Mittwoch, 20. September 2017

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Das Eis wird dünner


Der EHC Olten siegt in Winterthur nach Penaltyschiessen.

BILDER
Heikki Leime erlebte einen schwierigen Abend. (Bild: ae)

Winterthur - Olten 2:3 (1:0, 0:1, 1:1) nach Penaltyschiessen
Deutweg. – 1684 Zuschauer. – SR: Mandioni/Weber (Altmann/Dumoulin). – Tore:. 9. Hurter (Steinauer, Keller; Ausschluss Feser) 1:0. 29. Truttmann (Eigentor Steinauer) 1:1. 44. Steinauer (Beeler, Theodoridis; Ausschlüsse Schneuwly und Bagnoud) 2:1. 59. Ganz (Feser, Pargätzi; Olten mit sechs Feldspielern) 2:2. Penaltyschiessen: Ast -; Hoffmann -; Truttmann 0:1. Thöny 1:1. Feser 1:2. Keller 2:2. Wüthrich 2:3. Homberger -; Schneuwly -; Gähler -.– Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Winterthur. 3-mal 2 plus 2-mal 10 Minuten (Hirt, Wiebe) gegen Olten.
Winterthur: Oehninger; Wollgast, Grolimund; Steinauer, Hurter; Thomas Büsser, Gähler; Xeno Büsser, Zuber; Beeler, Theodoridis, Furrer; Staiger, Keller, Vesely; Thöny, Homberger, Hartmann; Hoffmann, Studer, Tonndorf.
Olten: Huber; Pargätzi, Ganz; Bagnoud, Ast; Meister, Kobach; Schnyder; Wüst, Feser, Truttmann; Wiebe, Schneuwly, Hirt; Hürlimann, Meyer, Aeschlimann; Scherwey, Wüthrich, Morini; Dal Pian.
Bemerkungen: Olten ohne Burki, Schwarzenbach und El Assaoui (alle verletzt) sowie Ulmer (krank). Erstmals mit Patrick Meyer vom 1.-Ligisten Brandis. 5. Pfostenschuss Feser.

So kann man sich täuschen. EHCO-Trainer Heikki Leime hatte am Tag vor dem Aufeinandertreffen mit Aufsteiger Winterthur noch davon geschwärmt, wie gut sein Team während der Nationalmannschaftspause trainiert habe. Die Freitagseinheit sei gar die Beste der ganzen Saison gewesen. Und der Finne forderte mit Blick auf die kommenden Aufgaben selbstbewusst: «Der Gegner soll sich unserem Spiel anpassen – nicht umgekehrt.»

Nun: Die Herrlichkeit währte in der schönen Eishalle am Deutweg in Winterthur gerade mal ein paar Minuten. Die Oltner gingen tatsächlich entschlossen ans Werk, setzten die Zürcher unter Druck und kamen zu Chancen – lagen aber nach 9 Minuten trotzdem 0:1 hinten. EHCO-Goalie Kevin Huber, der zum zweiten Mal in der laufenden Saison von Anfang an zum Einsatz kam, liess während eines gegnerischen Powerplays einen Schuss aus spitzem Winkel passieren. Und dieses haltbare Gegentor warf alle guten Vorsätze der Oltner komplett über den Haufen. Was folgte, war eine Eishockey-Kakofonie, in welcher der Favorit aus der oberen Tabellenhälfte gegen den Underdog keine gute Figur machte.

Inferiores Powerplay

Nach dem glücklichen Ausgleichstreffer von Marco Truttmann, der via eines Winterthurers ins Tor traf, fanden die Oltner wieder ein wenig in die Spur. Ja sie hatten sogar zweimal die goldene Chance, während langer Phasen in doppelter Überzahl zu spielen und in Führung zu gehen. Doch was der EHCO in diesen beiden Powerplays bot, spottete jeder Beschreibung. Kurz darauf durften die Winterthurer ebenfalls mit zwei Mann mehr agieren, und zeigten, wie man eine solche Situation effizient ausnützt – 2:1.
Etwas kann man dem EHC Olten in dieser Saison aber nicht vorwerfen: Die Mannschaft kämpft, auch wenn es überhaupt nicht so läuft wie gewünscht, unverdrossen weiter. So befreiten sich die Powermäuse auch in Winterthur aus ihrer unkomfortablen Lage und sicherten sich dank des Ausgleichstreffers von Fabian Ganz, 63 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit, immerhin einen Punkt – und holten sich mit ihrem ersten Sieg im vierten Penaltyschiessen der laufenden Meisterschaft gar noch den Bonuszähler.
Trotz des am Ende glücklichen Siegs bleibt die Erkenntnis, dass die Oltner ungeachtet von Leimes positiven Eindrücken immer noch weit von ihrer Bestform entfernt sind – was auch mit der sich immer mehr zuspitzenden, personellen Situation zusammenhängt. Dass gestern fünf Stammspieler (Schwarzenbach, Burki, El Assaoui, Ulmer, Dal Pian) fehlten oder angeschlagen waren und dafür mit Patrick Meyer ein 1. Liga-Akteur von Partnerteam Brandis mit B-Lizenz spielen musste, kann man als Entschuldigung für die ungenügende Leistung gelten lassen. Das Spiel gegen den Aufsteiger hat in aller Deutlichkeit gezeigt, dass sich der EHCO mittlerweile auf dünnem Eis bewegt. Gegen stärkere Konkurrenten wird es in dieser Verfassung kaum zu Punkten reichen.

Saisonende für Burki?

Sportchef Köbi Kölliker ist sich der kritischen Personallage bewusst. Aber sein Handlungsspielraum ist sehr begrenzt. In der National League A sind derzeit 50 (!) Spieler verletzt, was die Chancen, irgendwo einen überzähligen Akteur ausleihen zu können, minimiert. Zumal Kölliker nicht mehr damit rechnet, dass Codey Burki – nach seiner sechsten Gehirnerschütterung – in dieser Saison noch einmal zum Einsatz kommt.

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