Montag, 24. Juli 2017

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Der Herr über die Wäscheberge


Das Heimspiel gegen den punktgleichen Tabellennachbarn Martigny ist nicht nur für die Spieler des EHC Olten mit viel Arbeit verbunden, auch Benjamin Borner wird wieder gefordert sein.

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Friedliches Nebeneinander zwischen EHCO-Powermouse und SCL-Tiger in der Kleinholz-Waschküche – Benjamin Borner nimmt sich beiden Dresses an. (Bild: ae)

Rund um den Spiel- und Trainingsbetrieb fallen beim EHC Olten Unmengen schmutziger Wäsche an, die es zu waschen gilt. Materialwart Benjamin «Süppli» Borner nimmt sich im Kleinholz dieser Aufgabe an. «Am schlimmsten sind Blutspuren», weiss Benjamin Borner seinen ärgsten «Feind» zu benennen. Erst kürzlich, als Martin Wüthrich gegen die GCK Lions einen Puck mitten ins Gesicht erhielt und stark blutete, war das Fachwissen Borners gefragt, um Trikot und Ausrüstung wieder sauber zu bekommen. Das einzige Mittel dies zu bewerkstelligen, sei, die Textilien ins kalte Wasser einzulegen, und keinesfalls ins warme, so die Empfehlung des 61-Jährigen.

Der Eishockey-Sport ist eine Materialschlacht. Etliche Ausrüstungsgegenstände schützen den Spieler und sorgen für Wohlbefinden. Nach der schweisstreibenden sportlichen Betätigung wollen all diese Gegenstände auch wieder gesäubert werden. In seinem Materialraum, gleich bei der Garderobe der ersten Mannschaft, ausgerüstet mit je zwei Waschmaschinen und Trocknern sowie eines Luftentfeuchters geht Benjamin «Süppli» Borner seiner Tätigkeit nach. Sein Engagement ist besonders an Spieltagen gefragt, wo ihn jeweils ein Arbeitskollege unterstützt. Unmengen schmutziger Wäsche bestehend aus Schweiss- und Frotteetüchern, Leibwäsche, Einlauf- und Matchdresses warten jeweils auf das Duo. Ganze 16 Trommeln gilt es zu waschen und zu trocknen. Insgesamt steht der in Kappel wohnhafte Borner an einem Spieltag gut und gerne zwölf Stunden im Einsatz. Es wird nicht nur die Wäsche der Heimmannschaft gewaschen, nein, auch für den Gegner werden solche Dienste erledigt. So besteht eine Abmachung zwischen allen Materialwarten der NLB, dass dem Gastteam der Waschgang der Frottee- und Schweisstücher abgenommen wird, was die Materialschlacht für den anreisenden Zeugwart etwas erleichtert.

Die besagte Zusammenarbeit zwischen den Materialwarten der Liga gibt es laut Borner seit fünf Jahren auf Initiative seitens der GCK Lions. Es hätten nicht alle Vereine von Beginn weg mitgemacht. So habe Ajoie bis zur vergangenen Saison sein Veto eingelegt. Nun «spielen» aber auch die Jurassier mit. Mit Langenthal, Langnau und Thurgau geht die Zusammenarbeit gar über die Frotteewäsche hinaus. Mit den Berufskollegen dieser Vereine pflegt «Süppli», wie er weitherum genannt wird und diesem Namen seiner jahrelangen Tätigkeit als Gulaschsuppen-Kocher in der Fasnachtsclique «Hägageri» in Hägendorf verdankt, ein besonders gutes Verhältnis.

Das partnerschaftliche Nebeneinander mit Langenthal mag erstaunen. Doch Borner sagt: «Natürlich sind Langenthal und der EHCO sportlich Erzrivalen, aber Jürg Hegi (Anm. d. Red: Leiter Staff SCL) und ich pflegen ein sehr gutes Verhältnis. Wir unterstützen uns gegenseitig und nehmen dem Auswärtsfahrer einen kleines bisschen seiner Arbeit ab.» Konkret bedeutet dies, dass sich der Materialwart des Heimteams zusätzlich um die Einlauftrikots des Gegners kümmert. Aber auch bei anderen Bedürfnissen wird das Gegenüber unterstützt. Geht etwa ein Ausrüstungsgegenstand vergessen oder ist schnelle Abhilfe aufgrund eines Defekts gefragt, hilft man sich gegenseitig aus. Als «Geben und Nehmen», beschreibt Borner das freundschaftliche Verhältnis trotz Erzrivalität. (Tobias Schalk)

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