Sonntag, 25. Juni 2017

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Abstriche im Spiel nach vorne


Die Oltner beziehen in der Ajoie in einer kampfbetonten Partie eine 1:2-Niederlage.

BILDER
Trotz Dauerdruck bei sechs gegen vier Feldspielern wollte der Ausgleichstreffer für Olten nicht mehr fallen. (Bild: Ruedi Trachsel)

Ajoie - Olten 2:1 (1:0, 0:1, 1:0)

Voyebouef. – 1802 Zuschauer. – SR: Bielmann/Clément, Brunner/Jetzer. – Tore: 5. Beauregard (Ryser, Verreault) 1:0. 28. Ganz (Feser, Truttmann/Ausschluss Mosimann) 1:1. 54. Ryser (Horansky, Beauregard) 2:1. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen Ajoie, 7-mal 2 Minuten gegen Olten.

Ajoie: Mischler; Casserini, Barbero; Ryser, Hauert; Orlando, Mettler; Vermeille, Tanner; Tuffet, Mäder, Primeau; Horansky, Verreault, Beauregard; Barras, Kummer, Mosimann; Frossard, Portmann, Zigerli.

Olten: Tobler; Meister, Pargätzi; Ganz, Parati; Schnyder, El Assaoui; Bagnoud; Courchaine, Feser, Truttmann; Schwarzenbach, Schneuwly, Hirt; Wüst, Wüthrich, Aeschlimann; Lüthi, Studer, Scherwey; Weber.

Bemerkungen: Ajoie ohne Lemieux, Erard (beide verletzt), Rouiller und Rimann (beide krank); Olten ohne Schild, Marolf, Ruhnke, Brunner, Burki (alle verletzt), Grossniklaus (krank) und Wiebe (weilt in Kanada). Ryser und Tobler als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. 55:02 Timeout Olten. 56:12 Timeout Ajoie. Olten ab diesem Zeitpunkt bis 57:16 sowie ab 59:12 ohne Goalie.

Jetzt steht es also fest: Der EHC Olten bekommt es in der ersten Playoff-Runde mit dem EHC Visp zu tun. Dieser setzte sich in Langenthal diskussionslos mit 7:2 durch und sicherte sich damit definitiv Rang 4. Weil gleichzeitig Martigny gegen Thurgau mit 4:3 gewann, ist für die Visper der Sprung auf Rang drei nicht mehr möglich. «Wir haben das Ziel ganz klar nicht erreicht», resümierte EHCO-Verteidiger Fabian Ganz nach der 1:2-Niederlage in der Ajoie. «Wir hatten eine Reihe von Partien, in welchen wir nicht auf der Höhe waren.» Nicht primär dazu zählte der letzte Auftritt der diesjährigen Qualifikation, obwohl es lange dauerte, bis die Oltner endlich ins Spiel fanden. «Wir sind defensiv gut gestanden», so Ganz, «aber auch hier müssen wir noch besser auftreten, wenns drauf ankommt.»

Zu Beginn der Partie, ja praktisch im ganzen ersten Abschnitt, hatten die Gäste nicht allzu viel zu melden. Zwar gehörte ihnen in der Person von Justin Feser – nach einem schlimmen Fehlpass von Barbero – der erste gefährliche Abschluss der Partie. Doch das vermochte die Ajoulots nicht gross zu beeindrucken. Von der ersten Minute an trieben diese nämlich die Scheibe vehement in die gegnerische Zone und nutzten die physischen Vorteile immer wieder für gute Möglichkeiten. Was sie auch taten, es steckte eine unübersehbare Konsequenz dahinter. Wurde die Scheibe tief gespielt, war die Überzahl dank des schnellen Nachrückens schon fast Programm. Wurde zum Weitschuss angesetzt, dann nicht ohne mindestens einen eigenen Mann in der Schusslinie. Und so war es nicht verwunderlich, dass es bereits nach vier Minuten 1:0 für die Gastgeber hiess. Ryser zog, Beauregard lenkte ab, und Tobler war ein erstes Mal geschlagen.

Dem EHCO-Schlussmann war es in der Folge vor allem zu verdanken, dass es bei diesem knappen Score blieb. Erst scheiterten Casserini und Barbero aus vielversprechender Position, dann musste Tobler mehrfach gegen die dritte Angriffsformation des HCA klären. Auch nach der ersten Pause hatten die Gäste Mühe, endlich zu ihrem Spiel zu finden. Ganz bemängelte nach der Partie die Passqualität, und damit lag er genau richtig. Es brauchte einen ersten Ausschluss der Gastgeber, damit sich die Oltner im gegnerischen Drittel einrichten konnten. Ganz probierte es aus der Distanz und profitierte von Wüsts perfektem Stellungsspiel, welches Mischler bis zuletzt die Sicht nahm. Das 1:1 schmeichelte dem EHCO, doch es gab den nötigen Schwung, die folgende Dauerunterzahl schadlos zu überstehen. Sechs Strafen fassten die Gäste im mittleren Abschnitt nämlich ab der 29. Minute, jedoch keinen weiteren Gegentreffer.

Das Powerplay war der grösste Schwachpunkt im Spiel von Ajoie. Vor allem bei fünf gegen drei fehlten ihnen die Ideen, die agile Gäste-Box zu überwinden. So wären die Oltner beinahe mit einer Führung aus diesen Unterzahl-Situationen hervorgegangen, doch Feser und Ganz blieben zweimal an Mischler hängen. Zumindest rissen die Gäste das Spiel mit Beginn des letzten Qualifikations-Abschnitts nun endlich an sich. Jetzt hatten sie sich auf das permanente Forechecking Ajoies eingestellt, kombinierten schnell und präzise noch vorne und entschärften so die wichtigste Waffe des Gegners. Doch just zu dem Zeitpunkt, als man aufseiten der Oltner ernsthaft damit beginnen konnte, sich mit einem möglichen Sieg auseinanderzusetzen, brachte Ryser mit seinem 2:1 die Hoffnungen zum Erlöschen. Der EHCO versuchte in der Folge alles, erspielte sich mit sechs gegen drei Feldspielern Chancen zu Hauf, konnte den Ausgleich aber nicht mehr bewerkstelligen.

Gute News gabs am gestrigen Vorabend zumindest bezüglich der nächsten Saison. So konnten einerseits die Verträge mit Codey Burki (um ein Jahr plus Option) sowie Martin Ulmer (vorzeitig bis zum Ende der Saison 2017/18) verlängert werden, andererseits mit einem kleinen Transfercoup aufgewartet werden: Auf die kommende Saison stösst von den Rapperswil-Jona Lakers Stefan Hürlimann nach Olten. Der 29-jährige Flügel hatte beim Tabellenletzten der NLA in den letzten beiden Jahren das Captain-Amt inne und kehrt nach vier Jahren in der höchsten Spielklasse in die NLB zurück. Bereits in der Saison 2010/11 absolvierte er mit Lausanne 50 Spiele und erzielte dabei 21 Punkte. (mf)

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