Sonntag, 20. August 2017

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Der Ex macht den Unterschied


Eric Arnold schiesst den EHC Olten praktisch im Alleingang ab und beschert Hockey Thurgau den 4:3-Sieg nach Penaltys.

BILDER
Thurgau-Topskorer Evan McGrath war für die Oltner Defensive ein steter Gefahrenherd. (Bild: andré grossenbacher)

Thurgau - Olten 4:3 (0:2, 1:0, 2:1, 0:0) n.P.

Güttingersreuti. – 1348 Zuschauer. – SR: Sicorschi/Wirth, Kehrli/Zettl. – Tore: 2. Wiebe (Hirt, Huber) 0:1. 15. Schneuwly (Wiebe, Bagnoud/Ausschluss Bahar) 0:2. 38. Arnold (Brunner, Andersons/Ausschluss Hürlimann) 1:2. 50. Arnold (McGrath, Urech) 2:2. 51. Ulmer (Pargätzi, Ganz) 2:3. 53. Damon (Penalty) 3:3. – Penaltyschiessen: Wüthrich 0:1, Arnold 1:1; Feser -, Damon -; Truttmann -, Brunner -; Hirt -, McGrath 2:1; Ulmer 2:2, Wichser -; Arnold 3:2, Wüthrich -. – Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Thurgau, 8-mal 2 Minuten gegen Olten.

 

Thurgau: Nyffeler; Roos, Bahar; Kühni, Maier; Eigenmann, Urech; Bucher; Bischofberger, Damon, Rohner; Sterchi, Wichser, Andersons; Brunner, McGrath, Arnold; Lemm, Küng, Blasbalg; Senn.

Olten: K. Huber; Pargätzi, Ganz; Bagnoud, Ast; Meister, Kobach; Schnyder, El Assaoui; Wüst, Feser, Truttmann; Wiebe, Schneuwly, Hirt; Aeschlimann, Hürlimann, Ulmer; Scherwey, Wüthrich, Dal Pian.

Bemerkungen: Thurgau ohne Huras, Fuhrer, Parati und Weber; Olten ohne Schwarzenbach, Burki (beide verletzt), U. Huber und Morini (beide 1. Liga). 50. Timeout Olten. 61. Timeout Thurgau. Arnold und Huber als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet.

Ausflüge nach Weinfelden werden für den EHC Olten je länger, je mehr zum Klassentreffen. Fünf frühere Oltner stehen mittlerweile im Kader von Hockey Thurgau, wobei gestern mit Huras und Parati gleich deren zwei fehlten. Dennoch zeigte sich Patrick Bloch, auch er ein früherer Oltner, vor der Partie zuversichtlich. Der Geschäftsführer der Leuen ist mit dem Saisonstart, dem besten seit vielen Jahren, zufrieden. Sehr zufrieden sogar. Klar, da war die 0:6-Klatsche der Thurgauer in der Runde zuvor gegen das Schlusslicht. Allein, beim erst dritten Sieg der laufenden Saison hatten die GCK Lions die halbe Mannschaft gegen Spieler von NLA-Co-Leader ZSC Lions getauscht.

Und so war das Negativerlebnis unmittelbar nach der Nationalmannschaftpause denn auch nicht mehr gross Thema vor dem Heimspiel gegen den EHCO. Bloch verwies vielmehr darauf, über eine wirklich gute Equipe zu verfügen, mit drei ausgeglichenen sowie einer ganz starken Sturmlinie um Topskorer Evan McGrath. Und Bloch sollte auch nach der Partie, welche einen für den EHC Olten in dieser Saison typischen Verlauf nahm, das Lachen im Gesicht stehen. Der Kanadier und die beiden Ex-Oltner Eric Arnold und Adrian Brunner waren die versprochen gefährlichste Waffe der Ostschweizer. Gleich bei ihrem ersten Einsatz fielen sie auf. Zuerst positiv (McGrath vergab die erste gute Möglichkeit der Partie), dann negativ; das Trio musste bei erster Gelegenheit das 0:1 durch Shayne Wiebe hinnehmen.

Die Partie, welche auch bei den Gästen gewissermassen im Zeichen der Wiedergutmachung stand (nach dem ungenügenden Auftritt gegen Winterthur), schien den Gastgebern früh in die falsche Richtung zu entgleiten. Zum einen, weil die Thurgauer fleissig Strafminuten sammelten und so den Gästen durch Schneuwly im Nachstochern den zweiten Treffer ermöglichten. Zum anderen, weil selbst die Ostschweizer Paradelinie einen langen Anlauf nehmen musste, ehe sie wieder zu brillieren vermochte. Die Oltner Defensive stand gut und musste erst gegen Ende des zweiten Abschnitts den ersten Verlusttreffer in Unterzahl hinnehmen. Brunner zog von der blauen Linie ab, Arnold gab dem Puck vor dem Tor die entscheidende Richtungsänderung.

Klar, dass Kevin Huber im EHCO-Tor keine Schuld traf. Der 22-Jährige erhielt erneut den Vorzug gegenüber Matthias Mischler und machte insgesamt sehr gute Werbung in eigener Sache. «Eigentlich», meinte er nach wiederum nervenaufreibenden 65 Minuten, «bin ich mit meinem Spiel zufrieden, aber. . .» Die Selbstkritik betraf das Penaltyschiessen, in welchem sich Huber insgesamt dreimal bezwingen lassen musste – zweimal durch Matchwinner Arnold. «Sie sind gut angelaufen, ich wusste nicht, was sie vorhatten.»

Dass diese Partie, nach einer komfortablen 2:0-Führung zu Spielmitte, noch verloren ging, lag jedoch kaum am Oltner Schlussmann, der auch im Thurgau wieder auf eine Fangquote von über 92 Prozent kam. Die drei Treffer aus dem Spiel heraus waren allesamt unhaltbar. Einmal fehlte, wie beim 1:2, die Sicht, oder dann hatte er beim stark ausgeführten Penalty von Damon das Nachsehen (53.). Die Probleme lagen vielmehr im Spiel seiner Vorderleute. Nach einem starken ersten und immerhin noch guten mittleren Drittel folgte nämlich auch diesmal wieder ein ungenügender, ja schwacher Abschnitt der Oltner. Die risikoreichen Pässe im eigenen Drittel häuften sich, und vorne verzettelte man sich zu oft mit Einzelaktionen. Zudem geht das EHCO-Powerplay weiter am Stock. «Genau so sollten wir das Powerplay auch spielen können», meinte Huber in Richtung des gegnerischen Auftritts in Überzahl.

Und doch gab es sie auch in den letzten zwanzig Minuten, die positiven Momente. Die Reaktion auf den Ausgleich zum Beispiel, als die Oltner nach dem Timeout innert 82 Sekunden wieder vorlegten. Insgesamt war es aber zu wenig, um ungescholten aus dem Thurgau davonzukommen. Mehr noch: Es war Kevin Hubers Intervention gegen McGrath zehn Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit zu verdanken, dass die Oltner zumindest punkteten. So blieb das Lachen den Einheimischen vorbehalten, allen voran Eric Arnold. «Es hat Spass gemacht», strahlte der 23-Jährige, der dem EHCO vor vier Jahren in den Playoffs zur Verfügung gestanden hatte. «Wir haben ein junges Team, arbeiten mit- und füreinander, und wir sind uns stetig am Steigern.» Eine Devise, welche genau so eigentlich auch für den EHC Olten gilt. (Michael Forster)

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