Freitag, 28. April 2017

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Der kleine Abwesende


Scott Beattie verbrachte den Samstag mit der Familie zu Hause vor dem TV, statt mit seinem EHC Visp beim EHC Olten anzutreten.

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Scott Beattie, hier noch als EHCO-Coach, fehlte am Samstagabend seinem Team. (Bild: ae)

Mit dem EHC Visp wurde zum Samstagsspiel des EHC Olten im Kleinholz auch der neue Headcoach der Walliser, Scott Beattie, erwartet. Der Kanadier wäre also an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt. Dorthin, wo er vor rund 14 Monaten aus einem laufenden 5-Jahresvertrag entlassen worden war und sich, so die Meinung direkt Involvierter, lange Zeit nicht allzu intensiv um eine neue Anstellung, und damit eine Entlastung der Lohnliste der Oltner, bemüht hatte.


Ein warmer Empfang wäre dem 47-Jährigen deshalb im Kleinholz kaum bereitet worden, obwohl die Ansichten über sein Engagement beim EHCO bei den Fans auseinandergehen. Immerhin führte er die Powermäuse erstmals seit dem Abstieg aus der NLA vor gut 20 Jahren wieder in einen Playoff-Final, und er holte in seiner zweiten Saison den Qualifikationssieg. Dass ihm nach dem anschliessenden frühen Playoff-Out gegen La Chaux-de-Fonds und einer ungenügenden Vorbereitung das Team aus den Händen glitt, ist die andere Seite seines Oltner Auftritts.

Aus «privaten Gründen» blieb Scott Beattie am Samstagabend der Partie gegen Olten fern. Auch am Tag danach hiess es aus der Visper Führungsetage einzig, man wolle sich in diesem Thema zurückhalten, nicht zusätzlich Öl ins Feuer giessen. Beattie selber sprach, relativ kurz angebunden, von «einer alten Sache zwischen ihm und Olten», weshalb er dieses Spiel nicht gecoacht habe.

Aber: zwischen ihm und Olten gibt es diese alte Sache nicht (mehr). Der Arbeitsvertrag ist seit Oktober 2015 aufgelöst, die zwei Parteien gehen also getrennte Wege. Er sei erstaunt, dass Beattie nicht ins Kleinholz gereist sei, meinte Benvenuto Savoldelli gestern. «Nach der Vertragsauflösung haben wir zwar ein Hausverbot für Scott Beattie verhängt», so der VR-Präsident des EHC Olten. Beattie verpflichtete sich, keine Heimspiele der Oltner mehr zu besuchen. «Viele Leute goutierten es nicht, dass er sich weiterhin regelmässig im Stadion zeigte.» Aber auch Savoldelli weiss: «Jetzt, als Trainer einer gegnerischen Mannschaft, ist die Situation natürlich eine ganz andere.» Beattie wäre der Zutritt ins Stadion bestimmt nicht verwehrt worden. Zudem fehlten dem Kanadier nur ein paar Schritte und er hätte auch tatsächlich im Kleinholz gestanden. Er machte nämlich die Carfahrt mit der Mannschaft von Visp nach Olten mit, ehe er vor dem Stadion in ein anderes Fahrzeug umstieg und das Team zurückliess. Beattie verbrachte anschliessend den Samstagabend, zusammen mit seiner Familie, zu Hause in Egerkingen vor dem Fernseher. (Michael Forster)

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