Sonntag, 25. Juni 2017

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«Wusste nicht, ob ich zurückdarf»


Tim Grossniklaus vor Oltens fünftem Final-Duell gegen die SCL Tigers.

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Oltens Tim Grossniklaus (rechts) kämpft gegen Langnaus Chris DiDomenico und die Scheibe. (Bild: key)

Wie Remo Hirt vor zehn Jahren hat Tim Grossniklaus in dieser Saison den Weg von den Elite-Junioren des SC Bern zum NLB-Spitzenklub Olten geschafft. Doch der robuste Berner will noch höher hinaus. Noch vor seinem 20. Geburtstag Ende Februar erhielt er bereits einen Vertrag bei Rapperswil-Jona. Derweil sein künftiger Arbeitgeber alles daran wird setzen müssen, den NLA-Abstieg zu verhindern, befindet sich Grossniklaus mit Olten mitten im Kampf um die NLB-Krone. Die Dreitannenstädter wären somit in der Ligaqualifikation ein potenzieller Gegner der Lakers – irgendwie speziell. Doch «solche Gedanken mache ich mir noch gar nicht», sagt Grossniklaus, «es ist schön, dass ich bereits während der Saison meine Zukunft klären konnte, aber ich konzentriere mich zu 100 Prozent auf das, was jetzt ist.» 

Dass für Tim Grossniklaus bereits im Frühjahr 2015 der Moment kommen würde, im Profi-Eishockey seine ersten Playoff-Schritte zu unternehmen, ist selbst für Oltens Nummer 29 eine kleine Überraschung. Damit dies überhaupt möglich wurde, mussten die Dreitannenstädter im Viertelfinal erst Visp ausschalten. Denn dannzumal war der Berner, nachdem er im Januar mittels B-Lizenz zu Olten kam und erstmals NLB-Luft schnupperte, für die Playoffs als Teamleader zu den Elite-Junioren seines Stammvereins zurückgekehrt. In Bern wurde Grossniklaus grosse Verantwortung zugetragen, das Ausscheiden im Halbfinal konnte aber auch er nicht verhindern. «Am Anfang war die Enttäuschung gross, zumal ich nicht wusste, ob ich zu Olten zurückdarf», erklärt Grossniklaus. Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Cyrill Aeschlimann, Romano Pargätzi und Patrick Parati war es für Olten im Halbfinal gegen Martigny ein Glücksfall, auf den 92 Kilogramm schweren Verteidiger zurückgreifen zu können.

Seither wird Grossniklaus von Heikki Leime regelmässig eingesetzt – ganz unbeschwert geht Grossniklaus allerdings nicht an seine ersten Aufgaben im Profi-Eishockey heran: «Vor dem Match kommt das Kribbeln, aber es ist in erster Linie Freude. Ich geniesse jeden Moment mit der Mannschaft.» In der vergangenen Qualifikationsphase hatte Tim Grossniklaus kein einziges Spiel gegen die Emmentaler bestritten und nun kommt der Berner nach einer für ihn bewegten Saison im NLB-Final bereits zum fünften Duell mit Langnau. «Bisher konnten wir gut dagegenhalten, jede Partie ist sehr umstritten», weiss Grossniklaus um die offene Ausgangslage. Den Druck sieht er nicht ausschliesslich beim Kontrahenten um den NLB-Meistertitel. «Wir haben innerlich auch selbst aufgesetzten Druck. Jeder Spieler glaubt daran, die Tigers bezwingen zu können.» (Yann Schlegel)

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