Montag, 24. Juli 2017

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Als Olten einen Gang zurückschaltete


Der EHC Olten verliert das 100. Derby gegen Langenthal nach einem 3:0-Vorsprung noch mit 3:4.

BILDER
Langenthals David Stampfli zeigt dem Oltner Cédric Schneuwly, was gesunde Härte bedeutet. (Bild: HR. Aeschbacher)

Olten – Langenthal 3:4 (2:0, 1:2, 0:2)

Kleinholz. – 4541 Zuschauer. – SR: Boverio/Wirth, Kovacs/Tschenett. – Tore: 9. Meister (Ruhnke, Grossniklaus) 1:0. 13. Weber (Wüst, Ganz) 2:0. 22. Schwarzenbach (Ausschluss Campbell) 3:0. 32. (31:17) Hobi (Collenberg) 3:1. 33. (32:41) Campbell (Kelly, Ausschluss Feser) 3:2. 49. Campbell (Kelly) 3:3. 54. Hobi 3:4. – Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Olten, 8-mal 2 Minuten gegen Langenthal.

Olten: Tobler; Pargätzi, Ganz; Aeschlimann, Parati; Simon Schnyder, El Assaoui; Grossniklaus, Meister; Truttmann, Feser, Schwarzenbach; Brunner, Burki, Wiebe; Wüst, Weber, Hirt; Ruhnke, Schneuwly, Lüthi.

Langenthal: Eichmann; Collenberg, Mike Küng; Fröhlicher, Schäublin; Pienitz, Seydoux; Kelly, Campbell, Tschannen; Spieller, Marchon, Kämpf; Ranov, Vincenzo Küng, Hobi; Carbis, Lüssy, Füglister.

Bemerkungen: Olten ohne Marolf, Ulmer, Wüthrich, Schild (alle verletzt), Bagnoud und Studer (beide überzählig), wieder mit Aeschlimann; Langenthal ohne Schefer, Schüpbach, Welti (alle verletzt), Gemperli (krank), Stämpfli, Dünner (beide EV Zug), Arnold und Stefan Schnyder (beide überzählig). 22. Pfostenschuss Feser. 57:47 Timeout Olten, 58:24 Timeout Langenthal. 58:54–60:00 Olten ohne Goalie. Remo Meister und Dominic Hobi zu den besten Spielern ihrer Teams gewählt.

Die Berg- und Talfahrt des EHC Olten geht weiter – ausnahmsweise mal nicht von Spiel zu Spiel, sondern gleich innerhalb eines einzigen Matchs. Im 100. Nationalliga-B-Derby sahen die Oltner nach einem 3:0-Vorsprung wie die sicheren Sieger aus, liessen aber auf unerklärliche Art und Weise derart nach, dass sie die denkwürdige Partie vor 4541 Zuschauern noch 3:4 verloren. 

3:0 nach 22 Minuten

Dabei knüpften sie anderthalb Drittel lang nahtlos an die Galavorstellung beim 6:1-Sieg 46 Stunden zuvor auf der Langenthaler Schoren an. Sie waren wiederum das klar dominierende Team, überzeugten mit schnellen und schönen Spielzügen sowie dem besseren Power- und Boxplay. Mit dem 0:3-Rückstand nach 22 Minuten waren die Gäste noch gut bedient, denn die hochüberlegen Oltner hätten aufgrund ihres klaren Chancenplus' höher führen können.

Allerdings konnten die Platzherren bei den beiden ersten Toren auf die Schützenhilfe des nach seiner Auswechslung am Sonntag deutlich verunsicherten Marc Eichmann zählen. Beim 1:0 in der 9. Minute befand sich der SCL-Goalie nach einem Gewühl vor seinem Kasten immer noch auf den Knien, als Remo Meister von der blauen Linie genau die Lücke fand. Beim 2:0 in der 13. Minute sah Eichmann noch unglücklicher aus, liess er doch Tim Webers Schuss zwischen den Beinen hindurch passieren.

 Schicksalsträchtige Wende

Als Diego Schwarzenbach in der 22. Minute das erste Powerplaytor des Abends zum 3:0 erzielte (Sekunden vorher war dem EHCO-Stürmer bei fünf gegen drei in aussichtsreicher Stellung der Puck über die Stockschaufel gekollert), schien die Partie vorzeitig gelaufen zu sein. Doch dann kam plötzlich alles ganz anders.

Machten die Oltner, die erstmals wieder mit Cyrill Aeschlimann spielten, dafür Adrian Brunner in der 30. Minute mit einem Brummschädel nach einem Check verloren, zwei Tage zuvor auch nach dem 1:4 weiterhin Druck, so liessen sie diesmal nach dem Drei-Tore-Vorsprung unerklärlicherweise nach. «Es war, als hätten wir einen Gang zurückgeschaltet», analysierte EHCO-Verteidiger Remo Meister die schicksalsträchtige Wende.

Zweimal Hobi, zweimal Campbell

Innerhalb von 87 Sekunden verkürzten die Langenthaler kurz nach Hälfte der Spielzeit durch Dominic Hobi (völlig freistehend) und Jeff Campbell (im Powerplay) auf 3:2. In der 49. Minute glich wiederum Campbell, der die beiden einmal mehr blassen EHCO-Ausländer klar ausstach, zum 3:3 aus. Und in der 54. Minute liess sich nach einem Missverständnis zwischen den beiden EHCO-Stürmer Weber und Lüthi an der Mittellinie auch Hobi als Doppeltorschütze zum 3:4 ausrufen, nachdem EHCO-Goalie Tobler zwei Minuten zuvor den allein vor ihm auftauchenden Tschannen mit einer Glanzparade gestoppt hatte.

«Wir haben nach dem 3:0 leider nicht weitergespielt und über die ganzen 60 Minuten verdient verloren», zollte Remo Meister der Langenthaler Aufholjagd neidlos Anerkennung.

 «Passen, laufen, schiessen»

Derweil war die Stimmungslage bei SCL-Interimstrainer Jason O'Leary natürlich ganz anders. «Ich habe auch nach dem 3:0 noch an unsere Chance geglaubt. Denn wir haben unnötige Gegentore bekommen, weil wir in der Mittelzone dumme Fehler gemacht haben. Nach dem Rückstand haben wir unser Spiel vereinfacht: passen, laufen, schiessen. Das ganze Team hat sich gesteigert, weshalb unser Sieg sicher verdient ist.» (von Markus Angst) 

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