Sonntag, 26. März 2017

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Mehr Punktgewinn denn Niederlage


Zwei Tage nach der 2:4-Pleite verliert der EHC Olten das «Rückspiel» gegen NLB-Leader Langnau nach einer kämpferischen Leistung erst in der Verlängerung mit 3:4.

BILDER
Langnau-Torhüter Damiano Ciaccio macht die nahe Ecke gegen Oltens Topscorer und Doppeltorschützen MarcoTruttmann dicht. (Bild: Hr. Aeschbacher)

Olten – Langnau 3:4 n.V. (0:2, 1:1, 2:0, 0:1)
Kleinholz. – 4887 Zuschauer. – SR: Marti/Wirth, Micheli/Kehrli. – Tore: 11. Zryd (S. Lindemann, C. Moggi/Ausschlüsse Wüst, Stettler) 0:1. 16. DiDomenico (Bucher, Stettler/Ausschluss Schneuwly) 0:2. 21. Truttmann (Schwarzenbach, El Assaoui) 1:2. 31. Lindemann (Haas, Bonnet/Ausschluss Weber) 1:3. 56. Truttmann (El Assaoui, Feser) 2:3. 59. Wüst (Meister, Brunner/Ausschluss Schwarzenbach!) 3:3. 64. Albrecht (DiDomenico) 3:4. – Strafen: 9-mal 2 Minuten gegen Olten, 8-mal 2 Minuten gegen Langnau.
Olten: Tobler; Aeschlimann, El Assaoui; Bagnoud, Schnyder; Meister, Parati; Schwarzenbach, Feser, Truttmann; Wüst, Studer, Wüthrich; Wiebe, Schneuwly, Brunner; Lüthi, Weber, Ulmer.
Langnau: Ciaccio; Currit, Stettler; K. Lindemann, Bonnet; Ronchetti, Zryd; S. Lindemann, C. Moggi, Haas; T. Gerber, DiDomenico, Bucher; Rexha, A. Gerber, Sterchi; Wyss, Albrecht, Schlapbach; Bandiera.
Bemerkungen: Olten ohne Rampazzo (krank), Marolf, Ganz, Hirt, Ruhnke, Pargätzi, Schild (alle verletzt), Burki (Fribourg-Gottéron) und Leone (Kloten Flyers); Langnau ohne Müller, Rüegg, S. Moggi, Bärtschi, Hecquefeuille, Nüssli, Bächler, Haberstich und Flückiger. Truttmann und S. Lindemann als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. 26. Lattenschuss DiDomenico.

Natürlich hatten sich die EHCO-Fans den ersten Auftritt ihrer Mannschaft unter dem neuen Trainer Heikki Leime nach dem Motto «Neue Besen kehren gut» vorgestellt. Der Wille war den Spielern denn auch nicht abzusprechen, mehr noch: Die Oltner agierten fast zu ungestüm, wollten es zu gut machen. Diesem Eindruck wollte Marco Truttmann nicht grundsätzlich widersprechen: «Der Trainer verlangte von uns, kreativ zu sein», so der Oltner Topscorer, musste aber im gleichen Atemzug eingestehen, dass man es gegen den Leader vielleicht ein bisschen zu sehr auf die spielerische Art habe versuchen wollen. «Gegen eine solche Mannschaft müssen wir mehr den direkten Weg aufs Tor suchen.» Zudem galt die Konzentration, gerade zu Beginn, in vielen Situationen nur dem Mann, was den Gästen, welche sicher kombinierten, beim Postabgang das Spiel erleichterte. So geschehen beim 0:1 in der 11. Minute, als Verteidiger Zryd vor Goalie Tobler plötzlich alle Freiheiten genoss und diese prompt ausnutzte.

Am Einsatz lags also nicht bei den Gastgebern, alleine, es wollte (noch) nicht recht klappen gegen den Leader. Irgendwie schien man zu viel Energie dafür aufzuwenden, einen guten Eindruck zu machen, sich nichts vorwerfen lassen zu können. Darunter litten, einmal mehr in dieser Saison und noch immer, die Automatismen. Das war einerseits in der Angriffsauslösung sichtbar, obwohl genau dieser Bereich noch am Tag zuvor noch speziell trainiert worden war. Anstatt über den «einfachen» Weg, via Center und Stürmer, den Weg ins gegnerische Drittel zu finden, rannten sich die Oltner immer wieder an der blauen Linie am gelbroten SCL-Riegel fest. «Alles ist noch frisch, wir hatten gute Ansätze», so Truttmann, «müssen aber sicher weiter daran arbeiten.»

Trauer- statt Powerplay
Spielentscheidend war jedoch ein anderer Punkt: das Powerplay. Dreieinhalb Mal bekamen die Gäste bis zur 50. Minute Gelegenheit dazu, zweimal schlugen sie zu. Wieso? Weil sie Überraschendes taten. Einmal löste sich Topscorer DiDomenico im rechten Moment von seinen Gegnern und spitzelte den Puck irgendwie über die Linie, dann lief sich Sven Lindemann geschickt frei, und brauchte einen exakten Haas-Pass nur noch ins halbleere EHCO-Gehäuse zu schieben. Eine satte Quote bis zu diesem Zeitpunkt, wenngleich sie in der Folge durch eine doppelte zweiminütige Überzahl, welche ohne Zählbares verstrich, noch etwas getrübt wurde.

Und bei den Oltnern? Da war das Powerplay einmal mehr ein Trauerplay. Ganze acht Minuten konnten sie zwischen der 35. und 43. mit einem Mann mehr agieren, heraus schaute hingegen nichts. Wieso? Weil das Überraschende fehlte. Vieles ist und bleibt berechenbar im EHCO-Powerplay der Saison 2014/15. Es will ganz einfach nicht gelingen, den Gegner in solchen Phasen vor ernsthafte Probleme zu stellen. «Wir müssen uns jetzt zuerst einmal auf das Spiel fünf gegen fünf konzentrieren», so Truttmann. «Da waren wir heute fast besser als Langnau. Wenn es uns gelingt, in diesem Bereich dauerhaft Fortschritte zu erzielen, dann läuft es uns auch im Powerplay besser. Aber klar, da müssen wir alle den Kopf einschalten, clever spielen.»

Später Doppelschlag
Damit Leimes Debüt an der Bande aber dennoch mit einem Punktgewinn ausfiel, dafür brauchten die Oltner das Powerplay nicht. Vieles deutete nach gespielten 55 Minuten auf einen relativ klaren Sieg der Gäste hin, ehe wieder Truttmann – er hatte in der 21. Minute bereits auf 1:2 verkürzt – neue Hoffnung aufkeimen liess, indem er eine der recht zahlreichen Möglichkeiten der Einheimischen zum Anschlusstreffer verwertete. Und es kam gar noch besser: 96 Sekunden vor dem Ende entwischte der flinke Wüst auf der linken Angriffsseite in Unterzahl, zog ab und liess Tigers-Hüter Ciaccio nicht unbedingt gut aussehen.

Jetzt brodelte es im Kleinholz, welches mit über 4800 Zuschauern doch recht ansehnlich gefüllt war, gewaltig, ehe in der Verlängerung wieder nur ein Sektor richtig Grund zum Jubeln hatte: jener der Gäste, dank Albrechts 3:4 in der 64. Minute. «Wir hätten drei Punkte holen können», konnte sich Doppeltorschütze Truttmann mit dem einen gewonnenen Zähler nur schwer anfreunden, «aber es bringt nichts, darüber zu diskutieren. Wir müssen das Positive mitnehmen und vorwärts schauen.» von Michael Forster

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