Montag, 21. August 2017

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«Wir wollen ganz einfach den Kübel»


Cédric Schneuwly sieht im Playoff-Final mit zwei topfitten Mannschaften gute Chancen für den EHC Olten.

BILDER
Oltens Cédric Schneuwly (rechts) ist sich sicher, dass man dem Gegner (hier Langenthals David Stämpfli) mittlerweile Paroli bieten kann – und auch muss. (Bild: Hr. Aeschbacher)

Beinahe alle an Bord
EHC-Olten-Trainer Heikki Leime kann zum Playoff-Finalauftakt in Langnau (19.45 Uhr) praktisch aus dem Vollen schöpfen. Einzig Romano Pargätzi (Hirnerschütterung) und Martin Wüthrich (gebrochene Kniescheibe) fehlen dem Finnen für das erste Spiel am Dienstag-Abend verletzt, dafür kehren zwei Verteidiger rechtzeitig wieder zurück: Captain Patrick Parati und Cyrill Aeschlimann. Geht es nach den Linienzusammenstellungen des montäglichen Abschlusstrainings, werden Mike Marolf, Rafael Lüthi und Adrian Brunner das erste Finalspiel als überzählige Spieler mitverfolgen müssen. (mf) 

Sie haben mit den Elite-Junioren bereits einmal einen Playoff-Final bestritten, dies ist jetzt aber Ihr erster Finalauftritt bei den Profis. Wie fühlen Sie sich?
Cédric Schneuwly: Die Vorfreude darauf, dass es endlich losgeht, ist riesig. Es war doch eine lange Woche für die Mannschaft, man spürte das auch in den Trainings, wir hatten es lustig und jeder freut sich wahnsinnig auf diesen Final. 

Der «Warterei» zum Trotz: Diese Woche war wohl um einiges angenehmer, als sich gegen Martigny über sechs oder gar sieben Spiele abmühen zu müssen?
Oh ja. Wir hatten zudem noch zwei Tage frei, um uns besser erholen zu können und den Kopf zu verlüften. Das ist sicher nicht schlecht, gerade in den Playoffs wieder aufzutanken.

Sie waren vor gut einem Jahr von den SCL Tigers nach Olten gestossen, als Verstärkung für die Playoffs. Bereuten Sie es zu irgendeinem Zeitpunkt, nicht beim Finalgegner geblieben zu sein?
Nein, überhaupt nicht, keine Sekunde. Ich fühle mich so wohl hier, es ist für mich auch ein Stück weit meine Heimat, und mit den Jungs in der Mannschaft – klar, die waren auch in Langnau gut – ist es einfach Hammer.

Heute vor einem Jahr hatten die Ferien für den EHCO längst begonnen, jetzt steht man im Final. Wie ist diese Entwicklung möglich geworden?
Nun, wir haben wohl selber nicht recht damit gerechnet, dass es uns noch so weit reichen könnte. Wir haben uns nicht zu viel Druck auferlegt, sind von Spiel zu Spiel gegangen. Als wir in Runde 1 auf Visp trafen, haben viele gezweifelt, sind doch die Visper bekannt als gutes Playoff-Team. Dass wir dann aber so ‹einfach› mit 4:0 in den Halbfinal eingezogen sind, das hat niemand erwartet. Es war auch eine riesige Wiedergutmachung für die durchzogene Quali.

Sie haben im Verlauf der Serie gegen Martigny gesagt, der EHCO «muss lernen, mehr einzustecken.» Ist euch das seither gelungen?
Ich glaube, im letzten Spiel haben wir auch recht ausgeteilt. Oder im letzten Heimspiel, als sich Christopher Bagnoud Martignys Tim Traber ein wenig zur Brust genommen hat. In den ersten zwei, drei Spielen hatte ich das Gefühl, dass Martigny viel mehr austeilte. Danach glich es sich ein wenig aus und wir liessen uns insbesondere vor ihrem Tor nichts mehr gefallen. Wir haben auch ausgeteilt – und das braucht es auch gegen Langnau, denn auch sie haben viele Spieler, die schnell einmal dumme Strafen nehmen.

Würden Sie dennoch sagen, dass man nach Martigny das «Gröbste» überstanden hat – oder eben gerade noch nicht?
Martigny ist schon etwas vom Gröberen, was man kriegen kann – zusammen mit Ajoie. Aber auch Langnau hat hinten rechte Brocken und vorne einen wie Thomas Nüssli, der stattliche Masse hat. Sie sind ähnlich, aber nicht so extrem wie Martigny. Wir müssen uns gewiss nicht verstecken, auch wir verfügen über ein paar grosse, kräftige Spieler. Es braucht allerdings nicht unbedingt grosse Spieler, sondern ganz einfach den Willen. Und der ist momentan definitiv vorhanden.

Olten hat einen ähnlichen Playoff-Verlauf wie Langnau und brauchte für die Finalqualifikation gegen zwei starke Walliser Teams nur ein Spiel mehr als die Emmentaler. Trotzdem macht es den Eindruck, als hätten es die Tigers ein bisschen einfacher gehabt mit Thurgau und dem angezählten Langenthal. Vielleicht gar ein wenig zu einfach?
Gegen Thurgau hatten sie auch recht Mühe, doch das hatte wahrscheinlich mehr mit ihrer Einstellung zu tun. Langenthal wiederum hatte eine lange Serie hinter sich und, so nehme ich an, schlicht die Kraftreserven dazu nicht mehr, in der Serie noch einmal zurückzukehren. Wir sind im Final zwei topfitte Mannschaften, das wird sicher interessant. Ich denke, dass wir der erste richtige Härtetest für Langnau sein werden.

Die Special-Games werden wohl auch im Playoff-Final von grosser Bedeutung sein: Könnt ihr mit eurem Boxplay dem Langnauer Powerplay widerstehen?
Das wird sicher interessant. Sie haben ein super Powerplay, welches wir mittels Videosequenzen angeschaut haben. Auch Visp hatte während der Qualifikation ein riesiges Powerplay, mit James Desmarais und William Rapuzzi, dennoch kriegten wir in den Playoffs nur ein einziges Tor gegen sie, gegen Martigny wiederum kassierten wir deren zwei. Unser Boxplay muss sich also überhaupt nicht verstecken, es ist vielmehr eine unserer grossen Stärken: Wir wissen, dass unser Unterzahlspiel funktioniert. 

Wo liegen in der Finalserie die Vorteile für den EHC Olten?
Wir sind ein wenig das Überraschungsteam, nach einer solchen Qualifikation in den Final vorzustossen. Wir haben überhaupt nichts mehr zu verlieren.

Was spricht für Langnau? Für Langnau?
Ihre Erfahrung. Sie haben viele NLA-Spieler in ihren Reihen, andererseits müssen sie unbedingt aufsteigen, wir hingegen müssen nicht. Wir wollen ganz einfach den Kübel holen. (von Michael Forster)

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