Mittwoch, 23. August 2017

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Der EHC Olten verspielt im NLB-Spitzenkampf gegen Rapperswil zwei Punkte und muss die Tabellenführung nach der 5:6-Niederlage nach Penaltyschiessen wieder abgeben.

BILDER
Oltens Reto Kobach (2. von links) rackert sich zwar im Slot vor Melvin Nyffeler ab, doch der Rappi-Schlussmann behält im Gewühl vor seinem Kasten den Überblick. (Bild: Hr. Aeschbacher)

Olten – Rapperswil-Jona5:6 n.P. (0:1, 3:1, 2:3, 0:1)
Kleinholz. – 4582 Zuschauer. – SR: Wirth, Ambrosetti/Borga. – Tore: 6. Schmutz (Auriemma) 0:1. 23. Truttmann (Feser, Wüst/Ausschluss Kuonen) 1:1. 29. Feser (Truttmann, Ganz/Ausschluss Schmutz) 2:1. 33. Hügli (Mc Gregor, Schlagenhauf) 2:2. 38. Feser (Truttmann, Bagnoud) 3:2. 48. Wiebe (Schneuwly, Hirt) 4:2. 55. (54:22) Rizzello (Kuonen, Aulin) 4:3. 56. (55:27) Rizzello (Grieder) 4:4. 57. (56:09) Mc Gregor (Schlagenhauf) 4:5. 58. (57:54) Truttmann (Ganz, Feser) 5:5. – Penaltyschiessen: Vogel 0:1, Feser 1:1; Profico 1:2, Truttmann -; Kuonen -, Hirt 2:2; Rizzello 2:3, Ulmer -; Schlagenhauf -, Pargätzi -. – Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Olten, 4-mal 2 Minuten plus 10 Minuten Disziplinarstrafe (Lüthi) gegen Rapperswil.
Olten: Mischler; Meister, Kobach; Bagnoud, El Assaoui; Pargätzi, Ganz; Schnyder, Aeschlimann; Wüst, Feser, Truttmann; Wiebe, Schneuwly, Hirt; Hürlimann, Dal Pian, Ulmer; Scherwey, Wüthrich, Morini.
Rapperswil-Jona: Nyffeler; Sataric, Grieder; Lüthi, Profico; Geyer, Blatter; Mc Gregor, Schlagenhauf, Hügli; Rizzello, Aulin, Hüsler; Frei, Schmutz, Kuonen; Vogel.
Bemerkungen: Olten ohne Schwarzenbach, Burki (beide verletzt), U. Huber und Ast (beide überzählig). Rapperswil ohne Grossniklaus, Tkachenko, Clark, Zangger, Schommer, Högger (alle verletzt), Schaub, Grigioni und Brandi (alle überzählig). 34. Timeout Rapperswil. 56. Timeout Olten. Trauerminute vor dem Spiel für den verstorbenen früheren Platzchef Roland Egger.

Nachdem die Spieler nach einem verrückten Spitzenkampf nach dem Handshake in die Garderoben verschwanden, wusste man aufseiten des EHC Olten nicht so recht, über wen man sich denn am meisten ärgern sollte. Über sich selber, weil man innert 107 Sekunden leichtfertig eine 4:2-Führung preisgab und auf einmal einem Rückstand hinterherrennen musste? Über Schiedsrichter Daniel Wirth, welcher die Einheimischen nach einer mehr als fragwürdigen Behinderung von Shayne Wiebe in der Verlängerung entscheidend schwächte? Oder über den unnötigen Stockschlag von Cédric Schneuwly, welcher den Oltnern in der folgenden Unterzahl den letzten Funken Hoffnung auf eine Entscheidung in der Verlängerung nahm?

«Für uns ging es nur noch darum, uns irgendwie ins Penaltyschiessen zu retten», konstatierte Remo Hirt. Doch dort liess sich Matthias Mischler dreimal bezwingen, während bei den Oltnern sichere Werte wie Marco Truttmann oder Martin Ulmer scheiterten. 

Remo Hirt verlängert Vertrag
Nebst Justin Feser traf bei den Oltnern nur Remo Hirt und versüsste sich zumindest persönlichen seinen Abend, der bereits eine halbe Stunde vor dem Spitzenkampf begonnen hatte. Dann nämlich wurde bekannt, dass der Worbener dem EHCO für weitere zwei Jahre bis zum Ende der Saison 2017/18 treu bleiben wird. Ursprünglich hatte Hirt seine Karriere nach der letzten Saison beenden wollen, liess sich aber zu einem weiteren Jahr bei Grün-Weiss überreden.

In der laufenden Spielzeit zeigte der 30-Jährige, wie wichtig er im Ensemble von Heikki Leime ist. In 14 von 15 Spielen hat Hirt gepunktet und ist mit seinem grossen Selbstvertrauen ein unverzichtbarer Wert. Gegen Rapperswil war aber für einmal nicht Remo Hirt die auffälligste Figur – diesen Titel musste er dem Duo Feser/Truttmann überlassen, welches für vier der fünf EHCO-Treffer verantwortlich war. «Mit ihm verstehe ich mich ganz einfach», so Marco Truttmann zur neuen Zusammenstellung der Angriffslinien. Drei Punkte hatte der frühere Liga-Topskorer in den 14 Spielen zuvor erzielt, gegen Rapperswil-Jona kamen deren vier hinzu. 

Zu passiv
Die wiedergewonnene Treffsicherheit «Truttis», die fünf Tore gegen den Tabellenzweiten und jede Menge Spektakel auf dem Eis waren aber nur die eine Seite. Mehr zu diskutieren gaben nach aufwühlenden 65 Minuten und dem anschliessenden Penaltyschiessen die letzten sechs Minuten der regulären Spielzeit, welche die Oltner mit einem beruhigenden Zwei-Tore-Vorsprung in Angriff genommen hatten.

«Wir agierten in dieser Phase zu passiv», meinte Truttmann, «wir haben uns zu sicher gefühlt.» Zu sicher gefühlt gegen Rapperswil? «Das ist ein wenig das Problem in Olten, dass wir in solchen Phasen zurücknehmen. Wir müssen ganz einfach 60 Minuten gehen.» 

Über die Bücher
Ein wenig anders sah dies Remo Hirt. Man habe sich nicht zu sicher gefühlt, vielmehr habe man in dieser Saison bislang sehr gute letzte Drittel gespielt. Stimmt: 21:8 lautete diese Bilanz vor dem Spitzenkampf. Nach dem verhängnisvollen knapp zweiminütigen Aussetzer müsse man aber sicher über die Bücher, so Hirt. «Klar, so etwas darf uns nicht passieren.» Und: «Natürlich wären wir lieber mit einem Sieg in die Nati-Pause.»

Statt als Leader gehen die Oltner die zehn Tage ohne Ernstkampf als Tabellendritter an, da sowohl Langenthal (3:2 gegen Martigny) als auch Rapperswil vorbeigezogen sind. (von Michael Forster)

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