Freitag, 21. Juli 2017

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Überglücklich in Überzahl


Der EHC Olten schafft zum Playoff-Auftakt in Visp sogleich das erste Break.

BILDER
Tim Weber (Nummer 71) erzielt in der 29. Minute das 2:0 für den EHC Olten. (Bild: rto)

Visp – Olten 3:4 n.V. (0:0, 1:2, 2:1, 0:1)

Litterna. – 3612 Zuschauer. – SR: Erard/Durussel, Pitton/Wermeille. – Tore: 25. Schwarzenbach (Courchaine, Feser/Ausschluss Keller) 0:1. 29. Weber (Feser, Courchaine) 0:2. 39. Heldstab (Botta, Altorfer) 1:2. 56. (55:25) Schmutz (Rapuzzi, Desmarais) 2:2. 57. (56:54) Schneuwly (Courchaine, Weber/Ausschluss Furrer) 2:3. 58. (57:22) Dolana 3:3. 78. (77:28) Wüst (Ganz, Feser/Ausschluss Schmutz) 3:4. – Strafen: 8-mal 2 Minuten plus 5 Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe (Heynen/Stockschlag) plus 10-Minutenstrafe (Heitzmann/unsportliches Verhalten) gegen Visp, 11-mal 2 Minuten gegen Olten.

Visp: Schoder; Bucher, Leu; Wiedmer, Wollgast; Heynen, Heldstab; Guyenet, Geiger; Schmutz, Desmarais, Rapuzzi; Dolana, Brunold, Botta; Altorfer, Neher, Michailow; Keller, Heitzmann, Furrer.

Olten: Tobler; Meister, Pargätzi; Ganz, Parati; Schnyder, El Assaoui; Bagnoud, Aeschlimann; Courchaine, Feser, Weber; Schwarzenbach, Schneuwly, Hirt; Wüst, Burki, Wüthrich; Lüthi, Studer, Scherwey.

Bemerkungen: Visp ohne Müller (zurück zum SC Bern); Olten ohne Schild, Marolf, Brunner, Ruhnke (alle verletzt), Truttmann (krank) und Wiebe (überzähliger Ausländer). Heldstab und Weber als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. 67. Lattensteifschuss Botta.

 

Die Oltner haben gleich bei erster Gelegenheit den so wichtigen Auswärtssieg im Wallis geholt. 4:3 lautete das Verdikt dank eines erfolgreichen Ablenkers nach exakt 77:28 Minuten zugunsten der Gäste, welche damit in der Viertelfinalserie gegen Visp 1:0 vorlegen.

Spiel 1 zwischen den beiden NLB-Traditionsvereinen war ein richtiger Steigerungslauf. Die Visper hatten grosse Mühe, ins Spiel zu finden, leisteten sich viele Fehler im Spiel nach vorne, Missverständnisse in der eigenen Zone, oder dann bekundeten sie Probleme bei der Scheibenkontrolle im gegnerischen Drittel. Am gefährlichsten war der letztjährige NLB-Meister, wenn Tempo im Spiel war. Zu einem Treffer kam es im ersten Abschnitt aber nicht.

Viele Strafen für die Gastgeber

Eine Walliser Führung hätte dem Gezeigten auch nicht entsprochen, denn die Akzente setzten mehrheitlich die Gäste. Burki beispielsweise liess in der 18. Minute zwei Möglichkeiten aus. Was im ersten Drittel noch fehlte, nämlich eine Prise Playoff-Feeling, das wurde dieser ersten Viertelfinalpartie im mittleren Abschnitt beigemischt. Und zwar in Form von Strafen. Dabei erwischte es die Einheimischen deutlich strenger, und das hinterliess auf der Resultattafel Spuren. Das erste Powerplay liessen Feser und Co. zwar noch ungenutzt verstreichen, beim zweiten Versuch hingegen schlugen sie zu – und das auf clevere Art und Weise. Suchten sie bei der ersten Gelegenheit konsequent ihren Blueliner Fabian Ganz, wählten sie diesmal eine andere Taktik. Topscorer Feser – er trug das Dress für den kranken Truttmann – drehte sich auf linker Position um die eigene Achse, passte vors Tor auf Courchaine und Schwarzenbach verwertete den Abpraller in der 25. Minute zum 0:1.

Kaum hatten sich die Visper von diesem ersten Gegenschlag erholt, gerieten sie nach dem genau gleichen Muster mit 0:2 in Rückstand. Diesmal profitierte Weber von der Vorarbeit der beiden EHCO-Kanadier – allerdings bei ausgeglichenem Personalbestand. Jetzt begannen sich die Gemüter zu erhitzen. Nicht unbedingt der beiden Gegentreffer wegen, sondern, weil das Heimteam nach Spielmitte gleich sieben Strafminuten einsackte. Doch anstatt das vorentscheidende 0:3 zu kassieren, hielt sich Visp schadlos und nutzte den Schwung sogleich für den ersten Treffer. Für einmal klappte das Kombinationsspiel in der Oltner Zone, und Heldstab gelang in der 39. Minute der Anschluss.

Die Ereignisse überschlagen sich

Es war eine Phase, in welcher die Partie zu kippen drohte, denn bis in die 48. Minute waren es jetzt die Gäste, welche praktisch durchgehend in Unterzahl agieren mussten. Dank einem starken Tobler und dem ungenügenden Visper Powerplay stand es aber auch zu Beginn der letzten fünf Minuten noch 2:1 für die Gäste – ehe sich die Ereignisse überschlugen. Erst gelang Schmutz mit einem Sonntagsschuss der Ausgleich, bevor sich Schneuwly am linken Flügel durchtankte und den EHCO wieder in Front schoss. Wieder nur kurze Zeit später traf auch noch Dolana, aus spitzem Winkel, backhand zum 3:3.

Es ging in die Verlängerung, in welcher die Partie noch einmal an Intensität zulegte und zu einem richtigen Playoff-Fight wurde. Nachdem die Oltner eine erste Powerplay-Chance ungenutzt verstreichen liessen und sich zweimal mit einem Mann weniger behaupten mussten, schlugen sie ihrerseits, zum dritten Mal in diesem Spiel, in Überzahl zu. Ganz zog von der blauen Linie ab, und Wüst fälschte den Puck kurz vor dem Ziel entscheidend ab. (mf)

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