Mittwoch, 26. April 2017

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Dem Ex-Leader fehlt ein Leader


Der EHC Olten findet in La Chaux-de-Fonds nie ins Spiel und verliert mit 2:6.

BILDER
Neuenburgs Michael Neiniger (Nummer 7) hält EHCO-Torhüter Matthias Mischler und Reto Kobach (rechts) auf Trab. (Bild: Andreas Hagmann)

La Chaux-de-Fonds - Olten 6:2 (2:0, 2:1, 2:1)
Les Mélèzes. – 1715 Zuschauer. – SR: Dipietro, Huguet/Micheli. – Tore: 7. Muller (Bozon, Burkhalter) 1:0. 18. Carbis (Burkhalter, Muller) 2:0. 28. Forget (Grezet, Neininger) 3:0. 34. Carbis 4:0. 36. Wiebe (Kobach, Hirt/Ausschluss Erb) 4:1. 50. (49:32) Burkhalter 5:1. 51. (50:24) Truttmann (Kobach, Meister) 5:2. 58. Neininger (Muller) 6:2. – Strafen: je 2-mal 2 Minuten.
La Chaux-de-Fonds: Giovannini; Jacquet, Hostettler; Erb, Vuilleumier; Stämpfli, Zubler; Hofmann; Muller, Forget, Merola; Neininger, Meunier, Leblanc; Carbis, Burkhalter, Bonnet; Grezet, Poudrier, Bozon.
Olten: Mischler; Ganz, Pargätzi; Kobach, Meister; Bagnoud, El Assaoui; Schnyder, Aeschlimann; Wiebe, Feser, Hirt; Wüst, Schneuwly, Truttmann; Huber, Hürlimann, Ulmer; Wüthrich, Dal Pian, Scherwey.
Bemerkungen: La Chaux-de-Fonds ohne Mondou, Girardin und Blatter (alle verletzt), Olten ohne Burki, Schwarzenbach, (beide verletzt), Morini und Ast (beide 1. Liga). Muller und Wiebe als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. 

La Chaux-de-Fonds ist gewiss ein Ort, an welchem man verlieren darf. Das gilt auch für den EHC Olten, welcher als NLB-Leader in den Neuenburger Jura reiste. Und doch gab die deutliche 2:6-Niederlage zu reden. Denn man hatte nicht einfach mit vier Toren Differenz verloren, sondern man musste sich teilweise vorführen lassen von den Gastgebern.

«Wir haben nicht das gespielt, was wir wollten», sagte ein enttäuschter Fabian Ganz. «Wir hatten viel zu viele Scheibenverluste und schlechte Pässe. Das müssen wir unbedingt abstellen», meinte der EHCO-Verteidiger weiter. Konkret heisse das, dass sich die Spieler gegenseitig unterstützen, sich anbieten müssen, damit die Pässe auch einen Abnehmer fänden.

All das funktionierte in der Romandie überhaupt nicht. Noch am 15. September hatten die Oltner mit einem 5:2-Heimsieg gegen La Chaux-de-Fonds eine acht Spiele andauernde Siegesserie lanciert. Doch das sollte für das «Rückspiel» kein gutes Omen sein. Diesmal nämlich passte bei den Oltnern praktisch nichts zusammen und man war weit von einem neuerlichen Erfolgserlebnis entfernt. Denn auf der anderen Seite stand ein Gegner, welcher es verstand, die vielen Fehler der Gäste konsequent in Tore umzumünzen. «In La Chaux-de-Fonds darf man gar nie mit 0:3 hinten liegen», so Ganz, «sonst wird es noch viel schwieriger gegen sie.»

Es fehlte an fast allem
Selbst dieses deutliche Resultat, welches bereits nach 28 Minuten Bestand hatte, löste bei den Oltnern kaum eine Reaktion aus. Es hätte, spätestens jetzt, einen Leader gebraucht, welcher die angezählten Gäste aus dem Elend geführt hätte. Doch der war bei Grün-Weiss nicht auszumachen. Selbst Shayne Wiebe, welcher genau jene Rolle beim EHCO in dieser Saison dank seiner physischen Qualitäten und dem Torinstinkt schon des Öfteren ausgefüllt hatte, war für einmal keine Hilfe.

Es fehlte an fast allem, vor allem aber am Mut, Akzente zu setzen gegen starke, aber nicht übermächtige Chaux-de-Fonniers. Stattdessen vertändelten die Gäste im gegnerischen Drittel die Scheibe, liefen mit zwei Mann weniger in einen Konter und schon hiess es 0:4 aus ihrer Sicht.

Starre löste sich zu spät
EHCO-Trainer Heikki Leime verzichtete in dieser Phase auf klärende Worte in Form eines Time-outs, wirbelte aber zumindest seine vier Angriffsformationen durcheinander. Es blieb über weite Strecken bei der Hoffnung, die Akteure würden sich durch die neuen Zusammenstellungen aus ihrer Starre lösen. Erst mit Anbruch der letzten zehn Minuten kam ein bisschen Schwung in die Angriffsaktionen der Oltner.

Doch das war definitiv zu spät, wenngleich die Oltner bei einer relativ grosszügig ausgelegten Überzahl zumindest zum 1:4 kamen – durch Shayne Wiebe. Es dauerte jedoch weit in den letzten Abschnitt, ehe die Scheibe auch bei den Gästen endlich flüssiger lief und richtige Chancen herausgespielt wurden. Das Schlussresultat von 2:6 war deshalb logisch, und der Verlust der Tabellenführung die Folge davon. (von Michael Forster)

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