Montag, 1. Mai 2017

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Grandioser Durchmarsch in den Halbfinal


Der EHC Olten macht im schwierigen vierten Spiel mit Visp kurzen Prozess (5:1).

BILDER
EHCO-Goalie Thomas Bäumle rettet, zusammen mit Patrick Parati (links) und Codey Burki, vor dem Visper Samuel Keller. (Bild: ae)

Olten - Visp 5:1 (2:0, 1:0, 2:1)

Kleinholz. – 5768 Zuschauer. – SR: Clément/Dipietro, Gnemmi/Micheli. – Tore: 9. Truttmann (Ausschluss Weber!) 1:0. 11. Wüst (Burki, El Assaoui) 2:0. 23. Scherwey (Aeschlimann) 3:0. 49. Wiedmer (Heldstab, Rapuzzi/Ausschluss El Assaoui) 3:1. 56. Feser (Truttmann, Bagnoud) 4:1. 60. Ganz (Truttmann/Ausschluss Wiedmer) 5:1. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Olten, 5-mal 2 Minuten gegen Visp.

Olten: Bäumle; Parati, Ganz; El Assaoui, Bagnoud; Aeschlimann, Schnyder; Grossniklaus; Weber, Feser, Wiebe; Hirt, Schneuwly, Schwarzenbach; Truttmann, Burki, Wüst; Scherwey, Studer, Wüthrich; Brunner.

Visp: Schoder; Leu, Bucher; Wollgast, Wiedmer; Heldstab, Heynen; Michailow, Desmarais, Heitzmann; Botta, Brunold, Dolana; Schmutz, Rapuzzi, Neher; Alihodzic, Keller.

Bemerkungen: Olten ohne Marolf, Meister, Ruhnke, Schild, Ulmer (alle verletzt), Tobler, Pargätzi (beide krank), Courchaine, Lüthi (beide überzählig). Visp ohne Altorfer (verletzt), Müller (Bern), Zeiter, Geiger und Furrer (alle überzählig). 10. Pfostenschuss Schwarzenbach. 45. Pfostenschuss El Assaoui. 57:25Timeout Visp, das danach bis 58:29 ohne Torhüter spielt. Hirt für 500. EHCO-Spiel, das er am Dienstag absolvierte, geehrt. Feser und Wiedmer als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet.

Der EHCO verwertet seinen ersten Matchpuck und wirft den amtierenden NLB-Meister Visp im Expressverfahren aus dem Playoffrennen. Trotz personeller Umstellungen liessen sich die Oltner auch im vierten Viertelfinal nicht von ihrer Route abbringen und waren spätestens nach dem 3:0 in der 23. Minute auf der sicheren Seite. Am Ende bedeutete eine 1:5-Niederlage für die Walliser das sang-und klanglose Saisonende.

Kein einziger Stolperstein war in der entscheidenden Partie gross genug, um die Oltner noch ins Straucheln zu bringen. Dabei gab es bei den Gastgebern doch ein paar Unwägbarkeiten, die gerade ein möglicherweise etwas angespannteres Nervenkostüms ernsthaft strapazieren konnten. Da war zuerst einmal der durch die Erkrankung von Michael Tobler notwendig gewordene Wechsel auf der Torhüterposition: Thomas Bäumle wuchs bei seinem ersten Playoff-Einsatz sofort in die Rolle seines Vorgängers hinein, der aus dem überragenden Kollektiv stets noch ein bisschen herausgeragt hatte. Wie nahtlos der Übergang war, zeigte der Umstand, dass die 15:7-Schussüberlegenheit der Visper im ersten Drittel keinen Niederschlag auf der Resultattafel fand. Obwohl die Gäste diese Dominanz bis am Schluss noch leicht ausbauten (39:28), fehlte wenig und Bäumle hätte gar einen Shutout feiern können.

«Truttis» spektakuläres Comeback

Auch die Verletzung von Remo Meister und die Krankenpause von Romano Pargätzi fielen auf dem Eis nicht weiter auf, da die Teamkollegen in vorbildlicher Weise die Reihen schlossen und so den Eindruck erweckten, als hätten sie immer in den gestrigen Formationen gespielt. Statt der Abwesenden erregte ein weiterer Rückkehrer Aufsehen. Topscorer Marco Truttmann wurde seinem Namen bereits in der 9. Minute gerecht, als er in Unterzahl den Puck abfing und zum grossen Solo bis vor Keeper Matthias Schoder und zum Shorthander zum 1:0 ansetzte.

Der frühe mentale Befreiungsschlag inspirierte die Oltner schon bald zu mehr als nur solidem Handwerk. So setzte Diego Schwarzenbach in der 10. Minute in fast schon künstlerischer Manier die Scheibe an den Pfosten. Dafür frönte Philipp Wüst nur eine Zeigerumdrehung später wieder dem nötigen Leitgedanken der Effizienz, als er eine präzise Hereingabe von Sturmkollege Codey Burki ebenso genau in die linke hohe Ecke von Schoders Kasten einnetzte. Der 2-Tore-Vorsprung bestärkte die Platzherren in ihrer Stilsicherheit, während den Gästen im Abschluss der Geruch des Misserfolgs förmlich am Stock zu kleben schien.

Gegentor lange hinausgezögert

Dass dem Team von Kim Collins ein annähernder Gleichstand an Chancen wenig half, bewies dann auch das zweite Drittel. Zwar scheiterte zuerst noch Adrian Brunner bei seinem Playoff-Einstand im Powerplay, doch Cyrille Scherwey machte in der 23.Minute bei der Chancenauswertung der Oltner wieder Boden gut, indem er einen der wenigen Abpraller Schoders zum 3:0 ausnützte. Shayne Wiebe und Justin Feser führten in der 26. Minute gar das 4:0 auf dem Stock, doch die letzte latente Gefahr der Walliser konnte das EHCO-Ausländerduo noch nicht ausräumen. Dem ersten Tor nahe waren die Visper bei ihrem dritten Powerplay nach der Halbzeit, als Samuel Keller das leere Tor gleich zweimal verfehlte. Dass es den Oltnern im Mitteldrittel gelang, das Gegentor bis in den letzten Abschnitt aufzuschieben, erwies sich bei der Siegsicherung als besonders wertvoll.

Als es dann Visp in der 49. Minute endlich schaffte, seine 19. Überzahlgelegenheit im Playoff-Viertelfinal zum einzigen Törchen auszunützen, hatte das 3:1 schon viel von seiner Brisanz verloren. Ärgerlich war höchstens noch dessen Zustandekommen nach einer vermeidbaren Strafe von Sami El Assaoui, der zuvor noch einen Metalltreffer verzeichnet hatte. Alle überflüssigen Wenn und Aber der Oltner lösten sich 4:44 vor Schluss in Nichts auf. Als der in der Serie zum Leader gereifte Feser auf Zuspiel Truttmanns das alles entscheidende 4:1 erzielte, war der Mist für Visp definitiv geführt. Dem Resultat das Krönchen aufzusetzen, war dann noch Fabian Ganz vorbehalten. Statt des unter den gegebenen Umständen eher zu erwartenden Emptynetters, gelang es ihm in der 60. Minute noch, mit einer Powerplaysituation das 5:1 zu besiegeln. (Jürg Salvisberg)

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