Mittwoch, 20. September 2017

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«Ich schaue nicht gerne zurück»


EHC-Olten-Trainer Heikki Leime gibt sich vor dem NLB-Saisonstart in Martigny (Freitag, 20 Uhr) gewohnt realistisch.

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Olten-Trainer Heikki Leime freut sich auf die Herausforderung der neuen Saison. (Bild: Hr. Aeschbacher)

Können Sie sich noch an den 29. März erinnern?
Heikki Leime: Der 29. März – war das unser letztes Spiel?

Es war Spiel sechs in der Finalserie gegen Langnau, die Möglichkeit, zu Hause den Titel zu holen.
Ich schaue nicht gerne zurück. Solche Sachen bleiben nicht lange im Kopf. Was ich hingegen versuche, in Erinnerung zu behalten, sind Szenen, aus welchen wir lernen können.

Haben Sie überhaupt keine Gedanken daran verloren, dass man so nahe am Titelgewinn war?
Nein. In den letzten zwei Spielen zeigte Langnau, dass es über ein besseres Team verfügte, als wir. Wenn es umgekehrt gewesen wäre, dann würden wir dem Titel wohl nachtrauern. Aber sie zeigten uns, dass sie ganz einfach ein bisschen besser waren.

Immerhin haben Sie den späteren Aufsteiger bis zuletzt gefordert. Spüren Sie noch etwas vom starken Schlussspurt der letzten Saison?
Die Spieler wissen, was möglich ist, das ist wohl die wichtigste Erkenntnis. Gleichzeitig nehmen die meisten von ihnen Tag für Tag. Zumindest bei gewissen Spielern fühle ich aber schon, dass sie mit diesem Selbstbewusstsein auftreten. Sie wissen: Wenn sie hart arbeiten, können sie viel erreichen.

Wie ist das Gefühl so kurz vor dem Start? Ist das Team bereit?
Es ist in einer guten Verfassung für Anfang September. Aber wir sind noch weit weg davon, wirklich gut zu spielen. Ich habe mit Dino Stecher die Spielszenen des letztjährigen Finals noch einmal angeschaut; da haben wir in der Tat sehr gut gespielt. Bis zu diesem Spiel fehlt uns noch viel. Wir starteten nicht bei Null, aber zurzeit müssen sich die Spieler noch finden. Jeder sucht seine Rolle und würde sich am liebsten als Goalgetter sehen (lacht). Es wird noch viele Änderungen geben während der Saison, wir werden vielleicht unser Spiel auch leicht an jenem des Gegners ausrichten. Es ist ein kontinuierlicher Prozess.

Ist es nicht frustrierend, immer wieder bei Null beginnen zu müssen?
Ganz bei Null ist es ja nicht. Und trotzdem: So ist es nun einmal. Es ist auch für uns Trainer nicht so schlecht, denn auch wir können nicht einfach den Weg des geringsten Widerstands nehmen, sondern die Dinge von Grund aufbauen. Wir können nicht Anfang Saison in die Kabine kommen und sagen: Machen wir dort weiter, wo wir letzte Saison aufgehört haben. Wenn man die grundlegenden Sachen vernachlässigt, stolpert man irgendwann darüber.

Aus der Reihe der Vorbereitungsspiele sticht das 0:6 gegen Langenthal heraus – nach dem starken Auftritt und dem 3:2-Sieg über Augsburg. War das nur ein Ausrutscher?
Solche Spiele kann es geben. Es war ein Abend, an welchem nichts funktionierte. Langenthal war viel besser als wir, aber ich mache mir deswegen keine Sorgen. Der Gegner war besser, das müssen wir akzeptieren – und die notwendigen Schlüsse ziehen. Ich sagte dem Team später: Wenn die mentale Vorbereitung nur 95 Prozent ist, dann ist die Leistung auf dem Eis noch 50 Prozent. Und die mentale Vorbereitung war nicht gut an jenem Abend. Das wird den Spielern in Erinnerung bleiben: Es reicht nicht, einfach rauszugehen und zu spielen. Dann kommt es so heraus. Die Liga wird sehr ausgeglichen sein. Wenn man so zu spielen beginnt, wird man bald Probleme bekommen.

Mit Martigny auswärts und Langenthal zu Hause warten gleich zu Beginn zwei heikle Aufgaben.
Oh ja! Sowieso, es wird keine einfachen Spiele geben. Aber ich habe ein gutes Gefühl. Das Team macht Fortschritte, wir sind bereit für die ersten Spiele. Natürlich hoffe ich auf positive Resultate, aber wichtig ist auch, dass wir gut spielen. Es braucht so oder so auch Geduld.

Haben Sie von Vereinsseite irgendwelche Ziele formuliert bekommen?
Nein, darüber haben wir noch nicht gesprochen.

Olten wird zu den Finalanwärtern gezählt. Wäre alles andere als der Playoff-Final eine Enttäuschung?
Man könnte sagen, dass es einer Enttäuschung gleich käme, wenn wir uns die ganze Saison über auf den ersten beiden Plätzen halten würden. Wenn wir weiter hinten mitspielen, wäre das Verpassen des Finals keine Enttäuschung. Nur kennen wir zu diesem Zeitpunkt die anderen Teams kaum. Zuerst sollte man sich von ihnen ein Bild machen. Man kann nicht zum Voraus sagen, dass man in den Final gehört, das ist Unsinn. Aber wir haben bestimmt gute Spieler, und ich weiss, dass wir mit ihnen weit kommen können.

Es ist eine Frage der Erwartungen: Vor zwei Jahren gewann man die Qualifikation souverän, scheiterte dann in Runde 1 in den Playoffs. In der letzten Saison startete man von Rang 5 in die Playoffs und schaffte es bis in den Final.
In der Qualifikation geht es einzig darum, die Playoffs zu schaffen. Vielleicht noch darum, sich den Heimvorteil zu sichern. Aber das ist nicht so entscheidend. Wichtiger ist, die Qualifikation dafür zu nutzen, in den Playoffs bereit zu sein. Dann muss man den Spielern sagen können: Geht raus, und spielt. (von Michael Forster)

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