Donnerstag, 29. Juni 2017

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So sieht verkörperte Energie aus


Der EHC Olten erhofft sich vor der Nationalmannschaftspause gegen die Rapperswil-Jona Lakers einen positiven Abschluss.

BILDER
Der Fribourger Cyrille Scherwey gibt keinen Puck verloren. Wenn er auf dem Eis ist, lernt er dem Gegner das Fürchten. (Bild: André Grossenbacher).

Mit einem satten Schuss erzielte Cyrille Scherwey denn 1:2 Anschlusstreffer am letzten Sonntag in Visp. Gleich nachdem Tor erhält er von Martin Alihodzic den Ellbogen ins Gesicht gerammt. «Bei so etwas sehe ich rot», meint Scherwey darauf angesprochen, wie er wie ein wild gewordener auf seinen Gegenspieler los wollte.
Dem Energiebündel läuft es bisher ganz passabel. Bereits drei Tore und ein Assist konnte er sich gutschreiben lassen. Für einen Viertlinienstürmer gute Werte, bedenkt man, dass er manchmal relativ wenig Eiszeit erhält. «In den letzten vier bis fünf Spielen spielte unser Block gut und liess keine Tore zu», so Scherwey. Das sei auch dem Coach nicht entgangen. Während es zu Beginn der Saison durchaus vorkam, dass Heikki Leime bei einem Rückstand nur die ersten drei Linien forcierte, spielte er zuletzt mit allen vier Linien durch. Kommt hinzu, dass sich die Oltner unterdessen beim Sammeln von Strafen ein wenig zurückhalten. Denn je mehr Strafen sich die Oltner erlauben, desto weniger Einsatzzeit gibt es für Cyrille Scherwey und Co. Selbst wenn die Position in der vierten Linie von Cyrille Scherwey nicht immer einfach ist, will er nicht lamentieren. Noch vor einem Jahr sah es aus, als ob seine Karriere nach dem Konkurs von Basel ein abruptes Ende finden würde. Dass er jetzt wieder auf NL-Niveau spielen kann, ist für ihn schon Dank genug. Ausserdem ist er sich seiner Rolle bewusst. «Ich muss meine läuferischen Qualitäten ausspielen und physisch agieren. Das wird von mir erwartet.» In diese Rolle als Grinder sei er damals in Sierre zwischen 2009 und 2012 hineingewachsen. Er ist damit zu einem Spieler geworden, den man lieber in den eigenen als den gegnerischen Reihen weiss.

Kein Bruderproblem
Mit seiner Spielweise erinnert er unweigerlich an seinen jüngeren Bruder Tristan, welcher beim SCBern unter Vertrag steht. Der Brudervergleich störe ihn nicht. Auch wenn sich bei Familientreffen vornehmlich alles um seinen Bruder drehe. «Meine Frau fragte mich auch schon, ob mich das nicht nerve. Ich sage: Nein. Denn ich bin stolz auf meinen Bruder und was er erreicht hat. Ausserdem ist er besser als ich, denn es gibt einen Grund weshalb er in der NLA spielt und ich nicht», so Scherwey selbstlos. Den Traum einmal in der NLA zu spielen und dort möglicherweise sogar an der Seite seines Bruders zu stürmen, den hat er noch nicht aufgegeben. Im Moment konzentriert er sich aber voll und ganz auf den EHC Olten und auf das nächste Spiel gegen Rapperswil. «Es ist schwierig einzuschätzen, was uns heute erwartet. Den Auswärtssieg in Rapperswil als Massstab zu nehmen, wäre falsch. Denn das zweite Spiel dieser Saison gegen Visp war auch komplett anders als das erste», so Scherwey. Für den 26-jährigen wäre es aber wichtig einen positiven Abschluss vor der Natipause zu realisieren. «Dazu müssen wir endlich zur spielerischen Konstanz finden. Denn wenn es gut läuft, laufen wir im Moment die Gefahr, die Partie und den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. Das ist enorm gefährlich», weiss Scherwey. Ausserdem versuche dann jeder selber sein Ding durchzuziehen und beginne auf seine Mitspieler zu zeigen, statt dass alle am gleichen Strick ziehen würden. Mit Rapperswil wartet auf jeden Fall ein echter Prüfstein auf Olten – ein Team gegen welches Cyrille Scherwey im ersten Spiel das wichtige Tor zum 2:3 Anschlusstreffer geschossen hatte. (Andreas Hagmann)

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