten, an die Oltner ging, doch nicht mehr. Und genau das, zumindest ein weiterer Treffer, hätte aus all den allerbesten Möglichkeiten herausschauen müssen. Denn jetzt legten die Gastgeber wieder einen Zacken zu, provozierten zwei Oltner Ausschlüsse und waren in dieser Phase nach Drittelsmitte nahe am Führungstreffer dran – um diesen, zwei Minuten vor dem Ende, zu realisieren. Es war dem auffälligen Jérémy Gailland zu verdanken, dass die Partie doch noch innerhalb der regulären Spielzeit zu Ende war und die nicht einmal ganz 1000 Zuschauer den zweiten Teil des Abends mit der Champions-League-Partie des FC Basel in Liverpool verbringen konnten. Genau aus diesem Grund wurde das Spiel zwischen Martigny und Olten nämlich bereits auf 19 Uhr angesetzt. (von Michael Forster)

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