Freitag, 21. Juli 2017

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Zu früh die Geduld verloren?


Der EHC Olten entschied sich früh für Matthias Mischler – und gegen Michael Tobler.

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Hätte Michael Tobler gerne behalten: EHCO-Trainer Heikki Leime. (Bild: Hansruedi Aeschbacher)

Nicht nur für die Fans war nach den starken Playoffs des EHC Olten klar: Ohne Michael Tobler im Tor hätte die Saison der Oltner nicht so lange gedauert. Erst im siebten Finalspiel erwiesen sich die SCL Tigers als zu starker Gegner und verwehrten damit dem EHCO den Griff nach der Meisterschale. Als einer der klaren Befürworter für eine Vertragsverlängerung für Michael Tobler, die defensive Lebensversicherung, outeten sich auch Trainer Heikki Leime oder Sportchef Köbi Kölliker.

Eine «leidige» Sache
Wäre es also nach der Meinung der sportlichen Führungskräfte des Vereins gegangen, so wäre Michael Tobler über die letzte Saison hinaus in grünweiss aufgelaufen. Kölliker und Tobler bestätigen sogar, dass der Vertrag zweimal bereitgelegen habe. Alleine, unterschrieben worden ist er nicht. «Die Gesamtkonstellation bewog uns, gegen ihn zu entscheiden», sagt der EHCO-Sportchef, welcher von einer – für den EHC Olten – «leidigen Sache» spricht.

Mit leidig meint Köbi Kölliker die verpasste Chance, auch die nächste Saison mit einem Top-Torhüter-Duo in Angriff nehmen zu können. «Mit der Verpflichtung von Matthias Mischler konnten wir uns früh absichern und gleichzeitig verstärken», so Kölliker, der gleichzeitig einräumt, dass Michael Tobler während der Qualifikation nicht durchgehend auf hohem Niveau gespielt habe. Mit dem möglichen Duo Mischler/Tobler hätte man die Torhüter-Position «betonieren wollen».

Auch eine Frage des Geldes
EHCO-Geschäftsführer Peter Rötheli macht primär finanzielle Gründe geltend für den Verzicht. «Klar, Michael Tobler hat sehr gute Playoffs gespielt. Budgetmässig ist bei uns aber nicht mehr dringelegen.» Man habe grundsätzlich das Ziel verfolgt, im Dezember/Januar einen Nummer-1-Goalie unter Vertrag zu haben. «Mit Tobler hatten wir anfangs gefeilscht, das Ganze dann aber zurückgestellt», so Rötheli zu einer ersten Version eines neuen Vertrags. «Dann war plötzlich Mischler auf dem Parkett, es galt, sich schnell zu entscheiden.» 

Mit dem 25-jährigen Mischler, ist Rötheli überzeugt, habe man einen Goalie im besten Alter: «Er kann sich bei uns weiterentwickeln. Dass ihn der SC Bern einst verpflichtete, sagt sicher auch etwas aus. Zudem haben wir mit Kevin Huber einen zweiten Torhüter, der in der Vergangenheit ein wenig Pech hatte. In der NLA kam er nicht über die Rolle des Back-ups hinaus, zudem hat das Engagement im Ausland nicht geklappt.»

Froh um Einsparungen
Dennoch ist Peter Rötheli guter Dinge, mit diesem Torhüter-Duo in die Saison 2015/16 zu steigen. Aus sportlicher, aber auch finanzieller Sicht. Da mit der neuen Fondue-Tribüne im Kleinholz neuerliche Investitionen im mittleren sechsstelligen Bereich auf den Verein warten, ist man froh um die Einsparungen auf der Goalie-Position. «Die Ideen gingen bald in die Richtung, es mit einer klaren Nummer 1 und einer jungen hungrigen Nummer 2 zu versuchen.»

Michael Tobler selber wird mit dem Wechsel zu den Rapperswil-Jona Lakers vom Stammtorhüter zum künftigen Gegner des Playoff-Finalisten. Ein Sprung in die Nationalliga A hänge von mehreren Faktoren ab. Leider, so Tobler, habe es nicht geklappt. «Es war nicht in der Form möglich, wie ich es mir vorgestellt hatte.» Deshalb der Wechsel innerhalb der Liga, wobei Tobler klare Ambitionen hegt. «Es ist sicher nicht zu viel verlangt, wenn ich den Anspruch habe, bei Rappi als Nummer 1 zu spielen. Schliesslich habe ich bewiesen, dass ich das in der NLB sicher kann.» Mit Melvin Nyffeler, welcher von Fribourg-Gottéron an den Zürichsee stiess, hat Michael Tobler jedoch starke Konkurrenz im Kampf um den Stammplatz im Tor. (von Michael Forster)

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