Sonntag, 23. Juli 2017

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Mit Schneuwlys Doppelpack zum Break


Der EHC Olten siegt zum Auftakt des Playoff-Halbfinals bei Martigny mit 2:1 nach Verlängerung.

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EHCO-Doppeltorschütze Cédric Schneuwly (Nummer 12) lässt sich von seinen Mitspielern feiern. (Bild: Ruedi Trachsel)

Die Stimmen zum Spiel

«Die Beine voll bewegen»

Der neuntägige Unterbruch seit dem Ende des Playoff-Viertelfinals gegen Visp ist nicht spurlos am EHC Olten vorbei gegangen. «Wir hatten im ersten Drittel Mühe, den Rhythmus zu finden», gestand Cédric Schneuwly nach dem Sieg gegen Martigny. Doch vom zweiten Drittel an habe sein Team das Spiel zusehends in die Hand genommen, meinte der Oltner Doppeltorschütze. In der kritischen Phase behielt Michael Tobler seine Mannschaft im Rennen und konnte nach dem 1:0 grösseren Schaden von ihr abhalten. «Martigny machte schon recht Druck, bevor wir ins Spiel kamen.»

Dass der EHCO-Keeper wie die personifizierte Ruhe wirkte, kann er nicht genauer erklären: «Ich versuche einfach mich voll aufs Spiel zu konzentrieren.» Seine Abwehrtaten trugen jedenfalls wesentlich dazu bei, dass sich seine Teamkollegen wieder voll aufs Playoff-Hockey einstellen konnten und auch ein entsprechendes Tor zum Ausgleich schossen.

Das «dreckige» Ausgleichstor
«Das 1:1 war ein typisches dreckiges Playofftor», kommentierte Cédric Schneuwly. Davor habe der EHCO schon lange versucht, den Puck einfach reinzudrücken. Der Gamewinner sei für ihn dann sicher schön gewesen, «gehört aber der ganzen Mannschaft», gab der Center alle Komplimente weiter. Ein Teil des Erfolgs widmete Schneuwly auch den zahlreichen Oltner Fans, die den Weg nicht scheuten und ihre Mannschaft im Forum lautstark unterstützen.

Michael Tobler schätzt den Wert des eroberten Heimvorteils als hoch ein. «Martigny ist eine mühsame Mannschaft, weil sie die Checks fertig machen, aufsässig sind und um jeden Puck kämpfen.» Nun gelte es allerdings, das Break morgen Dienstag zu Hause zu bestätigen. Cédric Schneuwly scheint das Rezept nach dem Startspiel zu kennen. «Wir müssen auch zu Hause die Beine voll bewegen.» (von Adriana Gubler und Jürg Salvisberg)

Der EHC Olten feierte im ersten Playoff-Halbfinal den ersten Saisonsieg bei Martigny und schaffte damit bereits das Break in der Serie. Dass der EHCO wie schon im Viertelfinal gegen Visp auch die zweite Walliser Mission erfolgreich eröffnen konnte, war massgeblich das Verdienst von Cédric Schneuwly. Der Center der zweiten Linie schoss für seine Farben den Ausgleich (52. Minute) und traf in der fünften Minute der Overtime zum 2:1-Sieg.

Der erste Akt des Playoff-Halbfinals bestätigte die ausgeglichenen Wettquoten, die vor dem Auftakt am Rhoneknie für die beiden Mannschaften geboten wurden. Dass die Serie eine sehr enge werden könnte, fand schliesslich in der Torarmut ihren besonderen Ausdruck. Wären die Oltner allerdings mit ihrer Schussüberlegenheit effizienter umgegangen, hätten sie die Null früher von der Resultattafel tilgen und in ihrem starken Drittel die Verlängerung gar noch verhindern können.

Von 0 auf 100
Los ging die Partie im ersten Drittel von 0 auf 100, keine Spur von gegenseitigem Abtasten. Martigny erwischte dabei den besseren Start, nach gut drei Minuten zwang Alex Nikiforuk Oltens Torhüter Michael Tobler, der nach einer krankheitsbedingten Pause wieder zurückgekehrt war, zu einer Glanzparade. Gerade noch rechtzeitig konnte sich der Schlussmann verschieben und die Scheibe abfangen. Danach drehten die Powermäuse auf – zumindest bis zur 11. Minute, als sie in doppelter Unterzahl ihr Tor zumauern mussten. Die 74 Sekunden lange 3-gegen-5-Situation überstanden sie dank grossem Kampfgeist. Kaum aber verliess Shayne Wiebe die Kühlbox, erzielte Arnaud Montandon doch noch das 1:0. Darauf konnte das Team von Heikke Leime – trotz einer Zweiminutenstrafe für Martigny – im ersten Drittel nicht mehr reagieren. 

Boxplaystärke bewiesen
Und auch im zweiten Drittel kamen die Oltner nicht zum Ausgleichstreffer. Denn einerseits hatten sie zwei Unterzahlsituationen zu bewältigen, in denen sie ihre Boxplay-Qualitäten demonstrierten, andererseits fehlten das nötige Quäntchen Glück und die letzte Konsequenz zum ersten EHCO-Treffer. In der 29. Minute etwa kam Diego Schwarzenbach aus aussichtsreicher Position zum Abschluss. Er scheiterte aber genauso an Reto Lory wie auch Philipp Wüst und Martin Wüthrich, die sich in der 35. Minute gefährlich vors Martigny-Tor kombinierten. 

Als Olten dann bei 36:36 selber noch zu einer Powerplay-Gelegenheit kam, zog es das Überzahlspiel in der Walliser Zone zwar vielversprechend auf, doch ehe die Gäste zu einem Abschlussversuch kamen, hatten die Einheimischen die Situation fürs Erste geklärt. Auch im zweiten Anlauf schafften es die Oltner bloss zur Schussbereitschaft, doch der krönende Abschluss liess weiter auf sich warten. 

Ein nutzloses Timeout
Nachdem die Verhältnisse im Mittelteil über alles noch ausgeglichen waren, konnte Martigny den Steigerungslauf der Auswärtigen im dritten Drittel nicht mehr unterbinden. Während im Angriff der Gastgeber nur noch wenig lief, tankten sich die Oltner Mal für Mal gefährlich bis vor Lory durch. Schneuwly, Philipp Wüst, Diego Schwarzenbach, Romano Pargätzi und Patrick Parati fanden ihre Versuche noch durch den Goalie blockiert. Als in der 50. Minute nur noch der Pfosten die Walliser vor Sami El Assaouis Scheibe retten konnte, schien Martigny schon etwas angeschlagen.

Nachdem noch Remo Meister zweimal knapp gescheitert war, hielt Albert Malgin die Zeit für eine Auszeit gekommen. Doch das Timeout des Martigny-Coachs in der 52. Minute erwies sich als nutzlos. Denn bloss 40 Sekunden nach Wiederbeginn kreierte Olten die nächste Tohuwabohu-Szene vor Lory und Schneuwly stocherte den Puck doch noch über die Linie zum 1:1. Justin Feser (53.), dessen Schuss Lory über den Kasten lenkte, und Codey Burki (57.), der allein vor ihm daneben zielte, besassen gute Chancen, das Spiel noch in der regulären Zeit zu entscheiden. Als auch noch Shayne Wiebe (58.) erfolglos Mass nahm, wurde die Verlängerung unausweichlich.

Olten konnte die Zusatzzeit in Überzahl eröffnen, doch das Powerplay erneut nicht ausnützen. Erfolgreicher war dann Cédric Schneuwly, der in der 65. Minute im Zentrum von Remo Hirt ideal bedient wurde und mit einem wuchtigen Schuss für die Entscheidung sorgte, die von den mit drei Cars angereisten EHCO-Fans frenetisch gefeiert wurde. (von Adriana Gubler und Jürg Salvisberg)

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