Sonntag, 23. Juli 2017

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Zu viele Strafen als Knackpunkt


Der EHC Olten verliert zum Saisonauftakt in Martigny nach Penaltyschiessen.

BILDER
Martignys Fabian Brem kämpft gegen den Oltner Stefan Hürlimann um den Puck. (Bild: Frédéric Dubuis)

Martigny - Olten 3:2 n.P. (0:0, 1:1, 1:1, 1:0)

Forum. – 1287 Zuschauer. – SR: Erard, Gnemmi/Micheli. – Tore: 27. Starkow (M. Zanatta) 1:0. 29. Feser (Ulmer, Meister/Ausschluss Scherwey!) 1:1. 41. Brügger (Starkow) 2:1. 60. (59:57) Truttmann (Hirt, Ulmer/Olten mit 6 Feldspielern) 2:2. – Penaltyschiessen: Truttmann 1:0, Brem 1:1; Feser -, Starkow -; Schneuwly -, Hurtubise -; Ulmer -, Knöpfli -; Schwarzenbach -, Brügger 2:1. – Strafen: 3-mal 2 Minuten plus 10 Minuten (Hurtubise) gegen Martigny, 5-mal 2 Minuten plus 5 Minuten (Bagnoud) plus 10 Minuten (Truttmann) plus Spieldauerdisziplinarstrafe (Bagnoud) gegen Olten.

Martigny: Dupont; M. Zanatta, Borlat; Wildhaber, Flyagin; Wyssen, Vermeille; Marti, Tanner; Knöpfli, Hurtubise, Starkow; Lachmatow, Brem, Malgin; Gailland, Brügger, Franzén; Dähler, Loeffel, Zorin.

Olten: Mischler; Ganz, Pargätzi; Bagnoud, El Assaoui; Meister, Kobach; Aeschlimann, Schnyder; Wiebe, Feser, Ulmer; Schwarzenbach, Schneuwly, Truttmann; Wüst, Hürlimann, Hirt; Wüthrich, Dal Pian, Scherwey.

Bemerkungen: Martigny ohne Weber (überzählig), L. Zanatta (verletzt) und Rexha (krank); Olten ohne Burki (verletzt), U. Huber, Ast und Morini (alle überzählig). Dupont und Feser als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. Pfostenschüsse: 39. Wildhaber. 40. Flyagin. 58. (57:58) Timeout Olten. Olten ab diesem Zeitpunkt bis 59:57 ohne Torhüter. 59:33 Timeout Martigny.

 

Je länger die Partie zwischen Martigny und Olten dauerte, desto mehr erinnerte sie an die enge Playoff-Halbfinalserie der letzten Saison. Es war am 10. März, als sich die beiden Mannschaften im Forum d’Octodure zum letzten Mal gegenüberstanden und Sami El Assaoui mit seinem erfolgreichen Slapshot von der blauen Linie die Saison des HC Red Ice beendete. Die gestrige Saisoneröffnung stand für die Gastgeber also im weitesten Sinne für eine Revanche – und gelang den Gastgebern auch. Wenngleich sie dazu über die volle Distanz gehen mussten. Für die Oltner war das 2:3 nach Penaltyschiessen alles andere als zwingend, hatte man doch über weite Strecken mehr vom Spiel. «Im Nachhinein müssen wir mit dem einen Punkt zufrieden sein», meinte Captain Stefan Hürlimann nach dem Spiel. «Zudem war es ein Punkt, welchen wir uns hart erarbeiten mussten. Das ist sicher positiv.»

Zu Beginn erinnerte nicht all zu viel an die teils dramatischen Duelle aus den letztjährigen Playoffs. Zu wenig intensiv gingen die beiden Teams zu Werke, zu unkonzentriert wurden die Angriffe vorgetragen. Martigny versuchte zwar krampfhaft, die Initiative zu übernehmen, doch es schlichen sich viele technische Fehler in ihr Spiel ein. So hatte Mischler in den ersten zehn Minuten zwar einiges an Arbeit, meist aber leichtes Spiel, die Abschlüsse des Gegners zu entschärfen. Daran änderte auch eine kleine Strafe von El Assaoui nichts, ebenso wenig ein nächster Ausschluss von Pargätzi.

Es waren vielmehr die Gäste, welche die beiden souverän überstandenen Unterzahlsituationen dazu nutzten, ins Spiel zu finden. Zwar blieben auch sie in ihrer ersten Überzahl erfolglos, hätten nach starken Aktionen von Wiebe und Hirt allerdings in Führung gehen müssen. Die Oltner nahmen aber zumindest viel Schwung in den mittleren Abschnitt und blieben die Spiel bestimmende Mannschaft. Doch dann glitt ihnen die Partie vorübergehend aus den Händen. Nicht weniger als fünf Strafen kassierten sie bis zum Ende des mittleren Abschnitts, darunter diskutable fünf Minuten gegen Chris Bagnoud, welcher sich mit dem Kanadier Hurtubise einen Faustkampf lieferte, welcher mit einer 2- plus 10-Minutenstrafe davon kam. «Hätten wir nicht derart viele Strafen kassiert», so Hürlimann, «hätten wir die Partie womöglich für uns entschieden.

Noch eine Rechnung offen

Während der EHCO bezüglich Strafminuten in dieser Phase deutlich vorlegte, blieb es resultatmässig ausgeglichen. Starkow brachte Red Ice zwar nach einem krassen Oltner Wechselfehler in Führung, doch Feser glich die Partie, mit einem Shorthander, nur zwei Minuten später wieder aus. Die Gäste hatten in der Folge Glück, als Martigny gleich zweimal am Pfosten scheiterte. Den Führungstreffer holten die Walliser gleich zu Beginn des letzten Abschnitts nach, als Brügger einen Abpraller zum 2:1 verwertete.

So harzig die ersten Minuten der Meisterschaft 2015/16 noch vonstatten gingen, so dramatisch gestalteten sich die letzten Sekunden dieser Partie. Die Gäste agierten längst mit einem Mann mehr, als Wiebe zehn Sekunden vor Schluss einen letzten Anlauf nahm, die Scheibe von ganz zu hinterst ins gegnerische Drittel brachte, wo Truttmann schliesslich im Gewühl vor Dupont der Ausgleich gelang. Dass Wiebe am Anfang des späten aber verdienten 2:2 stand, war kein Zufall. Der Kanadier war einer der grössten Aktivposten bei den Gästen, stiess immer wieder mit viel Tempo in die Defensivreihen der Einheimischen und setzte auch mehrmals mit kernigen Checks ein Zeichen.

Die Gäste waren auch in der Verlängerung die aktivere Mannschaft, die Entscheidung blieb ihnen jedoch verwehrt. So blieb es beim einen Punkt für die Oltner, bei welchen die Konzentration schon kurz nach dem Spiel dem heutigen Derby galt. «Dieses Spiel ist für uns besonders wichtig. Mit Langenthal haben wir bekanntlich noch eine Rechnung offen.» (Michael Forster) 

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