Samstag, 29. April 2017

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Visp löscht das Oltner Strohfeuer


Bei der 2:5-Niederlage kamen im Kleinholz Achterbahn-Gefühle auf.

BILDER
Visps William Rapuzzi setzt sich gegen die Oltner Remo Hirt (links), Sami El Assaoui und Simon Schnyder (hinten) durch. (Bild: Hr. Aeschbacher)

Olten - Visp 2:5 (0:2, 2:0, 0:3)

Kleinholz. – 2745 Zuschauer. – SR: Fischer, Schüpbach/Wermeille. – Tore: 6. (5:01) Desmarais (Heynen, Michailow) 0:1. 6. (5:28) Schmutz (Rapuzzi, Schoder) 0:2. 34. Studer (Lüthi, Parati) 1:2. 38. Wiebe (Brunner/Ausschluss Wiedmer) 2:2. 41. Brunold (Dolana, Botta) 2:3. 55. Wiedmer (Dolana, Botta) 2:4. 60. Wollgast (Wiedmer/Ausschluss Geiger, ins leere Tor) 2:5. – Strafen: keine Strafe gegen Olten, 4-mal 2 Minuten gegen Visp.

Olten: Bäumle; Meister, Pargätzi; Parati, Ganz; El Assaoui, Bagnoud; Schnyder; Truttmann, Feser, Schwarzenbach; Brunner, Burki, Wiebe; Hirt, Schneuwly, Wüst; Ruhnke, Studer, Lüthi.

Visp: Schoder; Geiger, Bucher; Wollgast, Wiedmer; Heldstab, Heynen; Michailow, Desmarais, Altorfer; Botta, Brunold, Dolana; Schmutz, Rapuzzi, Furrer; Moren, Alihodzic, Keller.

Bemerkungen: Olten ohne Aeschlimann, Leone, Marolf, Schild, Ulmer, Wüthrich (alle verletzt), Weber (überzählig) und Grossniklaus (Bern). Visp ohne Leu (verletzt), Hischier (U20), Müller (Bern), Zeiter und Meyer (beide überzählig). 57:59 Timeout Olten, das danach bis 59:32 ohne Torhüter spielt. Schnyder und Dolana als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet.

 

0:2 in Rückstand, mit 2:2 quasi mental in Führung und dann eine bittere 2:5-Abfuhr – der EHC Olten bot seinem Publikum gegen Visp, schön portioniert nach Dritteln, eine wahre Berg- und Tal-Fahrt. Halbwegs zufrieden konnte sich am Ende bei den Einheimischen höchstens Shayne Wiebe fühlen. Der EHCO-Kanadier bestätigte mit seinem 2:2-Ausgleich, dass seine Torflaute von 2014 tatsächlich beendet sein könnte. Getreu dem Motto «neues Jahr, neues Glück» hatte Wiebe schon gegen Martigny den zweiten Treffer erzielt.

Dass der EHC Olten das Spiel überlegen gestaltet, auch wenn die Resultattafel etwas anderes aussagt, war für die Fans nichts Neues. Zweimal waren die Oltner schon zu Hause gegen die GCK Lions nach einem 0:3-Rückstand noch zu Punkten gekommen. So hatte auch die 0:2-Rücklage gegen Visp grundsätzlich wenig Beunruhigendes. Die Gegentore in der 6. Minute trübten anfänglich nur Thomas Bäumles Comeback im Oltner Tor. Die neue Nummer 2 unter Heikki Leime kam zu ihrem ersten Einsatz seit dem 11. Dezember und machte bei beiden Gegentreffern keinen glücklichen Eindruck. Beim 0:1 von James Desmarais glitt die Scheibe zwischen den Schonern über die Linie. Als Julian Schmutz 27 Sekunden später Freiheiten genoss und abdrückte, schien der Schuss nicht unhaltbar.

Während des ganzen Spiels konnte sich der Walliser Goalie Matthias Schoder, der beim 0:2 einen Assist gutgeschrieben erhielt, mehr auszeichnen als sein Gegenüber. Er hielt seinen Kasten bis über die Halbzeit hinaus rein, obwohl er rund doppelt so viele Schüsse zu parieren hatte. Die Oltner kombinierten zwar gefällig, standen sich aber mit kleinen Patzern vor dem krönenden Abschluss oder traten nicht mit der letzten Entschiedenheit im Slot auf. Die Visper Torversuche wirkten da kerniger, und die Oltner mussten sich in der 14. Minute bei Schmutz bedanken, der vor dem leeren Oltner Kasten eigentlich nur noch den Stock hinzuhalten brauchte, dass es nicht 0:3 hiess.

Im zweiten Drittel liessen die Gastgeber dem Team von Kim Collins weniger offensive Freiheiten. «Wir wollten die Beine mehr bewegen, und das haben wir auch gemacht», schilderte Thomas Studer das zwischenzeitliche Erfolgsrezept. Der Center der vierten Linie brach nach 33 Minuten endlich den Torbann. Beim Auftakt des Mittelteils hatten die Oltner mit den Gästen fünf Minuten lange bei nummerischem Gleichstand Powerplay gespielt, auch das noch ohne greifbares Ergebnis. 24 Sekunden spielten die Gastgeber vergeblich in doppelter Überzahl, ehe Wiebe bei «normalem» Powerplay in der 38. Minute der Ausgleich glückte.

Vom 2:2 an schienen die Platzherren trotz der vorherigen Ineffizienz alle Vorteile auf ihrer Seite zu haben. Doch sie verpatzten den Einstieg ins dritte Drittel. Nach nur 26 Sekunden realisierte Alain Brunold von der starken zweiten Angriffsformation der Gäste das 2:3. «Das war das Killertor», so Raffael Lüthi, «schon wieder mussten wir einem Rückstand nachrennen, nachdem wir das Momentum eigentlich auf unserer Seite hatten.» Der Rest der Partie passte ins Schema, bevor die Oltner mit Scoren begonnen hatten. Bei beidseitigem Normalbestand drückten die Gastgeber dem Spiel den Stempel auf. Die Visper waren mit Kontern gefährlich, von denen einer in der 55. Minute zur Entscheidung durch Sandro Wiedmer führte. In den beiden Schlussminuten bestürmten die Einheimischen Schoders Kasten mit zwei Mann mehr, ehe das 2:5 ins leere Oltner Gehäuse alle Hoffnungen zunichte machte. (Jürg Salvisberg)

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