Freitag, 28. April 2017

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Steigflug oder Wertkorrektur?


Leader EHC Olten steht im Derby in Langenthal auf dem Prüfstand.

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Trotz Leaderposition noch nicht vollumfänglich zufrieden: Das EHCO-Trainer Duo Heikki Leime (rechts) und Assistent Dino Stecher. (Foto: Hansruedi Aeschbacher)

 

Frage an EHCO-Trainer Heikki Leime: «Wäre Ihre Mannschaft eine Aktie, wie würden Sie sie aufgrund der aktuellen Tabellensituation einstufen? Als überbewertet oder genau richtig?» Der Finne überlegt kurz und antwortet: «Wenn ich ehrlich bin, dann hatten wir bisher eine rechte Portion Glück.» Also eher überbewertet.

Der EHC Olten steht mit vier Punkten Vorsprung auf den heutigen Gegner, den SC Langenthal, an der Tabellenspitze. Mit einem Vollerfolg im «Schoren» könnten die Solothurner den Rivalen aus dem Oberaargau um sieben Zähler distanzieren. Blickt man auf die bisweilen durchzogenen Auftritte der Powermäuse, dann ist das eine fast unglaublich gute Ausgangslage. Das weiss auch Leime: «Man verdient es, wenn man an der Tabellenspitze steht. Aber wir brauchten sicher Glück dafür. Wir sind spielerisch noch nicht dort, wo wir gerne sein würden.»

Der Finne ortet Steigerungspotenzial in diversen Bereichen. Da ist einerseits das Powerplay, welches bisher mehr schlecht als recht funktionierte. Was sich auch statistisch nachweisen lässt: Aus 39 Gelegenheiten machten die Oltner bisher erst sechs Tore. Das entspricht einer Erfolgsquote von etwas mehr als 15 Prozent. Nur das Schlusslicht GCK Lions war in dieser Beziehung schlechter. Zum Vergleich: Der SC Langenthal nutzt fast ein Drittel seiner Überzahl-Gelegenheiten. Übrigens: In Unterzahl ist der EHCO mit erst drei erhaltenen Gegentreffern (92 Prozent Erfolgsquote) absolute Spitze.

Ein echter Härtetest

Noch nicht zufrieden ist Leime auch mit dem Defensivverhalten seiner Spieler. «In unserer Zone können wir uns verbessern. Generell sollten die Spieler weniger spekulieren, sondern sich mehr an ihre Positionen halten.» Leime blickt dem Derby am heutigen Nachmittag auch deshalb mit besonderem Interesse entgegen. Er weiss, dass seine Mannschaft beim «wohl besten NLB-Team» ein echter Härtetest erwartet. «Langenthal wird eine gute Herausforderung. Dort werden wir sehen, wie wir uns gegen eine sehr gute Mannschaft verhalten. Sie werden uns in Bedrängnis bringen. Meine Spieler wissen das. Wir müssen einfach geduldig bleiben und uns an unsere Taktik halten.» Leime weist aber auch darauf hin, dass man trotz der speziellen Ausgangslage und der immer reizvollen Derby-Affiche nicht allzu viel in diese Partie hineininterpretieren sollte. «Am Ende ist es auch nur eines von 45 Spielen. Als das muss man es auch sehen. Und das habe ich meinen Spielern auch gesagt.»

Dass es jetzt, mitten im Oktober, noch nicht um die Wurst geht, zeigt auch die Tatsache, dass die Oltner die kurze Reise in den Oberaargau ohne Marco Truttmann und Codey Burki antreten werden. Truttmann wird nach seiner Zerrung noch geschont. Burki verspürte zuletzt wieder Schmerzen in seinem operierten Knie. «Wären wir in den Playoffs, würden wohl beide spielen», unterstreicht Leime. In Abwesenheit zweier offensiver Schlüsselspieler kommt dem disziplinierten Defensivverhalten aus Sicht der Oltner noch mehr Bedeutung zu. Schon beim knappen 4:3-Sieg gegen Martigny am letzten Dienstag wurde deutlich, dass in der aktuellen Situation sehr viel vom offensiven Rendement der Toplinie mit Shayne Wiebe, Justin Feser und Remo Hirt abhängt.

Im ersten Aufeinandertreffen am zweiten Spieltag gewannen die Langenthaler nach einem dramatischen Spiel mit 5:4 nach Penaltyschiessen. Seither ist die EHCO-Aktie mit acht Siegen in Serie in die Höhe geschossen. Geht der Steigflug weiter oder folgt heute eine Wertkorrektur? (Marcel Kuchta)

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