Sonntag, 28. Mai 2017

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Finanziell noch alles im Lot


Die Marschrichtung beim EHCO stimmt, und doch täten ein paar Siege immens gut.

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Der EHC Olten will in Zukunft wieder öfters jubeln können – nicht zuletzt der Einnahmen wegen. (Bild: bko)

Nein, Sorgen machen um den Verein müsse man sich keine, versichert Geschäftsführer Peter Rötheli. Trotz der happigen Investitionen in das neue Stadion; trotz des sportlichen Misserfolgs der letzten Monate; und trotz der Beurlaubung von Trainer Scott Beattie, welcher, faktisch, aus seinem bis zum Ende der Saison 2017/18 weiterlaufenden Vertrag entlassen wurde. Der Grund dafür, dass die eingeschlagene Marschrichtung, trotz der widrigen Umstände, mehr oder weniger unbeirrt eingehalten werden kann, liegt in der guten Saisonvorbereitung. Und zwar nicht jene der Mannschaft, sondern jene der Marketing-Abteilung. Sie hat im Sommer mit dem Abschluss von lukrativen Verträgen mit grossen Sponsoren dafür gesorgt, dass man die Saison, aus finanzieller Sicht, mit einer gewissen Gelassenheit angehen konnte und auch jetzt noch relativ gut aufgestellt ist.

Das «neue» Stadion als Goldesel

Während die Erfolge im Grossmarketing in diesen Tagen und Wochen so etwas wie den rettenden Anker für den EHCO darstellen, gerät das Kleinmarketing immer mehr ins Stocken. «Hier brauchen wir die Unterstützung der Mannschaft», wirft CEO Peter Rötheli ein. «Besonders Puck- oder Stockspenden verkaufen sich viel besser, wenns der Mannschaft läuft.» Jammern, so Rötheli, wolle er aber nicht, schliesslich hielten die Zuschauer dem Team auch in dieser nicht einfachen Phase die Treue. Besonders mit dem Aufmarsch am letzten Heimspiel gegen die SCL Tigers zeigt sich Rötheli mehr als zufrieden: «Wenn man bedenkt, dass die Fans in den Spielen zuvor einige Niederlagen und Enttäuschungen einzustecken hatten und wir uns in der Vorweihnachtszeit befinden, ist das ein sehr schönes Aufkommen.»

Und doch täte ein sportlicher Aufschwung, im Hinblick auf den weiteren Saisonverlauf und auch darüber hinaus, natürlich gut. Denn schon bald beginnen wieder die Gespräche im Grossmarketingbereich für die nächste Saison. Trotz (momentan) ausbleibendem Erfolg spürt Rötheli aber, dass die stete Aufwärtstendenz der letzten Jahre weitergehen könnte. «Da merkt man ganz deutlich die Wirkung des neuen Stadions, mit dem Videowürfel und den neuen VIP-Plätzen im Restaurant. Das eröffnet uns viele neue Möglichkeiten, den EHCO als Kommunikationsplattform zu vermarkten: Ein guter Werbeauftritt ist gewiss.»

Gesucht: Lösung im Fall Beattie

Noch besser, vor allem aufgrund der kurzfristigen Auswirkungen, wären sportlich positive Schlagzeilen. Sie sind noch immer der wichtigste Erfolgsfaktor für das Unternehmen EHCO, das weiss auch Peter Rötheli, «denn schliesslich hängt alles zusammen. Mit den Siegen kommen mehr Zuschauer ins Stadion, es wird mehr konsumiert, wir können dadurch mehr Inserate verkaufen und schliesslich wird auch im Merchandising-Bereich, im Fanshop also, mehr Ware umgesetzt.» Dass die Spieler in diesem Bereich in der Pflicht stehen, wissen sie genau. Sie spüren es denn auch 1:1, wenn ihre Leistung auf dem Eis nicht stimmt: und zwar im Geldbeutel. Die Verträge der Spieler sind an ein Bonussystem gekoppelt, welches sich am sportlichen Erfolg orientiert. Gleichzeitig kommt ein Malussystem zum Tragen, wenn ebenjener ausbleibt oder der Verein gar einen Verlust schreibt. In diesem Fall müssen sich die Spieler mit 10 Prozent daran beteiligen.

Während es die Akteure in dieser Saison also noch in den eigenen Händen haben, das EHCO-Schiff wieder in die Gewinnzone zu manövrieren, wird man im Bereich Trainer einen Abschreiber tätigen müssen. Diese Woche sollen Gespräche mit Scott Beattie aufgenommen und eine Lösung gesucht werden. «Wir wollten ein wenig Gras darüber wachsen lassen, denn es waren doch recht viele Emotionen vorhanden», so Rötheli zur Beurlaubung des Kanadiers am 21. November. In der Causa Beattie gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten: eine Einigung mit anschliessender Vertragskündigung, ein neuer Aufgabenbereich innerhalb des Vereins oder ein neuer Job als Trainer bei einem anderen Verein. Dass der Kanadier seinen noch bis im Frühjahr 2018 weiterlaufenden Vertrag einfach so aussitzt, davon geht niemand aus. Doch so viel steht fest: Welche Lösung mit Beattie auch immer getroffen werden kann, es wird den EHCO eine schöne Stange Geld kosten. (Michael Forster)

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