Sonntag, 26. März 2017

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Eichmann hielt die Spannung aufrecht


Der EHC Olten muss beim 2:1 gegen den SC Langenthal nach einem Blitzstart bis ganz zum Schluss um die drei Punkte kämpfen.

BILDER
Der Oltner Codey Burki setzt sich trotz harter Gegenwehr gegen Mike Küng (94) und David Stämpfli durch. (Bild: Hr. Aeschbacher)

Olten - Langenthal 2:1 (1:1, 1:0, 0:0)

Kleinholz. – 6030 Zuschauer (ausverkauft/Saisonrekord). – SR: Dipietro/Stricker, Borga/Progin. – Tore: 2. Burki (Brunner, Wiebe) 1:0. 17. Tschannen (Kelly, Campbell/Ausschluss Pargätzi) 1:1. 29. Schwarzenbach (Feser, Bagnoud) 2:1. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Olten, 5-mal 2 Minuten gegen Langenthal.

Olten: Tobler; Meister, El Assaoui; Ganz, Parati; Bagnoud, Schnyder; Pargätzi, Grossniklaus; Schwarzenbach, Feser, Truttmann; Wiebe, Burki, Brunner; Wüst, Schneuwly, Hirt; Lüthi, Studer, Ruhnke.

Langenthal: Eichmann; Collenberg, Schäublin; Welti, Fröhlicher; Stämpfli, Pienitz; M. Küng; Tschannen, Campbell, Kelly; Füglister, Dünner, Triulzi; Hobi, V. Küng, Gemperli; Kämpf, Lüssy, Carbis; Schnyder.

Bemerkungen: Olten Marolf, Ulmer, Wüthrich, Schild, Aeschlimann (alle verletzt), Leone (Kloten Flyers), Weber und Rampazzo (beide überzählig), dafür erstmals mit Tim Grossniklaus vom SC Bern (B-Lizenz); Langenthal ohne Minder, Schüpbach, Schefer, Ranov und Arnold. Eichmann und Schwarzenbach als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. Pfostenschüsse: 18. Ruhnke, 53. Stämpfli, 60. Schwarzenbach. Langenthal ab 58:28 bis 59:19 sowie ab 59:48 ohne Torhüter. 59:08 Timeout Langenthal.

«Am Schluss hätte es durchaus noch kippen können», war Remo Hirt nach dem Derby die Erleichterung anzuhören. Zwar haben man gezeigt, dass man sich auf dem Weg zurück befinde: «Wir müssen uns aber an der eigenen Nase nehmen und viel mehr Treffer erzielen müssen.» Dabei nahm Hirt sich selber, der gestern Abend ein auffallend starkes Spiel ablieferte, keinesfalls aus. Seit dem 24. Oktober und dem Heimspiel gegen Visp wartet der Berner auf ein persönliches Erfolgserlebnis, und auch gestern scheiterte er wieder ein paar Mal aus bester Position. «Ich bin eher der Typ Spieler, der noch einen Pass spielt, anstatt selber den Torerfolg zu suchen. Primär bin ich aber zufrieden, vor einer solchen Kulisse gewonnen zu haben.»

Dennoch war es haarsträubend, was die Oltner in Abschnitt eins an Chancen versiebten. Zwar erhielt SCL-Torhüter Eichmann (SCL-Trainer Jason O’Leary: «Er spielte eine unglaubliche Partie») seine Fangquote von über 94 Prozent bis zu diesem Zeitpunkt ganz sicher nicht geschenkt, profitierte aber, nebst ein paar starken Interventionen, auch von der fehlenden Kaltblütigkeit der EHCO-Angreifer. Dabei geriet der Auftakt ganz nach den Vorstellungen der Solothurner, dauerte es doch nur gerade 111 Sekunden, ehe Codey Burki einen wohlüberlegten Passablenker von Brunner zum 1:0 ins Netz spedierte. Es war angerichtet für ein Drittel, welches, aus Sicht der Gastgeber, nichts zu wünschen übrig liess – ausser den erfolgreichen Torschüssen. Das muntere Auslassen von allerbesten Abschlussmöglichkeiten nahm ab der 8. Minute seinen Lauf, als die Linie um Remo Hirt einen Bilderbuch-Angriff eben nur beinahe mit einem Treffer veredelte.

Just zu diesem Zeitpunkt gaben auch die Gäste ein erstes Lebenszeichen von sich, will man denn einen (nicht sonderlich gefährlichen) Pfostenstreifschuss von Daniel Carbis als solches interpretieren. Dann war die Reihe aber wieder an Grünweiss, doch Wiebe verpasste ebenso wie später die 1. Linie, welche zwar gefällige Kombinationen aufs Eis zauberte, aber (noch) nicht mehr. Auch dann nicht, als sie mit einem Mann mehr agieren konnte – und das war in den ersten beiden Abschnitten immerhin fünfmal der Fall. Nicht zweimal bitten liessen sich in dieser Phase die Langenthaler. Das Unparteiischen-Duo interpretierte ein gegenseitiges, mehr oder weniger intensives Hin- und Herschubsen schliesslich (etwas einseitig) als Crosscheck Pargätzis, was die SCL-Paradelinie durch Tschannen prompt zum Ausgleich nutzte.

Die Gastgeber mussten sich aber nicht wundern, dass der Spielstand zur ersten Pause in so krassem Widerspruch zum Spielgeschehen stand. Bis auf die 4. Linie sündigten sie alle immer wieder; so machte Schwarzenbach zwei Minuten vor Drittelsende den einen Schlenker zuviel, nachdem er Eichmann praktisch schon verladen und das halb leere Gehäuse vor sich hatte. Im mittleren Abschnitt wechselten die Oltner vom Intercity, in welchem sie zu Beginn durch die Gästeabwehr gebraust waren, in den Regio-Express. «Eigentlich wollten wir den Rhythmus über die ganzen 60 Minuten durchziehen», wollte Hirt von einem bewussten Zurückschalten nichts wissen, «doch irgendwie ging jeder ein bisschen weniger, und das merkte man sofort.»

Das etwas Weniger reichte gegen den SCL aber dennoch zum Sieg. Einerseits, weil der EHCO in der Defensive relativ wenig zuliess und die Gäste auch fünf Partien nach dem Weggang von Trainer Olivier Horak noch immer nicht mit der letzten Überzeugung zu Werke gingen, andererseits, weil sich die Paradelinie doch noch zumindest einen Treffer gutschreiben lassen konnte. Es war Diego Schwarzenbach, welcher in der 29. Minute nach einem Feser-Fehlschuss genau richtig stand und das frühe Game-Winning-Goal erzielte. Was folgte, war eine relativ turbulente Schlussphase, in welcher Schwarzenbach bei einem Entlastungsangriff nur die Umrandung des verlassenen SCL-Gehäuses traf. Trotz des knappen Resultats machten die Oltner gestern einen weiteren Schritt in die richtige Richtung. «Vorher spielte der EHCO nicht mit so viel Energie und Freude», sprach O’Leary von einem «Riesenunterschied. Dass sie so schnell und kreativ spielen können, ist keine Überraschung.»

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