Sonntag, 26. März 2017

Zofingen

6 bis 13°C

Anfänglicher Leichtsinn wird bestraft


Die Oltner holen gegen die GCK Lions ein 0:3 auf und verlieren in der Overtime noch 4:5.

BILDER
Adrian Brunner und Cédric Schneuwly bejubeln den 2:3-Anschlusstreffer. (Bild: Hr. Aeschbacher)

Olten – GCK Lions 4:5 n.V. (0:2, 2:1, 2:1, 0:1)

Kleinholz. – 3851 Zuschauer. – SR: Unterfinger; Pitton/Wermeille. – Tore: 7. Hinterkircher 0:1. 16. Ramón Diem (Nägeli/Ausschluss Lüthi) 0:2. 29. Reichart (Nikiforuk, Neher/Ausschluss Ganz) 0:3. 37. Schneuwly (Hirt, Studer/Strafe angezeigt) 1:3. 38. Brunner (Schneuwly) 2:3. 48. (47:07) Feser (Ganz, Truttmann) 3:3. 48. (47:50) Ramón Diem (Tremblay, Puntus/Strafe angezeigt) 3:4. 59. Feser (Wiebe, Schwarzenbach) 4:4. 63. (62:14) Nikiforuk (Neher) 4:5. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Olten, 4-mal 2 Minuten gegen GCK Lions.

Olten: Tobler; El Assaoui, Meister; Parati, Ganz; Schnyder, Bagnoud; Truttmann, Feser, Schwarzenbach; Brunner, Burki, Wiebe; Hirt, Schneuwly, Wüst; Wüthrich, Studer, Lüthi; Ruhnke.

GCK Lions: Schlegel; Molina, Faic; Seiler, Peter; Breiter, Reichert; Nikiforuk, Nägeli, Tremblay; Brandi, Neher, Hoffmann; Ramón Diem, Dominik Diem, Puntus; Allevi, Hinterkircher, Meier.

Bemerkungen: Olten ohne Marolf, Schild, Ulmer, Aeschlimann, Pargätzi (alle verletzt), Bäumle (krank), Leone (Kloten Flyers) und Weber (überzählig). GCK Lions ohne Braun, Raffeiner , Zürrer (alle verletzt), Sitje, Malgin, Büsser, Karrer, Siegenthaler (alle U20-Nationalmannschaft), Blatter, Bachofner, Schmuckli, Tabacek und Senteler (alle ZSC Lions). 2. Lattenschuss Bagnoud. 5. Pfostenschuss Faic. 16. Pfostenschuss Nikiforuk. 37:58 Timeout GCK Lions. 55. Lattenschuss Wiebe. 57:51 Timeout Olten, das bis 58:01 mit sechs Feldspielern spielt. Schneuwly und Schlegel als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet.

Im ersten Heimspiel nach der Freistellung von Scott Beattie gewannen die Oltner gegen die GCK Lions nach einer 0:3-Rücklage noch 5:4. Gestern nahm die Aufholjagd ein weniger rühmliches Ende. Nachfolger Heikki Leime musste nach drei Siegen mit 4:5 seine zweite Overtime-Niederlage einstecken. Obwohl zwei umstrittene Entscheide gegen die Oltner ausfielen, können sie die Refs nicht für den Ausgang verantwortlich machen. «Wir haben die ersten 20 Minuten völlig verschlafen», meinte EHCO-Stürmer Diego Schwarzenbach zur Abschlussschwäche der Gastgeber bis weit nach der Halbzeit.

Das Pech beim Lattenschuss von Christopher Bagnoud (2. Minute) und beim Kicktor zum 0:1 (7.) durch Mattia Hinterkircher, gegen das Oltens Captain Patrick Parati vergeblich protestierte, dürfen die Gastgeber nicht als Entschuldigung für den miserablen Start heranziehen. Das Gegentor hätten die Oltner, welche als Weihnachtsgeschenk die Verpflichtung von Martin Ulmer bis Ende Saison 2015/16 bereit hielten, unter normalen Umständen locker wegstecken können. Mit dem gewachsenen Selbstvertrauen und einer 16:7-Schussüberlegenheit hätten sie den Umfaller noch im ersten Drittel korrigieren müssen. Doch offenbar trugen die Schlittschuhe den Tabellenvierten diesmal fast schon zu leicht. Die Oltner trugen zwar in der Offensive in der Regel viel Sorge zum Puck, doch nicht unbedingt zu ihren Chancen.

Fast ins 0:4 hineingeschlittert

Mit an Leichtsinn grenzender Unbedarftheit setzten die Einheimischen die Scheibe gegen die Schoner von Niklas Schlegel oder auf allen Seiten am Tor vorbei. Dass Ramón Diem, als die Strafe gegen Raffael Lüthi beinahe abgelaufen war, in der 16. Minute zum 0:2 nachdoppelte, passte ins widersprüchliche Bild, das die Oltner abgaben. Daran änderte sich auch im Mitteldrittel vorerst wenig. Noch immer gaben die Platzherren mit ihrem Zug nach vorne den Ton an, doch das Resultat auf der Tafel sprach eine andere Sprache. Die Lions machten zwar erst mit einem Schuss in der 27. Minute auf sich aufmerksam , doch schon in der 29. Minute machten die Zürcher beim zweiten Powerplay wieder Nägel mit Köpfen. Damian Reichart schloss das Überzahlspiel mit einem präzisen Schuss aus halbrechter Position zum 0:3 ab.  Fast wäre es für die Oltner, die in dieser Phase mental zu kippen schienen, noch schlimmer gekommen: Als die Gäste jedoch durch Jari Allevi in der 35. Minute durch eine erneute Kickbewegung in Überzahl zum 0:4 zu gelangen schienen, entschied Headschiedsrichter Unterfinger zugunsten der Oltner.

Den Ausgleich vermasselt

Plötzlich nahmen die Dinge eine Drehung für den EHCO. Cédric Schneuwly, der noch drei Zeigerumdrehungen zuvor frustiert mit dem Stock das Eis traktiert hatte, lancierte in der 37. Minute mit dem 1:3 das Spiel neu. In der Folgeminute öffneten sich für Adrian Brunner die entscheidenden Löcher und es hiess nur noch 2:3. Den einschussbereiten Puck zum 3:3 vergaben die Oltner zwar noch vor der zweiten Sirene, doch im dritten Abschnitt fassten sie nach einem rätselhaft verhaltenen Einstieg wieder Tritt. In der 48. Minute stand Justin Feser goldrichtig beim Abstauber vor GCK-Goalie Schlegel. Kaum jauchzend, schafften es die Oltner allerdings, sich schnellstmöglich selber wieder zu betrüben. Der Kanadier Alexandre Tremblay riss bei angezeigter Strafe das Heft an sich und drückte Richtung Olten-Schlussmann Michael Tobler ab. Schliesslich dämpfte der Zürcher Doppeltorschütze Ramón Diem bloss 43 Sekunden nach dem Ausgleich die Oltner Siegesgelüste mit dem 3:4.

Brunner hatte den Matchpuck

119 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit hatte auch Olten, das Tobler durch einen sechsten Felspieler ersetzt hatte, in Feser seinen zweifachen Scorer und stand dem Erfolg mit dem Momentum im Rücken so nah wie nie zuvor. Marco Truttmann und Shayne Wiebe, der zuvor schon die Lattenunterkante getroffen hatte, scheiterten in der Schlussphase vor dem Zürcher Kasten. Nicht besser erging es Brunner, der 22 Sekunden vor Beginn der Verlängerung den eigentlichen Matchpuck von Schlegel abgewehrt sah.

Obwohl Olten die Overtime mit einem Powerplay eröffnen durfte, konnte es den zweiten Zähler nicht auf seinem Konto verbuchen. Die Art, wie die GCK Lions den Zusatzpunkt ergatterten, war allerdings höchst umstritten. Zuerst foulte der von der Strafbank zurückgekehrte Alex Nikiforuk den Oltner Verteidiger Sami El Assaoui, dann versenkte er die Scheibe durch Nachstochern unter dem auf dem Eis liegenden Tobler zum 4:5 ins Netz. Nur so lange hätte der EHCO das Spiel eben gar nie andauern lassen sollen. (von Jürg Salvisberg)

Kommentare zu diesem Artikel (0)
Kommentar zu diesem Artikel schreiben
Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.





Sie befinden sich hier: 

Home / RESSORTS / EHCO Mobile-Website anzeigen


Verlag

Zeitungen





Copyright 2016 © Zofinger Tagblatt