Freitag, 21. Juli 2017

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Der EHC Olten kassiert zu viele Gegentore – auch, weil Goalie Matthias Mischler die Unterstützung fehlt.

BILDER
EHCO-Goalie Matthias Mischler kam zuletzt nicht ganz an sein Rendement heran. (Bild: Hr. Aeschbacher)

Nationalliga B, 16. Runde:
Dienstag, 11. November: Rapperswil-Jona - Martigny (19.45 Uhr). Ajoie - Langenthal (20.00). GCK Lions - Thurgau (20.00). La Chaux-de-Fonds - Visp (20.00). Winterthur - Olten (20.00). 

Die Tabelle finden Sie hier.

Es schaut so schlecht nicht aus für den EHC Olten nach einem Drittel der Qualifikation. Rang 3 mit nur einem Punkt Rückstand auf Leader Langenthal, dazu gut besuchte Heimspiele mit durchschnittlich 3600 Zuschauern und, besonders wichtig, noch in vielen Bereichen mit Luft nach oben.

Es gebe immer wieder Bereiche, in welchen gearbeitet werden müsse, ehe sich andernorts wieder eine Problemzone zeige, sagt Trainer Heikki Leime. Das sei zu diesem noch immer frühen Zeitpunkt aber absolut normal. Zwar hätten bislang die ganz guten Spiele seiner Mannschaft noch gefehlt: «Dafür haben wir aber auch keine wirklich schlechten Partien eingezogen.»

Heikelste Position
Und doch waren sie da in den letzten Wochen, die unzufriedenen Stimmen. Jammern auf hohem Niveau – oder doch mehr? Die defensive Anfälligkeit wurde kritisiert, vermehrte Einsätze für Backup Kevin Huber gefordert. Die Torhüterposition, das weiss auch Heikki Leime, ist die heikelste Personalie in einer Mannschaft. Jedes Wort kann eines zu viel sein. Deshalb überlegt sich der Finne genau, was es zur Position des Schlussmannes zu sagen gibt. «So viel vorneweg: Ich bin mit Mischler in dieser Saison bislang sehr zufrieden. Er hat 14 gute, teils sehr gute Partien für uns absolviert.»

Allerdings räumt auch Leime ein, dass Mischler in den letzten beiden Partien nicht an sein normales Rendement herangekommen ist. Das habe vor allem seine Körpersprache bei den Gegentreffern verraten. «Es ist nichts Ungewöhnliches, dass ein Torhüter in ein Loch fallen kann. Das Problem an seiner Position ist, dass das alle sofort sehen.» Bei keinem anderen Spieler wirken sich Fehler oder Unsicherheiten gravierender aus. Patzert der Goalie, bedeutet das zumeist einen Gegentreffer. 

Probleme in der Schnittstelle
Sicher ist: Im Vergleich mit den anderen Spitzenteams hat der EHC Olten klar am meisten Gegentreffer kassiert. Deswegen einzig den Torhüter zu kritisieren, das wäre zu einfach, wirft Leime ein. «Alles hängt zusammen. Wenn es offensiv läuft und jeder seinen Job macht, profitiert automatisch auch die Defensive – und umgekehrt.» So gesehen könne man nicht einzelnen Bereichen die alleinige Schuld zuweisen. Denn genau in der Schnittstelle zwischen Defensive und Offensive hat es in dieser Saison auch schon des Öfteren nicht geklappt. Nach einem Scheibenverlust wird zu wenig kompakt zurückgearbeitet, was häufig zu einer gegnerischen Überzahl vor Mischler führte. 

So wird auch die schlechte Fangquote Mischlers von 89 Prozent relativiert. «Sie ist wenig aussagekräftig», sagen Trainer und Torhüter unisono. Wichtige Faktoren würden bei der simplen Darstellung von prozentual gehaltenen Schüssen aufs Tor ausgeblendet, wie die Position bei der Schussabgabe beispielsweise oder die Spielsituation. «Die Statistik sagt nicht alles aus», ergänzt Leime. Er sehe seine beiden Torhüter in jedem Training und könne deren Leistungsvermögen ganz gut einschätzen. Von voreiligen Schlüssen sieht er ebenso ab wie auch davon, aufgrund der letzten Spiele auf die ganze Saison zu schliessen. «Mischler hat bewiesen, dass er es kann.» 

Nati-Pause im Zeichen der Arbeit
Auch wenn zuletzt nicht ganz alles nach seinen Vorstellungen verlaufen ist: Mischler ist, nach fünf Jahren in der Ajoie, in Olten angekommen. Es gebe grosse Unterschiede in den zwei Vereinen, angefangen bei der Erwartungshaltung. «Wenn mit Ajoie ein Spiel gegen Langnau oder Langenthal verloren ging, war das weniger schlimm als in Olten. Hier wird verlangt, jedes Spiel zu gewinnen.» Er spüre aber das Vertrauen des Trainers, auch jenes des Teams. Man müsse jetzt einfach den eingeschlagenen Weg weitergehen. «Abgerechnet wird am Ende der Saison.»

Bis dahin bleibt zwar noch jede Menge Zeit, und doch hat sich Trainer Heikki Leime zu einer Intensivwoche während der Nationalmannschafts-Pause entschieden. Nur gerade am Montag war trainingsfrei, an den restlichen Tagen wird voll durchtrainiert. Das Ziel ist es, die Balance zwischen Offensive und Defensive wiederzufinden, welche in den letzten Partien ein bisschen verloren ging. Denn mit der Auswärtspartie vom nächsten Dienstag in Winterthur dürfte sich der Wiedereinstieg in die Meisterschaft nicht ganz einfach gestalten. (von Michael Forster)

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