Sonntag, 23. Juli 2017

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Halbe Arbeit, halber Lohn


Nach völlig verschlafenem Start verliert der EHCO in Visp in der Verlängerung 3:4.

BILDER
Topskorer Remo Hirt, hier gegen La Chaux-de-Fonds im Einsatz, gelang in Visp der späte Ausgleich. (Bild: bko)

Visp - Olten 4:3 n. V. (2:0, 1:2, 0:1, 1:0)

Litterna. – 3580 Zuschauer. – SR: Boverio/Erard, Huguet/Rohrer. – Tore: 4. Schmutz (Altorfer/Ausschluss Aeschlimann) 1:0. 10. Schmutz (Wollgast/Ausschluss Wiedmer!) 2:0. 28. Scherwey (Schnyder) 2:1. 33. Heynen (Guyenet) 3:1. 38. Ulmer (Schneuwly, Schnyder) 3:2. 56. Hirt (Ganz, Feser) 3:3. 65. (64:25) Schmutz 4:3. – Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Visp, 6-mal 2 Minuten gegen Olten.

Visp: Kuonen; Bucher, Wollgast; Wiedmer, Geiger; Guyenet, Heynen; Leu, Montandon; Dolana, Brunold, Botta; Bast, Alihodzic, Furrer; Altorfer, Neher, Schmutz; Burgener, Hischier, Privet.

Olten: Mischler; Ganz, Kobach; Bagnoud, Ast; Pargätzi, Meister; Schnyder, Aeschlimann; Wiebe, Feser, Hirt; Wüst, Schneuwly, Ulmer; Truttmann, Burki, U. Huber; Scherwey, Dal Pian, Wüthrich.

Bemerkungen: Visp ohne Rapuzzi, Olten ohne El Assaoui, Schwarzenbach, Hürlimann (alle verletzt) und Morini (überzählig). Schmutz und Hirt als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet. 33. Lattenschuss Wiebe.

 

 

Als Julian Schmutz 35 Sekunden vor dem drohenden Penaltyschiessen seinen dritten Treffer des Abends zum viel umjubelten 4:3 erzielte, da war die Welt in der Litterna wieder in Ordnung. Denn mit dem EHC Visp holte am Ende jene Mannschaft den Extrapunkt, welche über die gesamte Spieldauer den konstanteren, ja ganz einfach den besseren Eindruck hinterlassen hatte.

Mehr noch: Nach dem ersten Drittel musste man beinahe Angst haben um den EHC Olten. Was der Tabellenführer auswärts in Visp in den ersten zwanzig Minuten nämlich zeigte, war dürftig. Sehr dürftig. Ganze viermal musste Robin Kuonen eingreifen – logisch, dass die Gäste in der ersten Pause über die Bücher mussten. «Wenn wir so über die gesamten 60 Minuten gespielt hätten, wie wir es in der zweiten Spielhälfte taten, hätten wir heute drei Punkte geholt», kehrte Captain Reto Kobach den Spiess um und rückte die ganz flotten zweiten dreissig Minuten seines Teams in den Vordergrund.

Erste Anzeichen der Besserung

Doch natürlich fand er auch selbstkritische Worte. «Das erste Drittel war wirklich nicht gut, wir waren immer zu spät und zu weit weg vom Gegner.» Dieser, so Kobach, habe das verstanden, auszunutzen. Zum Beispiel nach nicht einmal vier Minuten, als Schmutz im Slot genau richtig stand und die erste Überzahl des Spiels zum 1:0 beendete. Oder auch knapp sechs Minuten später, als wieder Schmutz, diesmal jedoch in Unterzahl, den zweiten Treffer markierte. Die Szene deckte die ungelösten Probleme des EHCO bei einer eigenen Überzahl schonungslos auf. Anstatt den Weg aufs Tor zu suchen, spielte sich die 1. Linie den Puck quer durchs Visper Drittel zu, ehe die Gastgeber dazwischengingen und Schmutz den Konter erfolgreich abschloss.

Erste Anzeichen der Besserung stellten sich zu Beginn des zweiten Abschnitts ein, wenngleich zögerlich. 26 Minuten waren verstrichen, als es selbst bei einer Oltner Überzahl (durch Hirt und Wiebe) so richtig brenzlig wurde für die Visper, und siehe da: Kaum waren die Gäste wieder komplett, verkürzte Cyrille Scherwey auf 1:2.

Doch anstatt den aufkeimenden Schwung zu noch mehr Zählbarem zu nützen, ging es zuerst wieder in die andere Richtung. Heynen stellte mit seinem kraftvollen Abschluss nach Spielmitte den alten Vorsprung wieder her, und um ein Haar wäre den Einheimischen noch vor der zweiten Sirene die Vorentscheidung geglückt. Doch Mischler, welcher gegen Visp wieder den Vorzug gegenüber Kevin Huber erhielt, behielt in einer kurzen Phase in doppelter Unterzahl die Übersicht und seine Mannschaft damit im Spiel.

Moral und Potenzial – immerhin

Diese deutete mit Anbruch der zweiten Spielhälfte jetzt doch vermehrt ihre Möglichkeiten an. Zwar liessen Feser und Wüst zweimal in bester Position aus, dafür zauberte Ulmer kurze Zeit später, indem er ein Durchspiel mit Schneuwly mit einer Abnahme aus der Luft erfolgreich abschloss. Der neuerliche Anschluss bot für den letzten Abschnitt jetzt plötzlich wieder deutlich bessere Perspektiven, was dem Spiel der Gäste deutlich anzumerken war. Der Ausgleich durch Topscorer Remo Hirt kam zwar spät (56.), doch er war unter dem Strich verdient. Wenngleich der sicher geglaubte Punkt in der allerletzten Sekunden der regulären Spielzeit doch noch zu entgleiten drohte. Aber Jason Bast vergab den Matchpuck etwas gar leichtfertig.

Einen Punkt gewonnen, deren zwei verloren – verständlich, dass Kobach damit nicht zufrieden war. «Es ist eine Niederlage, die ärgert», kam er noch einmal auf die ersten 30 Minuten zu sprechen. «Es wäre jetzt wirklich einmal an der Zeit, unser Spiel über 60 Minuten durchzuziehen.» Andererseits habe das Aufbäumen zumindest gezeigt, dass die Mannschaft über Moral und Potenzial verfüge. Und das ist, im Hinblick auf die noch folgenden 31 Runden dieser Qualifikation, ein erfreuliches Zeichen. (Michael Forster)

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