Montag, 21. August 2017

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Fehlendes Glück und zu viele Fehler


Der EHC Olten verliert beim ersatzgeschwächten Leader Langnau mit 2:4.

BILDER
Oltens Topscorer Marco Truttmann setzt die Langnauer mit einem Backhand-Pass schachmatt – der heranstürmende Justin Feser verwertet Sekunden später zum 0:1. (Bild: pva)

Langnau – Olten 4:2 (2:1, 1:1, 1:0)

Ilfishalle. – 4673 Zuschauer. – SR: Sereinig/Wirth, Gnemmi/Micheli. – Tore: 1. (0:34) Feser (Truttmann/Ausschluss Meister!) 0:1. 6. T. Gerber (Haas, Ronchetti) 1:1. 15. Sterchi (Rexha) 2:1. 21. (20:53) Wiebe (Schwarzenbach/Ausschlüsse Wüst, DiDomenico) 2:2. 27. Stettler (Bonnet, DiDomenico/Ausschluss El Assaoui) 3:2. 51. DiDomenico (Zryd) 4:2. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Langnau, 9-mal 2 Minuten gegen Olten.

Langnau: Croce; Müller, Stettler; K. Lindemann, Zryd; Ronchetti, Bonnet; Currit; T. Gerber, DiDomenico, Haas; S. Lindemann, C. Moggi, Bucher; Rexha, A. Gerber, Sterchi; Wyss, Albrecht, Schlapbach; Bandiera.

Olten: Bäumle; Aeschlimann, El Assaoui; Bagnoud, Schnyder; Meister, Parati; Truttmann, Feser, Schwarzenbach; Wüst, Studer, Schneuwly; Ruhnke, Wiebe, Brunner; Lüthi, Weber, Wüthrich.

Bemerkungen: Langnau S. Moggi, Hecquefeuille, Nüssli, Rüegg, Gustafsson, Bärtschi (alle verletzt) und Haberstich (U18); Olten ohne Schild, Pargätzi, Marolf, Hirt, Ganz (alle verletzt), Rampazzo (krank), Ulmer (Biel), Leone (Kloten) und Burki (Fribourg-Gottéron). Stettler und Feser als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. 56:48 Timeout Olten.

 

So viel vorneweg: Es war nicht unbedingt ein Bewerbungsschreiben, was der EHC Olten bei Leader Langnau ablieferte. Unter den Augen des neuen Trainers Heikki Leime, welcher seine neue Mannschaft von der Tribüne aus ein erstes Mal zu Gesicht bekam, waren die Oltner zwar leistungsmässig nicht allzu weit von ihrem Gegner weg, und doch fehlten am Ende zwei Treffer zum positiven Erlebnis. «Uns fehlt auch ein wenig das Wettkampfglück», konstatierte Remo Meister nach dem Spiel, und lag damit genau richtig. «Wir hatten gute Chancen – wenns läuft, dann fallen sie rein.» Doch genau das tun sie im Moment bei Grünweiss nicht.

Dabei wären die Gastgeber alles andere als unbezwingbar gewesen, zeigten sie doch Mängel vor allem im Überzahlspiel, aber auch bei Normalbestand schlichen sich immer wieder Fehler ein. «Es war eine Partie, welche auf beide Seiten hätte kippen können», so Meister, man müsse ganz einfach versuchen, das Glück mehr zu erzwingen. Mal für Mal wurde es vor dem Tor der Einheimischen gefährlich, doch einmal verpasste Lüthi (16.), dann war es wieder die nominell erste, praktisch über die gesamte Spielzeit brandgefährliche Linie um Topscorer Truttmann, welche nicht reüssierte.

Dabei hatte alles so gut begonnen in der Ilfis. Zwar musste Martin Wüthrich bereits beim ersten Einsatz nach etwas mehr als 20 Sekunden auf die Strafbank, doch davon liess sich das Duo Feser/Truttmann nicht beirren. Zu zweit zogen sie in einem schnellen Break auf Tigers-Hüter Croce zu; Truttmann mit dem Backhand-Pass auf Feser, und der erwischte Croce nach 34 Sekunden mit einem satten Schuss. Die Gastgeber erholten sich aber rasch von dieser kalten Dusche und profitierten bald einmal von der zu wenig konsequenten Gangart der Oltner. In der 6. Minute zum Beispiel, als sich zwei Gäste vor dem eigenen Tor gegenseitig behinderten, und Tom Gerber im Nachschuss den Ausgleich ermöglichten. Oder in der 15. Minute. Wieder liess man einen Langnauer, diesmal war es Rexha, ohne grosse Gegenwehr um das Gehäuse von Thomas Bäumle kurven, wieder war man sich vor dem Tor nicht einig, und wieder kam es zum Rebound – welchen Sterchi zum 2:1 verwertete.

Doch kaum war in Abschnitt zwei wieder angespielt, schlug es hinter Lorenzo Croce ein zweites Mal ein. Erneut gelang den Gästen der Start perfekt, dank Shayne Wiebe. Dem Kanadier, der in den letzten zwölf Partien keinen einzigen Treffer erzielt hatte, schien auch gestern das Pech am Stock zu kleben. Zwar rutschte ihm die Scheibe zuerst über die Kelle, er kam aber nach einem Schwarzenbach-Abschluss erneut an den Puck und drückte diesen zum 2:1 über die Linie. Dauerte es im ersten Drittel 318 Sekunden bis zum Gegenschlag der Tigers, verstrichen diesmal 312 Sekunden, ehe sich Bäumle ein drittes Mal geschlagen geben musste. Zwar schien er bei Stettlers Weitschuss freie Sicht zu haben, musste die Scheibe aber zur erneuten SCL-Führung passieren lassen. Stellvertretend für die verpasste Chance, dem Leader zu Hause ein Bein zu stellen, war die Szene in der 37. Minute: Im Stile eines Ringers packte Schneuwly seinen Gegenspieler am Kragen und zerrte ihn zu Boden. Diese Strafe, die achte bereits für die Gäste, war umso ärgerlicher, weil die Scheibe im Powerplay endlich einmal gut lief und so die Chance auf den Ausgleich zum 3:3 vertan wurde. So mussten die Oltner auch im letzten Abschnitt einem Rückstand hinterherlaufen, und beinahe hätte Wiebe den dritten schnellen Gästetreffer besorgt. Doch er scheiterte ebenso wie später Brunner und Truttmann. So kippte das Spiel ab Drittelsmitte endgültig aufseiten der Tigers, welche mit einer ihrer ersten wirklichen Chance zum 4:2 kamen: Topscorer DiDomenico nahm die Scheibe aus der Luft und traf in der 51. Minute zum Schlussstand. (Michael Forster)

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