Mittwoch, 26. April 2017

Zofingen

3 bis 5°C

Nerven behalten bis zur letzten Sekunde


Der EHC Olten bezwingt Martigny wieder nach Verlängerung mit 2:1 und zieht in den NLB-Playoff-Final ein.

BILDER
Geschafft: Sami El Assaoui schiesst die Oltner in der Verlängerung ins Glück. (Bild: Key)

Martigny – Olten 1:2 n.V. (1:0, 0:0, 0:1, 0:1)
Patinoire du Forum. – 2198 Zuschauer. – SR: Kämpfer/Küng, Huggenberger/Progin. – Tore: 19. Malgin (Dähler) 1:0. 44. Truttmann (Feser, Ganz) 1:1. 69. (68:18) El Assaoui (Burki/Ausschluss Traber) 1:2. – Strafen: 7-mal 2 Minuten gegen Martigny, 3-mal 2 Minuten gegen Olten.
Martigny: Lory; M. Zanatta, L. Zanatta; Marti, Hostettler; Marghitola, Borlat; Wyssen, Zorin; Knoepfli, Schiriajew, Starkov; Lachmatow, Montandon, Nikiforuk; Dähler, Brem, Malgin; Franzén, Faic, Traber.
Olten: Tobler; Meister, Schnyder; Ganz, Grossniklaus; Bagnoud, El Assaoui; Wüst, Burki, Truttmann; Hirt, Schneuwly, Schwarzenbach; Wiebe, Feser, Weber; Ulmer, Studer, Scherwey; Lüthi.
Bemerkungen: Olten ohne Ruhnke, Marolf, Schild, Parati, Pargätzi, Wüthrich, Aeschlimann (alle verletzt) und Brunner (krank). Lory und Tobler als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. 35. Pfostenschuss M. Zanatta. 60. (59:39) Pfostenschuss Burki. 46. Timeout Martigny.

Die letzte Partie zwischen dem HC Martigny und dem EHC Olten vereinte noch einmal jene Attribute, welche diese Playoff-Halbfinalserie bereits in den vier Partien zuvor geprägt hatten. Beide Teams gestanden einander wenig zu und spielten konsequent auf den Körper. Die Folge: Zum zweiten Mal ging es im Forum in die Verlängerung, und wieder, wie schon zweimal gegen Visp in Viertelfinals, behielten die Oltner das bessere Ende für sich.

Den Gästen gelang es, den Schwung aus den letzten Minuten der regulären Spielzeit in die Overtime mitzunehmen, dadurch Strafen zu provozieren und die Serie schliesslich für sich zu entscheiden. «Der vierte Sieg war, wie erwartet, der schwierigste», bestätigte Siegtorschütze Sami El Assaoui nach dem Spiel. «Martigny hatte nichts mehr zu verlieren, doch wir fanden etwas glücklich ins Spiel zurück und drehten die Partie schliesslich in der Verlängerung.» 

Olten unter «Siegzwang»
Von Beginn an wurde deutlich, dass für beide Mannschaften viel auf dem Spiel stand. Hier Martigny, eine Niederlage vor dem Playoff-Out, dort Olten, welches die Serie unbedingt zu Ende bringen wollte. «Wir wussten genau», formulierte es Sami El Assaoui, «wenn wir im Final gegen Langnau eine Chance haben wollen, müssen wir die Serie in fünf Spielen gewinnen. Wie es gegen ein ausgeruhtes Langnau sonst ausgeht, hat das Beispiel Langenthal gezeigt.»

Die Anfangsphase zeigte denn auch, dass die Walliser fehleranfällig agierten, wenn man sie unter Druck setzte. Codey Burki beispielsweise holte auf diese Art und Weise eine Strafe heraus (11. Minute), als er nach der Puckeroberung zurückgehalten wurde. Die folgende Aktion im zweiten EHCO-Powerplay war zwar die bislang schönste des Spiels, doch Remo Meister knallte eine schöne Rückgabe von Justin Feser übers Tor. Richtige Chancen waren vor allem bei Normalbestand Mangelware. 13 Tore waren in den vier Vergleichen zuvor erst gefallen, deren vier aufseiten von Martigny.

Und die Gastgeber schafften, wie in den beiden ersten Heimspielen dieser Halbfinalserie, auch diesmal den ersten Treffer der Partie. Eine (zumindest fragwürdige) Strafe gegen Shayne Wiebe war soeben abgelaufen, als Dimitri Malgin vor EHCO-Torhüter Michael Tobler goldrichtig stand und das 1:0 erzielte. Nur Sekunden zuvor hatte Arnaud Montandon die bislang beste Möglichkeit zur Führung ausgelassen, als er einen Abpraller nicht wunschgemäss traf.

Zündende Idee fehlte
Das Spiel war also auch resultatmässig lanciert, und die Gäste sahen den Rückstand durchaus als unmittelbare Motivation, entsprechend darauf zu reagieren. Im mittleren Drittel wurden aus den Einheimischen nämlich Entlastungsangreifer, solche jedoch mit Potenzial. Immer wieder vermochte Topskorer Evgeni Schiriajew Nadelstiche zu setzen, jedoch erfolglos – genau gleich wie die Gäste, welche zwar Angriff um Angriff fuhren, die zündende Idee im gegnerischen Drittel aber jeweils vermissen liessen. «Martigny machte uns das Angreifen durch die Mitte sehr schwer», musste Sami El Assaoui eingestehen. 

Vor allem im Powerplay, aber auch bei fünf gegen fünf stand Martigny clever, lief selten in eine Unterzahl und zwang den Gegner zumeist auf den weiteren Weg. Dem EHCO gelang es nicht, die Angriffe direkter vorzutragen; einmal auf der Aussenbahn, hatte sich Martigny im Zentrum längst sortiert, als der Puck vor dem wiederum starken Reto Lory im Martigny-Tor auftauchte. Zwar produzierte auch er den einen oder anderen Abpraller, am rechten Ort standen aber nur selten die Oltner. Dies änderte sich in der 44. Minute. Wieder erwischten die Gäste den besseren Start, und endlich schlug sich das Mehr an Spielanteilen in einem Treffer nieder. Es war Topskorer Marco Truttmann, welcher den EHCO mit dem 1:1 fürs Erste erlöste.

Beinahe ohne Verlängerung
Jetzt endlich gab auch Martigny wieder offensive Rauchzeichen von sich und schaltete jenen Gang höher, welchen sie seit dem 1:0 praktisch nicht mehr eingelegt hatten. Nachdem Codey Burki gar die Gäste-Führung auf dem Stock hatte, tauchte Alex Nikiforuk zweimal gefährlich vor Michael Tobler auf, ehe die Gäste zur Schlussoffensive bliesen – und die hatte es in sich. Es waren die besten Minuten des Spiels, welche sich ausschliesslich vor Reto Lory abspielten und auch beinahe die letzten dieser Serie gewesen wären, hätte Burki 21 Sekunden vor Schluss nicht nur den Pfosten getroffen. Doch das war neun Minuten später vergessen, als Sami El Assaoui Burkis Vorlage mit einem Geschoss an Lorys Fanghand vorbei zur Finalqualifikation versenkte. (von Michael Forster)

Kommentare zu diesem Artikel (0)
Kommentar zu diesem Artikel schreiben
Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.





Sie befinden sich hier: 

Home / RESSORTS / EHCO Mobile-Website anzeigen


Verlag

Zeitungen





Copyright 2016 © Zofinger Tagblatt