Sonntag, 26. März 2017

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Dem Fluch auf russisch begegnet


Der EHC Olten gewinnt das letzte Spiel des Jahres in La Chaux-de-Fonds mit 4:1.

BILDER
Oltens Justin Feser (rechts) enteilt dem HCC-Verteidiger Dave Sutter. (Bild: rto)

La Chaux-de-Fonds - Olten 1:4 (0:2, 1:0, 0:2)

Les Mélèzes. – 2478 Zuschauer. – SR: Kämpfer/Marti, Gnemmi/Micheli. – Tore: 15. Grossniklaus (Studer, Lüthi) 0:1. 19. Feser (Truttmann, Schwarzenbach) 0:2. 28. Muller (Sutter, Sejna/Ausschluss Schwarzenbach) 1:2. 51. Ganz ( Truttmann, Schwarzenbach/Ausschluss Bochatay) 1:3. 60. (59:52) Truttmann (Feser/Ausschluss Burki, La Chaux-de-Fonds ohne Torhüter) 1:4. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen La Chaux-de-Fonds, 5-mal 2 Minuten gegen Olten.

La Chaux-de-Fonds: Giovannini; Sutter, Jaquet; Daucourt, Girardin; Erb, Du Bois; Blatter, Zubler; Muller, Forget, Sejna; Grezet, Poudrier, Pivron; Neininger, Burkhalter, Barbero; Bochatay, Bonnet, Merola.

Olten: Tobler; Meister, Pargätzi; Ganz, Parati; Bagnoud, El Assaoui; Schnyder, Grossniklaus; Schwarzenbach, Feser, Truttmann; Wiebe, Burki, Brunner; Wüst, Schneuwly, Hirt; Ruhnke, Studer, Lüthi.

Bemerkungen: La Chaux-de-Fonds ohne Leblanc und Mondou (beide verletzt); Olten ohne Schild, Marolf, Ulmer, Aeschlimann, Wüthrich (alle verletzt), Rampazzo, Weber (beide überzählig) und Leone (Kloten Flyers). Sejna und Truttmann als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. La Chaux-de-Fonds ab 58:05 bis 59:52 ohne Torhüter. 58:33 Timeout La Chaux-de-Fonds.

 

Da hatte es für den EHC Olten in dieser Saison gegen La Chaux-de-Fonds bei vier Gelegenheiten lauter Niederlagen abgesetzt – und dann das. Zwar setzten die Gastgeber ihren Gegner vom ersten Augenblick an unter Druck, konnten daraus aber lange keinen Profit schlagen. «Wir haben viele Schüsse geblockt und vor dem Tor resolut aufgeräumt», nannte Marco Truttmann das Erfolgsrezept, «unser Vorhaben, im eigenen Drittel kompakt zu stehen, ist sehr gut aufgegangen.» Das Gefährlichste, was die Neuenburger in den ersten 20 Minuten zu bieten hatten, waren Ablenker, welche das Tor jedoch knapp verfehlten, oder aber von Michael Tobler entscheidend abgelenkt werden konnten. Das permanente Forechecking des HCC hinterliess zwar dann und wann Spuren, doch diese verwischten die Gastgeber mit ihrem zu ungenauen Spiel in der gegnerischen Zone meistens gleich selber. Als sich die Oltner einmal auf den Druck eingestellt hatten und den Puck geschickt durch die eigenen Reihen laufen liessen, war von La Chaux-de-Fonds praktisch nichts mehr zu sehen. Entsprechend kam der EHCO besser ins Spiel, schnupperte nach zehn Minuten durch Wüst erstmals ernsthaft am Führungstreffer und realisierte diesen kurze Zeit später. Studer und Lüthi leisteten an der Bande die Vorarbeit, Verteidiger Tim Grossniklaus erzielte in seinem zweiten Spiel für den EHCO von der blauen Linie den ersten Treffer auf Stufe Nationalliga.

Nach dieser Co-Produktion der jeweils vierten Defensiv- und Offensivlinie folgte der Geniestreich der Oltner Paradeformation. Stimmten Aufwand und Ertrag in den letzten Spielen nicht immer überein, passte diesmal alles perfekt. Schwarzenbach passte hinter seinem Rücken auf Truttmann, dieser bediente Feser vor dem Tor, welcher dem Puck nur noch die Richtung mitgeben musste. Ein Treffer wie aus dem Lehrbuch, mehr noch: Der 112. EHCO-Treffer der Saison war der bislang schönste. «Es war tatsächlich beinahe ein wenig russisch», musste auch Truttmann schmunzeln, «alle haben das Gleiche gedacht. Ich hätte bereits schiessen können, sah jedoch den noch besser postierten Feser.» In der 28. Minute passte dann aber auch bei den Gastgebern alles zusammen. Mit einem Mann mehr hebelten sie die EHCO-Defensive aus und erzielten den 1:2-Anschlusstreffer. Die grossen Chancen waren in der Folge Mangelware. Gefährlich wurde es wieder in der 40. Minute, als zuerst Studer und Lüthi eine klare, gleich im Anschluss Meister eine glasklare Möglichkeit ausliessen.

Der letzte Abschnitt brachte Chancen auf beiden Seiten, mit dem besseren Ende für die Gäste. Jetzt lief der Puck auch im Powerplay, und Ganz sorgte mit seinem Flachschuss für die Vorentscheidung (51.). Es hätte zum Schluss durchaus noch einmal spannend werden können, musste doch Burki eineinhalb Minuten vor dem Ende wegen Beinstellens auf die Strafbank. Die folgende 6:4-Überzahl brachte jedoch nichts Zählbares mehr für die Gastgeber, im Gegenteil. Feser bediente Truttmann, welcher den Puck aufreizend lässig zur Entscheidung ins Tor gleiten liess. «Die Tore fallen wieder», strich Truttmann nach der Partie hervor, «defensiv müssen wir aber noch an unserem Spiel arbeiten. Vor allem im 1:1, wenn der Gegner wechselt, müssen wir noch besser miteinander reden.» (mf)

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