Montag, 1. Mai 2017

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Der Oltner Martin Wüthrich will sich nach seinem Kieferbruch für die Playoffs aufdrängen.

BILDER
Noch mit speziellem Kieferschutz zwar, aber trotzdem: Martin Wüthrich kratzt schon wieder die Kurve. (Bild: HR. Aeschbacher)

Es waren keine schönen Bilder an jenem 23. Dezember. Justin Feser zog aus rechter Position ab, doch anstatt dass der Puck den Weg auf das Gehäuse der GCK Lions fand, prallte er ins Gesicht von Martin Wüthrich. Heute, sechseinhalb Wochen nach dem schmerzhaften Zwischenfall, erinnert äusserlich praktisch nichts mehr an damals. Auch nicht mehr viel an seine durch den Kieferbruch verursachte, fast schon dramatische Gewichtsabnahme von acht Kilogramm innerhalb von nur zwei Wochen, wobei das verbliebene Minus von fünf Kilogramm, bei genauerem Hinsehen, doch irgendwie auffällt – zumindest jetzt, da man um die happige Reduktion weiss. «Ich konnte in den ersten Wochen nicht kauen und nur Flüssigkeit und Brei zu mir nehmen», erklärt Wüthrich. Zumindest drei Kilo hat er mit konsequentem (Kraft-)Training wieder aufbauen können. Den letzten Schliff für die in einer Woche beginnenden Playoffs muss er sich auf dem Eis holen – zum Beispiel heute Abend in der Ajoie.

Playoff-Line-Up mit Abweichungen

Es wird also ganz bestimmt nichts damit, sich gegen den Tabellen-7. zu schonen, ja keine Verletzung zu riskieren im Hinblick auf die wichtigste Phase der Meisterschaft. Das Gegenteil ist der Fall. Wüthrich sieht die Jurassier unbedingt als letzten Härtetest vor den Playoffs: «Erstens spielen wir immer noch um den vierten Platz, da geht es auch um Prämien für jeden Einzelnen von uns. Das sollte, meiner Meinung nach, Motivation genug sein, dass jeder noch einmal zeigt, dass es parat ist.» Und dann, hängt der 32-Jährige umgehend an, gehe es auch darum, seinen Platz im Team zu sichern. «Es kehren zunehmend Spieler zurück, das heisst, der Coach hat mehr Optionen, die Mannschaft zusammenzustellen. Es kann sich also sicher keiner ausruhen.»

Sicher nicht dabei heute Abend ist Shayne Wiebe. Der Kanadier weilt aufgrund der Beerdigung eines Jugendfreundes noch bis am Montag in seiner Heimat. Damit kommt das Duo Feser/Courchaine an der Seite von Topscorer Truttmann zu einem nächsten gemeinsamen Auftritt. Trainer Heikki Leime vermeidet es denn auch, vor dem Ajoie-Spiel von einem Playoff-Line-Up zu sprechen – wenngleich im Grossen und Ganzen davon ausgegangen werden kann, dass er mit der heutigen Aufstellung schon sehr nahe an jener vom nächsten Freitag liegen dürfte. «Ich hoffe nicht», sagt er diplomatisch, «dass dies bereits die Playoff-Formation ist, schliesslich spielen wir heute wohl ohne Grossniklaus, Weber und Burki.» Im Tor wird Michael Tobler den letzten Ernstkampf der Qualifikation 2014/15 beginnen und damit im Vergleich zu Konkurrent Thomas Bäumle auf eine Bilanz von 31:17 Einsätzen kommen. In den letzten acht Runden standen beide Torhüter übrigens je viermal in der Startformation.

Egal, wer bei letzter Gelegenheit noch einmal auf sich aufmerksam machen kann beim EHCO: Es gilt, die Berg- und Talfahrt der letzten Wochen zu bremsen und die eigene Leistung auf möglichst hohem Niveau einzupendeln. Ginge es nach dem Muster der letzten Partien, dann würde auf das Galadrittel gegen Leader Langnau vom vergangenen Dienstag heute in der Ajoie wieder ein ungenügender EHCO-Auftritt folgen. «Nein, das können wir uns ganz einfach nicht leisten», entgegnet Wüthrich, «den bekannten Umschalt-Knopf gibt es nicht. Wir müssen jetzt dranbleiben, dort weitermachen, wo wir gegen Langnau aufgehört haben. Jetzt gibt es nur noch diesen Weg vorwärts.» Darüber, dass den Oltnern in den Viertelfinals mit Visp eine ausgewiesene Playoff-Mannschaft «droht», mache man sich noch keine Gedanken. «Die Qualifikation hat gezeigt, dass alle alle schlagen können. Wir nehmen, wer kommt, konzentrieren uns auf unser Spiel, dann kann es gegen jeden Gegner aufgehen.» (von Michael Forster)

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