Samstag, 25. März 2017

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«Es war einer jener Abende»


Der EHC Olten sorgt mit einem 8:3-Sieg in La Chaux-de-Fonds für einen regelrechten Paukenschlag.

BILDER
Die beiden Topscorer Dominic Forget (links) und Justin Feser waren die dominierenden Figuren in ihren Teams – mit dem klar besseren Ende für den Oltner. (Bild: André Grossenbacher)

La Chaux-de-Fonds – Olten 3:8 (1:3, 1:2, 1:3)

Les Mélèzes. – 4319 Zuschauer. – SR : Küng, Pitton/Rebetez. – Tore: 1. (0:52) Forget (Meunier, Leblanc/Ausschluss Pargätzi) 1:0. 7. Feser (Ganz) 1:1. 17. Hürlimann (Ulmer, Schwarzenbach) 1:2. 19. Hirt (Wiebe, Schneuwly) 1:3. 36. Neininger (Forget, Leblanc/Ausschluss Hürlimann) 2:3. 37. Wüthrich (El Assaoui) 2:4. 39. Truttmann (Wüthrich/Ausschluss Feser!) 2:5. 44. Dal Pian (Pargätzi, Schwarzenbach) 2:6. 53. Feser (Ganz, Truttmann) 2:7. 56. Poudrier (Zubler, Leblanc) 3:7. 60. Wüst (59:22) (Feser, Truttmann) 3:8. – Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen La Chaux-de-Fonds, 7-mal 2 Minuten gegen Olten.

La Chaux-de-Fonds: Giovannini (44. Witschi); Jacquet, Zubler; Erb, Hostettler; Blatter, Stämpfli; Girardin, Hofmann; Neininger, Forget, Grezet; Muller, Meunier, Leblanc; Carbis, Bonnet, Bozon; Dubois, Poudrier, Merola.

Olten: Huber; Pargätzi, Ganz; Bagnoud, Schnyder; Meister, Kobach; Ast, El Assaoui; Wüst, Feser, Truttmann; Wiebe, Schneuwly, Hirt; Schwarzenbach, Hürlimann, Ulmer; Scherwey, Dal Pian, Wüthrich.

Bemerkungen: La Chaux-de-Fonds ohne Mondou (verletzt) und Burkhalter (krank); Olten ohne Aeschlimann und Burki (beide verletzt). Forget und Feser als beste Spieler ihres Teams ausgezeichnet.

Als im Spitzenkampf zwischen La Chaux-de-Fonds und Olten die 53. Minute lief, da war längst alles entschieden. Und doch stand sie ein wenig symptomatisch für die Partie, in welcher der HCC, zuvor seit nicht weniger als zwölf Spielen ungeschlagen, so richtig vorgeführt wurde. Marco Truttmann spielte die Scheibe unter Bedrängnis der blauen Linie entlang zu Fabian Ganz, dieser passte scharf vors Tor, wo Topskorer Feser die Scheibe unhaltbar zum 7:2 für den EHCO ablenkte. Acht Treffer gegen die statistisch beste Abwehr der Liga – da musste selbst Feser schmunzeln. «Es war einer jener Abende, an welchen alles zusammenpasste und praktisch jede Scheibe reinging.»

Dabei hatte das Duell zwischen den punktgleichen Teams auf den Rängen 2 und 3 eine spannende Affiche versprochen. So war es auch der Direktvergleich der beiden wertvollsten Spieler der Liga, Justin Feser (+19) hier, Dominic Forget (+18) da. Dass die beiden Topscorer zurecht ganz oben in der nationalen Rangliste der Plus-Minus-Statistik stehen und gestern zu den «Best Playern» der Partie gewählt wurden, auf diese Bestätigung musste man nicht allzu lange warten. In der Les-Mélèzes-Halle war noch keine Minute gespielt, da hatte Forget, in Überzahl, bereits das erste Mal getroffen. Es war sein 26. Treffer der laufenden Saison, womit er der Konkurrenz, sprich dem ersten Verfolger Brent Kelly, auf neun Treffer enteilte.

Giovanninis schwarzer Abend

Doch auch Feser brauchte für sein erstes Erfolgserlebnis nicht allzu lange: In der siebten Minute glich der Oltner Goldhelm mit einem satten Schuss aus zentraler Position aus. So sehr der Ausgleich die Leaderrolle der beiden Topskorer unterstrich, so hätte er eigentlich nicht fallen dürfen. Remo Giovannini, die Nummer 1 in der statistisch stärksten Abwehr der Liga, hatte freie Sicht und liess die Scheibe über der Fanghand vorbei ins Tor zischen. Bereits in zwei, drei Szenen zuvor begann sich abzuzeichnen, dass es nicht der Abend des HCC-Hüters werden würde. Giovannini wirkte unsicher, produzierte unerklärbar viele gefährliche Abpraller – und er liess nach gut 16 Minuten den zweiten Schuss der Gäste passieren. Diesmal nutzte Hürlimann die Freiheiten in der Neuenburger Abwehr zum 1:2.

Und als er, ebenfalls noch im ersten Drittel, einen nicht allzu gefährlichen Ulmer-Schuss unglücklich abtropfen liess und Remo Hirt gar das 1:3 ermöglichte, kürte er sich endgültig zum Hauptdarsteller. Dabei hätte Teamkollege Forget auch gestern wieder alles mitgebracht, diesen Part für sein Team übernehmen zu können. Trotz Sonderbewachung war er ein steter Gefahrenherd, blieb aber zumeist in der Oltner Hintermannschaft mit einem sehr aufmerksamen Kevin Huber hängen.

Anders Feser. Selbst, als er auf der Strafbank sass, scorte sein Team – durch Marco Truttmann in Unterzahl. Ganz zum Schluss – La Chaux-de-Fonds hatte längst Giovannini durch den jungen Sven Witschi (20) ersetzt – trug er dann wieder aktiv zur Torproduktion bei, indem er Wüsts 8:3 auf geniale Art und Weise vorbereitete. Vielleicht sei der Sieg ein paar Tore zu hoch ausgefallen, bilanzierte Remo Hirt nach dem historisch deutlichen Resultat in La Chaux-de-Fonds. Gestohlen haben ihn die Oltner aber keineswegs, sondern, wie Feser betonte, mit «vielen guten Entscheidungen auf dem Eis» erkämpft. (Michael Forster)

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