Sonntag, 28. Mai 2017

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Mit dem Selbstvertrauen des Leaders


Der EHC Olten befreit sich erneut aus einer kniffligen Lage und besiegt Martigny nach 1:3-Rückstand mit 4:3

BILDER
Topskorer Shayne Wiebe war für den EHC Olten gegen Martigny der Matchwinner. (Foto: Hansruedi Aeschbacher)

Olten - Martigny 4:3 (1:1, 1:2, 2:0)

Kleinholz. – 3316 Zuschauer. – SR: Boverio (Gnemmi, Kehrli). – Tore: 8. Wiebe (Hirt, Aeschlimann) 1:0. 19. Camperchioli (Malgin, Zanatta) 1:1. 29. Franzén (Knoepfli, Hurtubuise; Ausschluss Kobach) 1:2. 37. Knoepfli (Camperchioli, Hurtubuise) 1:3. 39. Bagnoud (Ulmer) 2:3. 53. (52:10) Kobach 3:3. 53. (52:33) Wiebe (Ganz; Ausschluss Borlat) 4:3. – Strafen: 4 Mal 2 Minuten gegen Olten. 6 Mal 2 Minuten gegen Martigny.

Olten: Mischler; Ganz, Pargätzi; Bagnoud, El Assaoui; Kobach, Meister; Schnyder, Aeschlimann; Wiebe, Feser, Hirt; Schwarzenbach, Schneuwly, Ulmer; Wüst, Hürlimann, Ueli Huber; Wüthrich, Dal Pian, Scherwey.

Martigny: Dupont; Michael Zanatta, Camperchioli; Wyssen, Vermeille; Marti, Flyagin; Borlat, Loeffel; Knoepfli, Hurtubuise, Starkov; Dähler, Rexha, Zorin; Lakhmatov, Brem, Malgin; Gailland, Brügger, Franzén.

Bemerkungen: Olten ohne Truttmann, Burki, Kevin Huber (alle verletzt), Ast und Morini (beide 1. Liga).

 

 

Man kann nicht behaupten, dass der EHC Olten die Nerven seiner Anhänger in dieser Saison schont. Es gehört bei dieser Mannschaft schon fast zum guten Ton, dass man sich irgendwie durch die Spiele mogelt, um dann mit einem Effort im letzten Drittel noch für die entscheidende Differenz zu sorgen. Gegen Red Ice Martigny rettete das Team von Trainer Heikki Leime bereits zum fünften Mal in dieser Saison einen oder mehrere Punkte mit einem rasanten Schlussspurt.

Man kann diesen konstanten Tanz auf des Messers Schneide als arrogant einstufen, leichtsinnig oder gefährlich. Man kann diesen Hang zur Dramatik aber auch damit erklären, dass in dieser Mannschaft ein Urvertrauen in die eigenen Fähigkeiten steckt. «Wir haben uns das Leben zuletzt immer ein wenig schwerer als nötig gemacht. Aber ich denke, solche Spiele zeigen, wie viel Charakter in unserem Team steckt», sagte Doppeltorschütze Shayne Wiebe nach dem 4:3-Sieg gegen Martigny. In einem Spiel, in welchem die Oltner Ende des zweiten Drittels bereits mit 1:3 in Rückstand lagen und zunehmend an den aufsässigen Gästen aus dem Unterwallis zu verzweifeln schienen.

Bagnouds richtungsweisendes Tor

Richtungsweisend war, dass dem EHCO noch vor der zweiten Drittelspause, kurz nach dem dritten Gegentreffer durch Knoepfli, noch das Anschlusstor durch Chris Bagnoud gelang. Die Oltner nahmen den Schwung dieser späten Belohnung nahtlos mit in den letzten Abschnitt, in welchem sie den immer stärker nachlassenden Gästen aus Martigny nun deutlich überlegen waren. Es dauerte zwar verhältnismässig lange, bis der Ausgleich durch einen herrlichen Hocheckschuss von Reto Kobach fiel. Dennoch hatte man nie das Gefühl, dass die Aufholjagd der Oltner scheitern würde. Ganze 23 Sekunden nach Kobachs Treffer machte dann der überragende Shayne Wiebe die Wende perfekt. Der
EHCO-Topskorer befindet sich derzeit in einer absolut beneidenswerten Verfassung. Zusammen mit Landsmann Justin Feser und Remo Hirt bildete er die mit Abstand torgefährlichste Sturmlinie des EHCO, der gestern mit Marco Truttmann und Cody Burki auf zwei seiner besten Offensivkräfte verzichten musste.

Ungeachtet des neuerlichen Vollerfolgs darf man aber die Mängel, die sich im Spiel der Oltner vor allem im zweiten Drittel offenbarten, nicht unter den Teppich kehren. So entschlossen der EHCO im letzten Abschnitt auftrat, so unkonzentriert, unentschlossen und unpräzis trug er seine Angriffe in dieser Phase vor. Eklatant waren die Defizite vor allem im Powerplay, in welchem immer wieder die komplizierte Variante bevorzugt wurde und so kaum gefährliche Abschlüsse generiert werden konnten. Wie einfach das Überzahlspiel funktionieren würde, zeigten auf der anderen Seite die Unterwalliser, die den Puck schnell zirkulieren liessen und immer wieder zu gefährlichen Abschlüssen von der blauen Linie kamen. Martigny erzielte seine drei Treffer alle auf dieselbe Art und Weise: Viel Verkehr vor Oltens Goalie Mischler und ein Distanzschuss, der den Weg irgendwie ins Tor fand.

Am Samstag Spitzenkampf-Derby

«Gegen Martigny ist es nie einfach. Umso schöner, haben wir wieder einen Weg zum Sieg gefunden», freute sich EHCO-Trainer Heikki Leime über den neuerlichen Effort seiner Spieler. Mit dem Selbstvertrauen des Leaders lässt es sich auch entspannter auf die kommende Aufgabe vorbereiten: Am Samstag steigt in der Schorenhalle in Langenthal das zweite Derby der laufenden Saison. Der EHC Olten kommt als Tabellenführer zum ersten Verfolger SC Langenthal, dem es neben Martigny bisher als einziges Team gelungen ist, den Powermäusen mehr als einen Punkt abzuknöpfen. Die Oltner sind jedenfalls gut beraten, im Oberaargau nicht mehr mit dem Feuer zu spielen. (Marcel Kuchta)

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