Freitag, 28. April 2017

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Langnau kauft dem EHCO den Schneid ab


Der EHC Olten gibt im zweiten Spiel des NLB-Playoff-Finals (1:4) den Heimvorteil wieder ab.

BILDER
Lukas Haas (rechts) von den SCL Tigers lässt Oltens Christopher Bagnoud aussteigen. (Bild: keystone)

Olten - Langnau 1:4 (0:0, 1:2, 0:2)

Kleinholz. – 6270 Zuschauer (ausverkauft). – SR: Erard/Kämpfer, Gnemmi/Pitton. – Tore: 21. Hecquefeuille 0:1. 26. Scherwey (Studer, Weber) 1:1. 32. Müller (DiDomenico/Ausschluss Wiebe) 1:2. 52. Müller (Bucher, DiDomenico/Ausschluss Schwarzenbach) 1:3. 59. Hecquefeuille (Haas/ins leere Tor) 1:4. – Strafen: Je 5-mal 2 Minuten.

Olten: Tobler; Meister, Schnyder; Parati, Ganz; El Assaoui, Bagnoud; Grossniklaus, Aeschlimann; Truttmann, Feser, Wüst; Hirt, Schneuwly, Schwarzenbach; Ulmer, Burki, Wiebe; Scherwey, Studer, Weber.

Langnau: Ciaccio; Stettler, Müller; Hecquefeuille, Kim Lindemann; Bonnet, Ronchetti; Rexha, Bärtschi; DiDomenico, Gustafsson, Bucher; Haas, Claudio Moggi, Sven Lindemann; Nüssli, Gerber, Sandro Moggi; Gerber, Albrecht, Wyss.

Bemerkungen: Olten ohne Marolf, Pargätzi, Ruhnke, Schild, Wüthrich (alle verletzt) und Brunner (überzählig). Langnau ohne Lakos, Rüegg, Schlapbach, Sterchi, Tremblay und Zryd (alle überzählig). Opernsänger Andreas Jaeggi singt vor Spielbeginn die Nationalhymne. 30. Lattenschuss Truttmann. 58:21 Timeout Olten, das danach bis 59:13 ohne Torhüter spielt. Scherwey und Müller als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet.

Der EHC Olten hatte im zweiten Spiel des Playoff-Finals eine Zwei am Rücken: Zwei Treffer durch Hecquefeuille und zwei Powerplaytore durch Müller führten zu einem 4:1-Sieg von Langnau, das damit in der Serie zum 1:1 ausglich. Olten, das zwischenzeitlich durch Cyrille Scherwey zum 1:1 ausgeglichen hatte, ging die Unwiderstehlichkeit ab, das es beim Auswärtscoup über weite Strecken an den Tag gelegt hatte. «Wir wollten es zu gut machen», ortete Patrick Parati einen Grund für die Oltner Pleite. «Wir müssen wieder mehr Zug aufs Tor entwickeln und mehr schiessen», nahm sich der EHCO-Captain für das morgige Wiedersehen in Langnau vor.

Anfänglich deutete einiges darauf hin, dass die Grünweissen nahtlos an das erste Auswärtsspiel anknüpfen könnten. Olten eröffnete das Spiel mit viel Elan und wirkte in den ersten zehn Minuten gefährlicher als die Gäste. Dann verloren die Einheimischen jedoch ihren Zug und Faden, das Klein-Klein-Spiel mit einem manchmal zufälligen Schicksal des Pucks nahm zu. Daraus ergaben sich die besten Chancen für die Langnauer. Als Codey Burki wegen Haltens die Kühlbox aufsuchen musste, entzündeten sich erstmals die Emotionen zwischen Silvan Wyss und Fabian Ganz, sodass auch das Duo eine unfreiwillige Auszeit nehmen musste.

Das erste Powerplay wussten die Emmentaler zwar nicht zu nutzen, dennoch hiess es just nach dessen Ablauf 0:1. Der Francokanadier Kevin Hecquefeuille drückte an der blauen Linie mit einem flatternden Schlenzer ab, der durch viele Beine hindurch, die Michael Tobler die Sicht verdeckten, in der 21. Minute im Netz landete. Die Oltner wirkten nach dem Gegentor für eine Weile befangen und taten sich mit dem Aufbau schwer. Wie gerufen kam da die 26. Minute, als Cyrille Scherwey allein vor Ciaccio auftauchte, von hinter dessen Gehäuse durch Thomas Studer präzis bedient wurde und zum 1:1 ausglich.

Für kurze Momente wirkte der Gleichstand wie ein Funken, um den Motor der Gastgeber wieder zu zünden. Im ersten Oltner Powerplay streifte ein Schuss Marco Truttmanns die Latte, doch danach lähmten wieder viele Ungenauigkeiten die EHCO-Offensive. Die SCL Tigers wirkten in ihren Aktionen nun hartnäckiger. Das Nachfassen machte sich in der 32. Minute bezahlt, als Shayne Wiebe für einen Stockschlag auf der Strafbank sass. In einer alles andere als klassischen Powerplayszene luchste Christopher DiDomenico dem Oltner Defensivduo Parati und Ganz den Puck ab. Seine aufgelegte Scheibe verwertete Müller zum 1:2.

Der erneute Vorsprung der Berner liess die Oltner diesmal nicht innerlich innehalten. Cédric Schneuwly, Wiebe und Ganz versuchten noch im Mittelabschnitt, den Gleichstand wiederherzustellen. Wäre das Überzahlspiel kompakter ausgefallen, hätte Olten dieses Ziel wohl auch erreichen können. Noch näher am 2:2 waren die Gastgeber zu Beginn des dritten Drittels, doch die Möglichkeiten von Truttmann, Parati, Scherwey und Wüst mündeten nur in dritten Powerplay, das dann förmlich vom Winde verweht wurde.

Das 3:1 entscheidet die Partie

Dafür schafften es die Gäste, bei ihrer nächsten Überzahlgelegenheit Struktur zurückzubringen. Müller kam in der 52. Minute frei vor Tobler zum Schuss und buchte das 1:3. Ärgerlich war aus Oltner Sicht nicht nur das Verdikt, sondern auch dessen indirekte Ursache. Diego Schwarzenbach musste nach einer diskutablen Szene die Strafbank aufsuchen, sein ähnlich agierender Gegenspieler hingegen nicht. Nach dem 1:3 konnte Olten das Ruder nicht mehr herumreissen. Das Abschlussglück wollte sich diesmal nicht einstellen, während Hecquefeuille auf der Gegenseite 107 Sekunden vor Schluss noch einen «Emptynetter» realisieren konnte.

«Die Powerplaytore machten den Unterschied aus», erkannte Philipp Wüst als matchentscheidendes Element. «Wir müssen wieder mehr nach vorne spielen, mehr Druck erzeugen und den Abschluss verbessern», so der Flügelstürmer, «wir zeigten ein gutes Spiel – bis auf die Chancenauswertung.» (Jürg Salvisberg)

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