Montag, 1. Mai 2017

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Die Tigers fassen den ersten Denkzettel


Der EHC Olten siegt in Langnau 3:2 und holt sich im NLB-Playoff-Final das Break bei erstbester Gelegenheit.

BILDER
Justin Feser (links) scheitert in der zwölften Minuten nach einem Abpraller bei SCL-Tigers-Goalie Damiano Ciaccio am Torpfosten. (Bild: ae)

Langnau – Olten 2:3 (1:0, 0:2, 1:1)
Ilfis. – 6050 Zuschauer (ausverkauft). – SR: Clément/Dipietro, Huggenberger/Progin. – Tore: 4. Bucher (DiDomenico/Müller) 1:0. 25. Ganz (Hirt, Schwarzenbach) 1:1. 35. Wiebe (Burki, El Assaoui/Ausschluss DiDomenico) 1:2. 44. Wiebe (Ulmer) 1:3. 55. Gustafsson (Müller) 2:3. – Strafen: 7-mal 2 Minuten plus 10 Minuten Disziplinarstrafe (Hecquefeuille) gegen Langnau, 7-mal 2 Minuten gegen Olten.
Langnau: Ciaccio; Müller, Stettler; K. Lindemann, Hecquefeuille; Ronchetti, Bonnet; Zryd, Rexha; Bucher, Gustafsson, DiDomenico; S. Lindemann, C. Moggi, Haas; S. Moggi, A. Gerber, Nüssli; Wyss, Albrecht, T. Gerber.
Olten: Tobler; Schnyder, Meister; Ganz, Parati; Bagnoud, El Assaoui; Aeschlimann, Grossniklaus; Wüst, Feser, Truttmann; Schwarzenbach, Schneuwly, Hirt; Wiebe, Burki, Ulmer; Weber, Studer, Scherwey.
Bemerkungen: Langnau ohne Lakos, Schlapbach, Bärtschi, Rüegg, Sterchi, Croce und Tremblay (alle überzählig). Olten ohne Schild, Ruhnke, Pargätzi, Wüthrich (alle verletzt), Brunner, Marolf und Lüthi (alle überzählig). Ciaccio und Tobler als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. 12. Pfostenschuss Feser. 21. Bucher setzt Penalty an den Aussenpfosten. Langnau ab 59:00 ohne Torhüter.

Im Final nichts Neues: Wie schon gegen Visp im Viertelfinal und Martigny im Halbfinal schafften die Oltner auch im Playoff-Final in Spiel 1 das so wichtige frühe Break. Für einmal nicht in der Verlängerung, aber wieder mit nur einem Treffer Differenz. «Wir haben von Anfang an so gespielt, wie wir es wollten», fasste Remo Meister den Auftritt seiner Mannschaft nach dem 3:2-Sieg zusammen. «Es war der erwartet harte Playoff-Fight, welchen wir zum Glück für uns entscheiden konnten.» Dabei habe man, bestätigte der EHCO-Verteidiger, das Glück erzwungen. «Wir haben unseren Teil dazu beigetragen, dass es auf unserer Seite war.» 

Das heisst, dass der EHCO sein Spiel praktisch über die gesamten 60 Minuten durchzog und sich auch vom frühen Rückstand nicht aus der Ruhe bringen liess. Denn resultatmässig erwischten die Gäste den schlechteren Start. Nachdem ein Ablenker von Justin Feser und Sami El Assaouis Schuss das Ziel noch knapp verfehlt hatten, schlugen die SCL Tigers das erste Mal zu. EHCO-Torhüter Michael Tobler produzierte einen Abpraller, und schon hiess es 1:0 für den Favoriten.

Das erste Ziel, die Emmentaler möglichst lange hinzuhalten, wurde also verpasst. Aber Olten spielte weiter mit und es war Martin Ulmer, der nur gerade eine Minute nach dem 1:0 eine ebenso gute Möglichkeit zum Ausgleich verpasste, ehe Cyrille Scherwey und Justin Feser übers Tor oder an den Pfosten zielten. 

Partie im Mitteldrittel gewendet 
Allerdings hielten die Gastgeber auch Michael Tobler auf Trab. Allen voran Anton Gustafsson deutete an, weshalb er im Verlauf dieser Playoffs bereits zwölfmal getroffen hatte. Die Langnauer machten den etwas gefährlicheren Eindruck, weil ihnen die Oltner im ersten Abschnitt immer wieder den Pass vors Tor ermöglichten. Die Gäste ihrerseits erarbeiteten sich durch ihr temporeiches Spiel den nötigen Raum, doch wieder Martin Ulmer oder die Linie um Cédric Schneuwly liessen kurz vor Drittelsende beste Möglichkeiten aus.

Mit einem Paukenschlag ging es in Abschnitt zwei. Fabian Ganz stoppte den Torschützen zum 1:0, Tobias Bucher, regelwidrig am Torschuss – Penalty. Michael Tobler parierte und läutete damit eine ganz starke Phase der Gäste ein. Diese hatten sich jetzt auf das Spiel der Langnauer eingestellt und kauften diesen mit dem Ausgleich in der 25. Minute endgültig den Schneid ab. Remo Hirt und Diego Schwarzenbach verrichteten an der Bande wertvolle Arbeit und Fabian Ganz vollendete mit einem satten Distanzschuss unter die Latte seinen Playoff-Treffer Nummer sechs. 

Wie gut die Gäste ihre Arbeit erledigten, bewiesen die Probleme der Langnauer, mit dem Puck etwas Gescheites anzufangen. Allen voran der viel gelobte Topskorer Chris DiDomenico zeigte sich zunehmend gereizt ob der Oltner Bewachung, aber auch der Fehler seiner Mitspieler. So war es nicht die Offensivpower der Einheimischen, sondern die steten Angriffe der Gäste, welche diesen mittleren Abschnitt prägten. Der EHCO bestimmte das Spiel, DiDomenico fasste seine zweite Strafe und ermöglichte dem Gegner dadurch die erstmalige Führung durch Shayne Wiebe. Zwar entsandte das Unparteiischen-Duo auch regelmässig Oltner auf die Strafbank, doch die Tigers blieben die Bestätigung ihres bärenstarken Powerplays über weite Strecken schuldig. 

Langnauer Anstürmen kam zu spät
Und kaum war im dritten Drittel wieder angespielt und die dritte Langnauer Überzahl verstrichen, doppelte Shayne Wiebe zum 3:1 nach. Der Oltner Aggressivleader profitierte vom hartnäckigen Nachsetzen Martin Ulmers hinter dem Tor und liess Damiano Ciaccio im Tigers-Tor aus kurzer Distanz keine Abwehrchance. «Ich hatte nicht unbedingt mehr Chancen, als in den Spielen zuvor», sagte der Doppeltorschütze, der seine Torausbeute in den Playoffs auf deren drei schraubte, «allein, diesmal fielen sie rein.»

Der Zwei-Tore-Rückstand sollte sich als zu grosse Hypothek für den souveränen Qualifikationssieger erweisen. Zwar kamen die Langnauer in der Folge wieder besser ins Spiel und erzielten folgerichtig durch Anton Gustafsson den Anschlusstreffer. Es war geschickt, wie der beste Goalgetter der SCL Tigers einen Schuss von Yves Müller in der Luft unhaltbar zum 2:3 ablenkte. Das war es dann aber vonseiten des Gastgebers, welcher seine zu ungenauen Angriffe immer wieder von einer sehr sattelfesten EHCO-Defensive abgefangen sahen.

Selbst eine 6:4-Überzahl während 40 Sekunden kurz vor dem Ende brachte den angestrebten Ausgleich nicht mehr. Michael Tobler hielt alles, was auf seinen Kasten kam, und holte sich verdientermassen die Best-Player-Ehrung. Diese hätte allerdings auch auf Shayne Wiebe oder Remo Meister fallen können, welcher seinen Defensivpart beinahe perfekt ausfüllte und von einem «guten Anfang» sprach. «Darauf können wir aufbauen», sagte Meister. «Das Ziel muss es jetzt sein, zu Hause auf 2:0 davon zu ziehen, dann sieht es gleich noch einmal anders aus.» (von Michael Forster)

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